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Trainer-Trio mit Neuzugang-Quintett: Hinten von links Co-Trainer Taylan Göktürk, Trainer Bruno Martins und Co-Trainer Mirnes Tubic; vorne von links Alex Jawo, Tim Reule, Samet Uzun, Felix Enke und Robin Mesaros.  Foto: Ripberger 

Neues Trio soll 34-Tore-Sturmduo des FC Birkenfeld in Vergessenheit geraten lassen

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die der FC Birkenfeld im Pforzheimer Fußball schreibt. Ganz unaufgeregt bewegt sich der Verein aus der Enzkreisgemeinde seit Jahren in der Landes- und Verbandsliga. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Verein sich um personelle Kontinuität bemüht. So ist Bruno Martins nun schon im neunten Jahr im Verein. 2011 kam der portugiesische Edeltechniker zunächst als Spieler, seit 2017 hat er als Trainer auf der Bank das Sagen.

In der Landesliga zählen die Birkenfelder meistens zu den Spitzenteams. Auch in der bald beginnenden neuen Spielzeit hat man sich einiges vorgenommen. Platz eins bis fünf lautet die Vorgabe. „Wir waren vergangene Saison Zweiter. Da kann ich jetzt schlecht von Tabellenplatz zehn reden“, sagt Bruno Martins.

Drei neue Stürmer sollen Torjäger-Duo ersetzen

Dabei hätte der Trainer auch Grund für Pessimismus. Mit Roman Hajeck und Orhan Tekin hat er seine beiden Topstürmer verloren. Jeweils 17 Treffer erzielten die beiden Angreifer, mehr als jedes andere Offensivduo der Liga. Doch statt zu jammern, richtet Bruno Martins den Blick lieber nach vorne. Mit Alex Jawo (FC Alemannia Hamberg), Tim Reule (FV Wildbad) und Samet Uzun (GU-Türk. SV Pforzheim) hat sich der Club drei frische Angreifer von Kreisliga-Clubs ins Team geholt, mit Franjo Varga und Roberto Stoffel hat der FCB auch noch weitere Offensivspieler, die die Lücke füllen können. Keiner kann garantieren, dass die Neuen wie gewünscht einschlagen. Aber Martins ist optimistisch.

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Die drei Neuen bringen unterschiedliche Qualitäten mit. Jawo galt in der Kreisliga als ausgesprochen talentiert, sein neuer Trainer schätzt vor allem seine Vielseitigkeit. Tim Reule ist der Typ klassischer Strafraumspieler, Samet Uzun eher der spielstarke Angreifer, der sich gerne ins Mittelfeld fallen lässt, um dann mit dem Ball am Fuß Richtung Tor zu ziehen.

Weil das Geld meist nicht für fertige Landesliga-Spieler reicht, schaut sich Birkenfeld bevorzugt in unteren Klassen um, in der Kreisliga zum Beispiel. Damit ist der FCB oft gut gefahren, wie Spielleiter Reiner Steudle bestätigt: „Die Neuen müssen vor allem menschlich und charakterlich zu uns passen.“

Alex Hoffmann wechselt nach Nöttingen

Wenn das Menschliche passt, ist meist die Kontinuität nicht weit. Die ist auch ein Thema, wenn Bruno Martins auf den dritten Abgang zu sprechen kommt, der das Team schmerzt. Alex Hoffmann spielte seit 2011 für den Erlach-Verein, unterbrochen nur von einem zweijährigen Gastspiel in Grunbach. Jetzt hat er sich als spielender Co-Trainer dem Ligarivalen FC Nöttingen II angeschlossen. „Er ist auch als Typ ein Verlust. Im Team war er unangefochten. Und er hatte viel Erfahrung“, sagt der FCB-Trainer über den Abwehrspieler.

Aber in Birkenfeld haben sie es immer wieder geschafft, solche Verluste auszugleichen. Vergangene Saison brachte man dem späteren Abbruch-Meister und Aufsteiger SV Langensteinbach die einzige Saisonniederlage bei. „Wir hatten einen guten Start, dann hatten wir einen Hänger“, blickt Bruno Martins zurück und sagt: „Die Saison war okay.“ Platz zwei wurde es am Ende.

FC Birkenfeld will auch in dieser Saison oben dran bleiben

Auch in dieser Saison will der FCB oben dran bleiben, „so lange wie möglich“, sagt Martins. Erreichen will das die Mannschaft auch mit spielerischen Mitteln. „Wir haben eine technisch gute Mannschaft, deshalb wollen wir nicht nur Bälle nach vorne klopfen“, gibt der Trainer vor. Er weiß aber auch: „Es hilft auf Dauer nichts, wenn man gut spielt und verliert.“ Co-Trainer Mirnes Tubic ist dafür zuständig, dass das Team fit ist. „Wir müssen läuferisch stark sein und Kraft für 90 Minuten haben“, fordert Bruno Martins.

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Das Birkenfelder Startprogramm ist stark lokal geprägt. Dem Auftakt gegen Aufsteiger Huchenfeld folgt das Gastspiel bei Mutschelbach II, das Heimspiel gegen Büchenbronn und der Gang nach Ersingen. Mutschelbachs Reserve zählt Martins übrigens neben Bilfingen und Reichenbach zu den Teams, die es zu beachten gilt. Für eine Überraschung gut sein könnten Büchig, Ettlingenweier und Ispringen.