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SG Pforzheim/Eutingen

Im Trikot von Frisch-Auf Göppingen gewann SG-Neuzugang Felix Lobedank einst sogar den EHF-Pokal. Foto: dpa
Im Trikot von Frisch-Auf Göppingen gewann SG-Neuzugang Felix Lobedank einst sogar den EHF-Pokal. Foto: dpa
29.06.2018

Neuer Leitwolf für junges Team der SG Pforzheim/Eutingen

Pforzheim. Die Handballer der SG Pforzheim/Eutingen verfolgen seit Jahren die gleiche Strategie. Man setzt auf die eigene, starke Jugendarbeit und versucht, mit Eigengewächsen auch im Männerbereich erfolgreich zu arbeiten. Das Konzept war zuletzt vereinsintern nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass man sich nur mit Eigengewächsen nicht dauerhaft in der 3. Liga halten können. Und dass ohne das Angebot 3. Liga viele der besten Eigengewächse abwandern. Hat nun ein Umdenken bei der SG stattgefunden?

Für die neue Saison kommen gleich drei Akteure von außerhalb, allen voran Felix Lobedank. Der 33-jährige Linkshänder für den Rückraum war zuletzt beim Erstligisten TVB Stuttgart, hat mehr als 200 Bundesligaspiele absolviert. Zweitliga-Erfahrung bringt Rechtsaußen Sören Schmid (22) aus Bietigheim mit. Von der Bundesliga-Jugend der Rhein Neckar-Löwen kommt zudem Torhüter Adam Studentkowski. Vierter Neuzugang ist Linksaußen Marius Seifried, der die kompletten Jugendmannschaften bei der SG Pforzheim/Eutingen durchlief, danach aber wegen seiner Polizeiausbildung pausierte.

Dass verstärkt Neuzugänge von außen kommen, sehen die SG-Verantwortlichen nicht als Stil- oder Gesinnungswandel. „Wir gehen unseren Weg weiter“, sagt Wolfgang Lipps. Der Sportliche Leiter der SG-Handballer verrät aber, dass man schon eine Weile auf der Suche nach einem „Leitwolf“ wie Lobedank war: „So einen Spieler hätten wir auch vergangene Saison geholt, wenn er auf dem Markt gewesen wäre.“

„Felix Lobedank kann mit seiner Erfahrung und Mentalität für uns ein Schlüsselspieler werden“, sagt Alexander Lipps. Der Trainer freut sich auch auf „einen gewaltigen Abwehrspezialisten“. Der 1,96 Meter große Lobedank hat mit Frisch-Auf Göppingen 2012 den EHF-Pokal gewonnen.

Eine kleine Zäsur ist die kommende Saison für die SG Pforzheim/Eutingen dennoch. In der abgelaufenen Spielzeit war Torhüter Mile Matijevic der einzige „Externe“ im Oberliga-Kader. Alle anderen Spieler haben bereits in der Jugend das Pforzheimer Trikot getragen, wurden überwiegend in der Nachwuchs-Bundesliga sozialisiert.

Abgänge ersetzen

Die Neuzugänge sind auch nötig, weil die Pforzheimer einige Abgänge haben, darunter mit Rückraumspieler Sandro Münch und Rechtsaußen Dominic Seganfreddo zwei Schlüsselspieler. Die Lücke, die Rechtshänder Münch hinterlässt, sollen mit vereinten Kräften Routinier Manuel Mönch (Alexander Lipps: „Er will es noch einmal richtig wissen“) und Tom Schlögl füllen, der bislang häufig auf der rechten Seite aushelfen musste – aber da steht jetzt ja Neuzugang Lobedank parat. Auch der vielseitige Nicolai Gerstner und der junge Vincent Wohlfarth sind Optionen.

Beim Ersatz für Rechtsaußen Seganfreddo, über Jahre einer der besten SG-Torschützen, planen die Pforzheimer ebenfalls mehrgleisig. Neuzugang Sören Schmid und Eigengewächs Tim Kusch sollen sich auf dieser Position puschen. Alexander Lipps ist froh, dass er Alternativen hat: „Linkshänder wachsen ja nicht gerade auf Bäumen“, sagt der Trainer.

Saisonziel: Oben mitspielen

Gespannt sein darf man auch, wer sich die Position als Nummer zwei im Tor erkämpft. Mile Matijevic gilt als gesetzt. Zweiter Neuzugang auf dieser Position neben Adam Studentkowski ist Florian Eitel vom Badenligisten HC Neuenbürg. Mit Rico Petruzzi und Andreas Wark hat die SG auch zwei Keeper verloren.

Das Saisonziel der Pforzheimer ist klar: Wieder oben mitspielen. Vergangene Saison haben die Pforzheimer als Tabellendritter den Aufstieg nur hauchdünn verpasst. „Da können wir uns nicht hinstellen und sagen, dass wir nur Sechster werden wollen“, stellt Alexander Lipps klar. Allerdings gibt es kommende Saison aus den Oberligen keine direkten Aufsteiger. Wer aufsteigen will, muss sich auf eine lange Saison einstellen.