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Marvin Pourié erzielte beide Tore für den KSC gegen Cottbus. Foto: dpa

Nicht schön, aber effizient: Beim 2:0 in Cottbus ging die Taktik des KSC voll auf

Cottbus. Claus-Dieter Wollitz hatte nach der 0:2-Niederlage seiner Cottbusser viel Lob für den KSC parat. Dabei hatte der Trainer des FC Energie, wie letztlich alle Augenzeugen, festgestellt, dass sein Team den schöneren Fußball spielte.

„Aber bevor man da von Pech spricht, muss man erst mal die Qualität loben“, fand der unter dem Künstlernamen „Pelé“ bekannte Coach, der dafür den ersten der beiden von Marvin Pourié (5./76.) erzielten Treffer heranzog. Bei dem hatte Anton Fink einen langen Ball artistisch in den Laufweg des Mannes weitergeleitet, der die Torschützenliste mit 15 Treffern anführt: „Wie Fink den Ball runternimmt und gleich weiterspielt, das ist schon klasse.“ Überhaupt sei die Bilanz des KSC beachtlich. „Sie mussten im Sommer gute Spieler abgeben. Dann nach 29 Spielen da oben zu stehen, ist schon à la bonne heure.“

Seinem Kollegen Alois Schwartz ging das runter wie Öl, denn was Wollitz sagte, entspricht genau der Sichtweise, für die der KSC-Trainer wirbt. Schwartz bekommt ja mit, dass nicht jeder im Umfeld des Karlsruher Fußball-Drittligisten begeistert ist von der Spielweise, die er für die einzig erfolgsversprechende hält: Hinten sicher stehen und vorne auf „Nadelstiche“ von Fink und Pourié zu vertrauen.

Am Sonntag war dem KSC zum wiederholten Mal ein Team aus dem hinteren Drittel spielerisch überlegen. Dennoch reichte es zu drei Punkten, so dass Karlsruhe als beste Auswärtsmannschaft nach 15 Partien in der Fremde 30 Zähler hat. „Energie hat es spielerisch gut gemacht. Aber wir haben die Tore geschossen“, bilanzierte Pourié. „Das ist das, was zählt.“ Als Cottbus nach dem 0:2 noch mehr riskierte, hatten Marvin Wanitzek und Manuel Stiefler Chancen für weitere KSC-Tore. In dieser Phase klappte das Spiel über die Flügel besser, wo der eingewechselte Burak Camoglu der Partie guttat. Dass Gegenspieler José Matuwila nach einem brutalen Foul am Deutsch-Türken nur gelb sah, wunderte beim KSC alle. Doch sowohl Camoglu als auch Fink, der humpelnd raus musste, stehen am Samstag gegen Hansa Rostock zur Verfügung.