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Stimmlich gefordert:  Michael Wittwer in Freiberg.
Stimmlich gefordert: Michael Wittwer in Freiberg. © Gössele
01.05.2011

Nöttingen im Aufstiegsrennen wieder mit Vorsprung

FREIBERG/NÖTTINGEN. Nein, Medizin gegen die heisere Stimme brauche er nicht, sagte Nöttingens Cheftrainer Michael Wittwer einen Tag nach dem glücklich errungenen Auswärtssieg beim SGV Freiberg. „An das verstärkte Rufen und Schreien in Richtung meiner Spieler habe ich mich in den letzten Wochen schon gewöhnt“, erklärte der Coach.

Das war auch am vergangenen Freitagabend beim Auftritt seiner Akteure in Freiberg notwendig. Denn nach gutem Beginn „haben wir plötzlich aufgehört, Fußball zu spielen“, analysierte Nöttingens Übungsleiter. Der Gegner wurde damit zum Ausgleich eingeladen, ehe Nöttingen mit zwei späten Toren doch noch der Sieg gelang. Als Erklärung dafür sieht Wittwer unter anderem die fehlende Leichtigkeit der Vorrunde. „Die Angst, Fehler zu machen, hat sich eingeschlichen.“

Doch keine Bange, die Nöttinger sind nicht reif für den Psychologen. Ganz im Gegenteil, denn Michael Wittwer sieht – insbesondere nach den Ergebnissen dieses Spieltages – den psychologischen Vorteil wieder bei seinem Team. „Wir haben unser Auswärtsspiel umgebogen und siegreich gestaltet, wo hingegen Waldhof Mannheim zu Hause nur Unentschieden gespielt hat.“ Der Meisterschaftskonkurrent kam nicht über ein 0:0 gegen Villingen hinaus. Damit wich bei Wittwer und den Nöttinger Verantwortlichen die Heiserkeit einer gewissen Heiterkeit. „Wir sind doch in einer tollen Position“, findet der Coach, „denn wir haben alles in der eigenen Hand“. Selbst bei einem Sieg der Mannheimer in deren Nachholspiel würde Nöttingen weiterhin zwei Punkte in der Tabelle vor dem Waldhof rangieren.

Ebenfalls selbst in der Hand haben die Lila-Weißen auch den Einzug ins Pokalfinale des Badischen Fußballverbands mit einem Sieg beim Landesligisten Spvgg Durlach-Aue (3. Mai, 18.15 Uhr). Die damit verbundene Möglichkeit auf ein eventuelles Erreichen des DFB-Pokals mit einem Sieg im Endspiel (Gegner ist der SV Sandhausen) müsste laut Wittwer ausreichend Motivation für die Partie in Durlach sein.

Wichtig dafür, ebenso wie für die restlichen Ligaspiele, ist die Konzentration und das Ausspielen der eigenen Stärken. Mit dem Aufsteiger Hollenbach steht für Nöttingen im Ligabetrieb am Freitag (19 Uhr) die nächste Aufgabe an. Vielleicht gelingt es den Nöttinger Spielern ja in dieser Partie, die Stimme ihres Trainer nicht allzu sehr zu strapazieren.