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Das VfB-Spiel kann kommen: Konstantinos Stafylidis (links) und Ja-Cheol Koo freuen sich über den gelungen Einstand von Martin Schmidt als Augsburg-Trainer. Fotos: dpa/Dedert, Puchner
Das VfB-Spiel kann kommen: Konstantinos Stafylidis (links) und Ja-Cheol Koo freuen sich über den gelungen Einstand von Martin Schmidt als Augsburg-Trainer. Fotos: dpa/Dedert, Puchner
Als Assistent von Trainer Martin Schmidt ist der Ex-Pforzheimer Stefan Sartori (rechts) zum FC Augsburg gekommen. FOto: dpa
Als Assistent von Trainer Martin Schmidt ist der Ex-Pforzheimer Stefan Sartori (rechts) zum FC Augsburg gekommen. FOto: dpa
15.04.2019

Neuer Trainer stärkt den FC Augsburg ausgerechnet vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart

Frankfurt/Augsburg. Ein paar aufmunternde Worte an die Spieler, ein bisschen Spaß im Training und zum Schluss ein kräftiger Tritt gegen eine Klamottenkiste: Mit Psychotricks hat Martin Schmidt den FC Augsburg für die entscheidende Phase im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga flott gemacht.

„Ich musste nur die Köpfe ein wenig lüften“, verriet der Schweizer nach seinem gelungenen Bundesliga-Comeback. Mit 3:1 hatte der FCA am Sonntag bei Eintracht Frankfurt gewonnen.

Die Augsburger fühlen sich nun gut gerüstet für das wohl entscheidende Duell, zu dem sie den VfB Stuttgart am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) erwarten. „Das ist ein Endspiel. Da müssen wir die Bonuspunkte von Frankfurt vergolden, sonst sind sie weniger wert“, sagte Schmidt. Ein Sieg würde den Vorsprung auf den VfB auf Relegationsplatz 16 auf zehn Zähler anwachsen lassen. Vier Tage vor Schluss wäre das praktisch schon gleichbedeutend mit dem erneuten Bundesliga-Verbleib.

Der Start in die Rettungsmission beim FCA hätte für Schmidt, zu dessen Trainerstab Stefan Sartori, früherer Trainer des 1. FC Pforzheim, gehört, kaum besser verlaufen können. Erst am vergangenen Dienstag hatte der 52-Jährige, der von 2015 bis 2018 schon die Bundesligarivalen FSV Mainz 05 und VfL Wolfsburg trainierte, Augsburg übernommen. Wie Schmidt sagte, hatte sein geschasster Vorgänger Manuel Baum eine „funktionierende, fitte und mentalitätsstarke Mannschaft“ hinterlassen. „Vor einer Woche war ich noch in den Bergen. Da hätte ich nicht gedacht, hier mit diesem Team antreten zu können“, staunte Schmidt.

Seine Rückkehr meisterte Schmidt mit Bravour, weil er an den richtigen Stellschrauben drehte. „Er hat in die psychologische Trickkiste gegriffen und das, was da war, wieder zum Leben erweckt“, lobte Sportdirektor Stefan Reuter. „Er hat den Spielern gleich gesagt, dass er sehr viel von ihnen hält und was sie alles können. Und eben nicht, was falsch und schlecht war.“

Die zuletzt stark verunsicherten Augsburger traten dann in Frankfurt sehr selbstbewusst auf. „Er hat uns mitgegeben, dass wir Emotionen im Spiel zeigen sollen, und uns etwas offensiver ausgerichtet“, berichtete Marco Richter, der zweimal traf (31. Minute/45.+4). Michael Gregoritsch (84.) machte den Deckel drauf. Die Eintracht hatte Goncalo Paciencia (14.) in Führung gebracht. „Der Trainer ist locker drauf und geht offen mit uns um“, sagte Mittelfeldspieler André Hahn. Den letzten Kick hatte Schmidt seinen Schützlingen in der Kabine gegeben. „Wir haben einen Kreis gemacht, und ich habe mich für die geile Woche bedankt, wie die Mannschaft mich aufgenommen hat. Und dann gab es halt einen Tritt gegen die Kiste für die schmutzigen Trikots, die dann geflogen ist“, erzählte Schmidt. „Solche kleinen Dinge können manchmal etwas verändern. Plötzlich denken die Spieler nicht mehr an den Abstiegskampf.“ Die Rechnung ging in dem Fall voll auf.