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Der Trainer als Handwerker: FCN-Coach Michael Wittwer verlegt mit seinem Vater Werner Wittwer und Gerhard Daub (von rechts) Pflastersteine rund um das neue Kunstrasen-Areal des Remchinger Vereines.
Der Trainer als Handwerker: FCN-Coach Michael Wittwer verlegt mit seinem Vater Werner Wittwer und Gerhard Daub (von rechts) Pflastersteine rund um das neue Kunstrasen-Areal des Remchinger Vereines.
Glänzende Aussichten: Wo gestern noch die Bagger am Werk waren, wird bald der neue Kunstrasenplatz des FC Nöttingen verlegt werden.  Ketterl
Glänzende Aussichten: Wo gestern noch die Bagger am Werk waren, wird bald der neue Kunstrasenplatz des FC Nöttingen verlegt werden. Ketterl
27.11.2013

Neuer Kunstrasen des FC Nöttingen kann bald verlegt werden

Dirk Steidl wird in den kommenden Tagen und Wochen etwas öfter einen Blick aus dem Fenster werfen. Denn von der aktuellen Wetterlage hängt es ab, ob der neue Kunstrasen des FC Nöttingen vielleicht noch in diesem Jahr verlegt werden kann. „Wir brauchen eine Woche lang Temperaturen von fünf bis zehn Grad“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des seit Jahren erfolgreichsten Vereines im Fußballkreis Pforzheim.

Mit den Erfolgen sind auch die Ansprüche gewachsen – und die Juniorenabteilung. Deshalb ist der Verein im Laufe der Zeit an seine Grenzen gestoßen, was die Platzkapazitäten und die Trainingsmöglichkeiten angeht. Im Mai gab der Remchinger Gemeinderat dann grünes Licht für den Neubau des sehnlichst gewünschten Kunstrasenplatzes nebst zweier Multifunktionsgebäude. Im Juli stimmten auch die FCN-Mitglieder in einer außerordentlichen Versammlung zu. Rund eine Million Euro wird die Maßnahme samt Außenanlagen und Umweltauflagen kosten.

Wie bei einem Dorfverein vom Zuschnitt des FCN üblich, wird viel in Eigenarbeit erledigt. Seit Wochen sind freiwillige Helfer und die legendäre „Rentnerband“ des FCN dabei, Ballfangzäune anzubringen, die Flutlichtanlage zu installieren und die Pflasterarbeiten rund um den neuen Platz zu erledigen. Immer mitten drin ist auch der Technische Geschäftsführer des FCN, Michael Wittwer. Der Ex-Fußballprofi und erfolgreiche Trainer der Oberliga-Mannschaft zeigt, dass er auch mit Schaufel, Spaten und Flex sehr gut umgehen kann. Die restlichen Pflasterarbeiten sollen bis zum Wochenende erledigt sein. Die FCN-Freizeitsportgruppe „Wombles“ hat sich bereit erklärt, hier noch einmal kräftig Hand anzulegen. „Unser Ziel ist es, bis zum 1.Dezember alles soweit fertig zu haben, dass Tragschicht und Kunstrasen verlegt werden können. Es war ein Kraftakt. Wir haben bei Wind und Wetter gearbeitet“, erzählt Dirk Steidl nicht ohne Stolz. Der FC Nöttingen erhält einen Kunstrasen der neuesten Generation, wie ihn auch der 1. CfR Pforzheim seit Juni dieses Jahres hat. Experten sagen, der Untergrund habe zu 90 Prozent die Eigenschaften von Naturrasen. Für Training ist er optimal geeignet. Gerade dazu braucht der Verein mit seinen vielen Juniorenteams dieses neue wetterfeste Areal.

Der Kunstrasen, der oberhalb des Panoramastadions an der Beuthener Straße angelegt wird, ist stolze 105 x 68 Meter groß. Theoretisch können dort auch Oberligaspiele stattfinden. Ursprünglich sollte die Maßnahme 900 000 Euro kosten. Weil das Abwasser nicht in die Kanalisation geleitet werden kann, musste, um die Baugenehmigung zu erhalten, eine Zisterne installiert werden, um das Oberflächenwasser zu sammeln. Dadurch und durch weitere topographisch bedingte Sondermaßnahmen erhöhen sich die Kosten auf rund eine Million Euro. Die Gemeinde Remchingen zahlt 20 Prozent (200 000 Euro). Eigenleistungen und Zuschüsse des Badischen Sportbundes bringen rund 270 000 Euro. Der Rest der Bausumme wird von einer privaten Investorengruppe zur Verfügung gestellt. Der FCN will dabei 19 + 57 (nach dem Gründungsjahr), also 76 Sponsoren finden, die jeweils 500 Euro im Jahr bis zur Darlehenstilgung spenden.