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Wie so viele andere Spieler auch hat Devin Cillidag (Mitte) die Kickers verlassen. In der kommenden Saison wird der Fusionsverein deshalb keine Seniorenmannschaft stellen können. Foto: PZ-Archiv, Hennrich
Wie so viele andere Spieler auch hat Devin Cillidag (Mitte) die Kickers verlassen. In der kommenden Saison wird der Fusionsverein deshalb keine Seniorenmannschaft stellen können. Foto: PZ-Archiv, Hennrich
Zum neuen Führungstrio bei den Kickers gehört Vize-Präsident Didier Phillipps (Mitte) und Nikolai Ziegler.
Zum neuen Führungstrio bei den Kickers gehört Vize-Präsident Didier Phillipps (Mitte) und Nikolai Ziegler.
Zum neuen Führungstrio bei den Kickers gehört Präsident Murat Sanlitürk.
Zum neuen Führungstrio bei den Kickers gehört Präsident Murat Sanlitürk.
Zum neuen Führungstrio bei den Kickers gehört Vize-Präsident Nikolai Ziegler.
Zum neuen Führungstrio bei den Kickers gehört Vize-Präsident Nikolai Ziegler.
13.07.2016

Neue Gesichter für den Neuanfang beim SV Kickers Pforzheim

Neustart beim SV Kickers Pforzheim. Bei der Generalversammlung am Dienstagabend im Clubhaus haben die Mitglieder des Fusionsvereins einen neuen Vorstand gewählt. Außerdem wurde intensiv über die vergangenen Monate sowie über die weitere Zukunft des Clubs auf der Wilferdinger Höhe diskutiert. Ein Jahr lang wird es nur Juniorenfußball auf der Wilferdinger Höhe geben. Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen zur Situation der Kickers.

Wer bildet den neuen Vorstand?

Die 58 anwesenden Mitglieder (insgesamt hat der Verein rund 500 Mitglieder) bei der Generalversammlung wählten ein Trio an die Spitze. Präsident ist Murat Sanlitürk. 42 Jahre, Familienvater, seit 2014 Jugendtrainer bei den Kickers. Er freut sich auf seine neue Aufgabe – auch wenn sie nicht leicht ist. „Ich will den Club nicht im Stich lassen und habe mich deshalb zur Wahl gestellt“, erklärt Sanlitürk. Der SV Kickers sei ein Traditionsverein, der nicht von der Sport-Landkarte verschwinden dürfte. „Ich will den Wiederaufbau vorantreiben, auf die Jugend setzen und in einem Jahr dann wieder eine erste Mannschaft ins Leben rufen.“ Sanlitürk ist ein Mann voller Ideen. Als „Konzeptentwickler“ konnte er schon Fatihspor Pforzheim bei sportlichen sowie außersportlichen Angelegenheiten helfen.

Vize-Präsidenten sind Didier Phillipps und Nikolai Ziegler. Phillipps, 51 Jahre, Familienvater, war ebenfalls bisher als Jugendtrainer bei den Kickers eingespannt. Ab sofort übernimmt er das Amt des Jugendleiters und Sportlichen Leiters. Nikolai Ziegler, 44 Jahre, Familienvater, gehört zum Trainerstab der Bambini und ist künftig verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit sowie fürs Sponsoring und Marketing.

Wer kümmert sich um die Finanzen?

Nach dem Rücktritt von Massimo Caruso war das zuletzt kommissarisch die Aufgabe von Jugendleiterin Claudia Taktakis-Kutt. Ums Finanzielle kümmert sich ab sofort aber Murat Sanlitürk, da Taktakis-Kutt aufhört.

Was ist mit dem ehemaligen Vorstand?

Der Vorstand um Andreas Wittenauer (Sport) und Roland Eberle (Gebäudemanagement), Claudia Taktakis-Kutt (Jugendleiterin) wurde von den Mitgliedern entlastet. Renato Staresina (Sportlicher Leiter) hatte sich schon zuvor von den Kickers verabschiedet. Wittenauer und Eberle gehören nun dem Ältesten-Rat an und werden beratend zur Verfügung stehen.

Wie steht’s um die Finanzen des Vereins?

Der Schuldenstand liegt derzeit bei rund 144.000 Euro. Darin enthalten sind der aktuelle Saldo der Girokonten, die Darlehen sowie ausstehende Forderungen.

Mit welchen Mannschaften gehen die Kickers in die neue Saison?

Auf jeden Fall nicht mit einer ersten beziehungsweise zweiten Mannschaft. Wie berichtet, verließen viele Spieler den Verein, da dieser keine Gehälter und Prämien zahlen will. Da die Kickers zum Ende der vergangenen Saison die Mannschaft von der Verbandsliga abgemeldet haben und nun nach Ablauf der Meldefrist sich komplett vom Spielbetrieb zurückgezogen haben, dürfen die Pforzheimer erst wieder in der Saison 2017/18 an den Start gehen. Allerdings dann ganz unten in der Kreisklasse C.

Wie sieht’s mit den Juniorenteams aus?

Die Kickers haben aufgrund der Turbulenzen in der vergangenen Saison etwas die Jugendarbeit vernachlässigt. Von den Bambini bis zu den D-Junioren gibt es zwar keine Probleme. Hier gehen die Teams in der neuen Runde an den Start. Schwierig ist dagegen die Situation bei den A-, B-, und C-Junioren. Die A-Junioren sind in die Landesliga abgestiegen, die C-Junioren in die Kreisliga, die B-Junioren spielen in der Landesliga. Alle vier Trainer der Teams haben den Verein verlassen. Andreas Müller (A-Junioren) trainiert künftig die SK Hagenschieß, Dennis Kutt (B1) hat aufgehört, Cosimo Leuzzi (B2) ist zum SV Büchenbronn gegangen und Andreas Bullert (C-Junioren) folgt seinem langjährigen Trainerkollegen Rudi Herzog zum FC Germania Singen.

Nach dem Sichtungstraining am Donnerstagabend um 17.30 Uhr auf heimischem Gelände hoffen die Kickers, die drei Teams noch mit Spielern auffüllen zu können. Nach PZ-Informationen gab es bei den Kickers auch mal die Überlegung, eine Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein einzugehen.

Unterstützt Stefan Mappus eigentlich noch den Verein?

Der ehemalige Ministerpräsident sollte als Kickers-Mitglied Sponsoren an Land ziehen. Mittlerweile hat sich der 50-jährige Pforzheimer aber zurückgezogen, da auch seine beiden Söhne nicht mehr bei den Kickers spielen.

Wie bitter ist es, dass die Kickers sportlich weg vom Fenster sind?

Sehr bitter! Schließlich hatte man sich die Zukunft nach der Fusion im Jahre 2011 von Germania Brötzingen und dem 1. FC Eutingen anders vorgestellt. Murat Sanlitürk und sein Team haben nun viel Arbeit vor sich. Vor allem eine Mannschaft für die C-Klasse zusammenzustellen, wird eine echte Herausforderung für das neue Führungstrio.