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Mit großem Einsatz versuchte Nieferns Dieter Hölle den Gladbacher Dietmar Danner vom Ball zu trennen. Rechts staunt Reinhold Bauer über die Aktion, ebenso wie die meisten der 6000 Zuschauer im Enztalstadion am 11. Juli 1975. Fotos: FV Niefern
Mit großem Einsatz versuchte Nieferns Dieter Hölle den Gladbacher Dietmar Danner vom Ball zu trennen. Rechts staunt Reinhold Bauer über die Aktion, ebenso wie die meisten der 6000 Zuschauer im Enztalstadion am 11. Juli 1975. Fotos: FV Niefern
Mehrfach konnte sich Torhüter Gerhard Rudy vom FV Niefern mit guten Paraden gegen die Borussen auszeichnen. Bei dieser Faustabwehr bleibt er Sieger gegen Nationalspieler Rainer Bonhof. Links dahinter beobachtet Jupp Heynckes die Szene.
Mehrfach konnte sich Torhüter Gerhard Rudy vom FV Niefern mit guten Paraden gegen die Borussen auszeichnen. Bei dieser Faustabwehr bleibt er Sieger gegen Nationalspieler Rainer Bonhof. Links dahinter beobachtet Jupp Heynckes die Szene.
10.07.2015

Niefern bereit für Revanche gegen „Fohlen“

Wir gegen Borussia Mönchengladbach“, erinnert sich der Nieferner Fußballer Reinhold Bauer auch nach vierzig Jahren gerne noch an das Duell zwischen dem damaligen Bezirksligisten FV 09 Niefern und dem amtierenden deutschen Fußballmeister.

Sage und schreibe 6000 zahlende Zuschauer – der Eintritt kostet damals 5 D-Mark – fanden am 11. Juli 1975 den Weg in das alte Enztalstadion. Der Ehrenrat der Nullneuner ist immer noch im Besitz eines unversehrt gebliebenen Ankündigungsplakats.

Als Jungspund zwischen reifen Vorstandsherren hatte Bauers Nachbar und sportlicher Wasserträger Mike Heel am Stammtisch im Clubhaus die Schnapsidee, ein Freundschaftsspiel zwischen den ungleichen Partnern zu organisieren. „Im Gremium unter dem 1. Vorsitzenden Adolf Bräuner machten wir Nägel mit Köpfen und schnell waren die beiden Clubs handelseinig. Gladbach kassierte schließlich 18 000 D-Mark und für die 09er blieben satte 12 000 übrig“, erinnert sich der langjährige Pressemann des Vereins und gibt Zahlen preis.

Unwetter zum Anpfiff

Die Gage für die „Fohlen“ war deshalb so günstig, weil sich das Team zu dieser Zeit in der Sportschule Schöneck in Karlsruhe-Durlach auf die neue Bundesligasaison vorbereitete. Alle warteten gespannt. Auch Hagel, Blitz und Donner, die pünktlich zum Anpfiff um 18 Uhr einsetzten, konnten den Fans die herrliche Fußballfeststimmung nicht verdrießen.

Das Stadionoval war zum Bersten voll. Viele Besucher verschafften sich auf Getränkekisten stehend einen besseren Überblick. Trainer Hennes Weisweiler hatte zusammen mit Mittelfeldstar Günther Netzer trotz des erneuten Titelgewinns die „Fohlen“ gen Real Madrid verlassen und so war es die erste Partie unter Trainer Udo Lattek. Und der anfangs dieses Jahres im Alter von 80 Jahren verstorbene Erfolgscoach ließ sein Team auf der Bischwiese in Bestbesetzung auflaufen. Große Namen und alles Nationalspieler: Wolfgang Kleff, Berti Vogts, Rainer Bonhof, Hans-Jürgen Wittkamp, Herbert Wimmer, Uli Stielike, Jupp Heynckes, die Dänen Allan Simonsen und Henning Jensen und natürlich Sturm-Ass Horst Köppel aus dem nahen Aurich, welcher sich vor und nach dem Spiel mit seinem Nieferner Verwandten und dem bewährten Defensivkünstler Karlheinz Boch verbrüderte.

Beim 1:10 fielen die Tore wie reife Früchte: FVN-Keeper Gerhard Rudy vereitelte als Teufelskerl im Kasten viele Chancen und Nachwuchsangreifer Hape Krause zeigte seine Torjägerqualitäten mit einem gelungenen Abschluss ins Kreuzeck.

Spieler aus dem Meisterteam

Jetzt nach vierzig Jahren ist es höchste Zeit, zum Jubiläum an den großen Fußballtag zu erinnern. Deshalb trommelt Reinhold „Sperber“ Bauer mit Cousin Reinhard und Namensvetter Manfred Bauer seine Sportkameraden aus der Mannschaft von damals zusammen, um eine Begegnung mit den Mönchengladbacher Fußballgrößen von einst im Herbst durchzuführen. Es ist auch daran gedacht, Spieler aus der Meistermannschaft (Trainer war Heini Schwab) wie die Hölle-Brüder aus Eutingen, Klaus Rau und Bernd Schestag zu gewinnen. „Wir sind alle in die Jahre gekommen und lange können wir nun nicht mehr warten“, sagt der 69-jährige Fassermeister.

Nicht alle, doch einige Borussen-Stars aus alten Tagen, wie Dietmar Danner, Karl Del’Haye, Wilfried Hannes, Hans Klinkhammer, Christian Kulik, Frank Schäffer, Ulrich Surau, Norbert Ringels und Horst Wohlers, hätten ihm für eine Revanche nach vier Jahrzehnten im neuen Enztalstadion inzwischen zugesagt.

Kontakte wurden bereits mit Charly Stock und Elmar Kreuels, die bei Borussia Mönchengladbach für die Traditionspflege verantwortlich sind, aufgenommen. Viele ehemalige Fußballgrößen, welche mit Herzblut Höhen und Tiefen der Grünweißen durchlebt haben, freuen sich auf ein Wiedersehen mit den alten Kämpen vom Bökelberg. kmh, rb