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Foto: PZ-Archiv

Nicht bissig genug: Karlsruher SC spielt 1:1 gegen VfL Sportfreunde Lotte

Lotte. Die Wildparkprofis hatten im Tecklenburger Land mehr Kritik zusammengespielt, als Lob verdient: Auch wenn das Tor zum 1:1-Ausgleich und Endstand durch Fabian Schleusener in der 80. Minute „gut herausgespielt“ war, wie KSC-Torhüter Benjamin Uphoff nach dem Unentschieden am Freitagabend beim VfL Sportfreunde Lotte sagte.

„Wir waren zu passiv“, analysierte Cheftrainer Alois Schwartz die ersten etwa 60 Minuten seiner Schützlinge, „haben die Zweikämpfe nicht gesucht und deshalb auch nicht gewinnen können.“ Folglich gingen die Gastgeber in der 51. Minute durch Jaroslaw Lindner verdientermaßen in Führung. „Gut war“, so der KSC-Coach weiter, „dass die Einwechslungen gefruchtet haben.“

Denn nach dem Doppelwechsel Marco Thiede für Marc Lorenz und Dominik Stroh-Engel anstelle von Florent Muslija (63.) traten die Gäste endlich so auf, wie sich die etwa 500 mitgereisten Fans das von Beginn an, zumindest aber über einen längeren Zeitraum, erhofft hatten. Der KSC erspielte sich in der letzten halben Stunde ein Übergewicht und Chancenplus.

Und „in der Schlussphase des Spiels waren wir dem 2:1 sogar näher als die Sportfreunde“, meinte Schwartz in seiner Zusammenfassung, räumte jedoch auch ehrlich ein: „Drei Punkte hätten wir nicht verdient gehabt.“ Warum, erklärte sein Schlussmann Uphoff folgendermaßen: „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen – zu lässig verteidigt und zu wenig Druck nach vorne gemacht. Wir sind auch schlecht aus der Pause gekommen. Lotte hatte direkt nach dem Seitenwechsel drei Abschlüsse – einer war dann drin.“

Dabei mussten die Hausherren wegen vier Sperren, beziehungsweise verletzungs- und krankheitsbedingt auf ein halbes Dutzend Spieler verzichten. Und wahrscheinlich auch deshalb „sind bei uns die Kräfte gegen Spielende etwas geschwunden“, sagte Andreas Golombek. Der SFL-Trainer zeigte sich letztendlich mit dem Teilerfolg „gegen eine Spitzenmannschaft“ zufrieden, gab aber zu bedenken: „Wir hatten zwei, drei gute Möglichkeiten, das 2:0 zu machen. Dann wäre es sicher sehr schwer für den KSC geworden.“

Denn der wurde in der ersten Stunde nicht nur aus dem Spiel heraus kaum gefährlich, sondern blieb auch mit seinen Freistößen und Eckbällen meist schon am ersten Gegenspieler oder in der SFL-Mauer hängen. Außerdem ließen die Gäste über weite Strecken der Partie die gerade in der Dritten Liga nötige Einsatz- und Kampfbereitschaft vermissen.

„In Lotte war zu sehen“, wiederholte Alois Schwartz: „Man muss immer alles abrufen.“ Am Mittwoch ist die SG Sonnenhof Großaspach zu Gast.