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Sind sie zu stoppen? Klaas-Jan Huntelaar (links) und Jermaine Jones wollen auch gegen Nöttingen jubeln.
Sind sie zu stoppen? Klaas-Jan Huntelaar (links) und Jermaine Jones wollen auch gegen Nöttingen jubeln.
02.08.2013

Nöttingen im DFB-Pokal: Alle wollen Schalke schocken

Nöttingens Spieler kämpfen noch um die Plätze in der Startelf. Die Knappen scheinen übermächtig, doch der FCN träumt von der Sensation.

Mit Winnie Schäfer im Kopf träumt der FCNöttingen von der Sensation: „Licht an, raus ins Stadion und weg mit denen“, habe sein einstiger KSC-Trainer zu sagen gepflegt, erinnert sich FCN-Coach Michael Wittwer vor dem Pokalkracher gegen den FC Schalke 04. Das sei es auch, was er seinen Spielern am Montag (18.30Uhr/Sky) mit auf den Weg geben werde, um gegen die vermeintlich übermächtigen Knappen im Wildparkstadion zu bestehen, verrät er schmunzelnd.

Doch just dieser Ansatz eines Grinsens ist es auch, mit dem der 46-Jährige offenbart, dass er es beim Spiel der Spiele doch nicht bei dieser einen, plumpen Ansage belässt. Schließlich kann er auch taktischer, ja analytischer über den Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals reden: „Wir haben natürlich Besonderheiten bei Standards und Spielzügen gesehen“, berichtet Wittwer über das Video-Studium der Schalker Testspiele. Beobachtungen der einzelnen Spieler vor Ort sei für seinen Oberligisten dagegen weder machbar noch notwendig: „Jeder weiß, was ein Draxler kann. Es bringt ja nichts, wenn ich den Jungs einrede, sie seien besser als er.“

Welche Nöttinger im lila-weißen Pokaltrikot die Aufgabe bekommen werden, Jungstar Julian Draxler, Knipser Klaas-Jan Huntelaar und Co. zu bewachen, will Wittwer trotzdem noch nicht verraten: Drei bis vier Positionen sind noch offen. Die Intention des Ex-Profis ist klar: In den letzten beiden Trainingseinheiten vor dem Pokalduell sollen seine Kicker sowohl um jeden Zentimeter als auch um jede Einsatzminute kämpfen. Ganz gleich, welche Startelf sich herauskristallisiert: Mit Jefferson Farfan wird sie wohl nicht zu kämpfen haben, da der Peruaner an einer schweren Grippe laboriert. Dagegen sind Huntelaar (Hüfte), Jermaine Jones (Rücken) und Christian Clemens (Sprunggelenk) wieder fit.

Alleine die Spielernamen im Kader des „Traumloses Schalke“ (FCN-Manager Dirk Steidl) reichen, um eine wahre Floskelflut auszulösen: „Wenn Schalke uns unterschätzt, ist eine Sensation möglich“, meint Nöttingen-Schlussmann Sascha Rausch. Indes: Bisher deutet darauf nur wenig hin. So hatten die Königsblauen zum Nöttinger 6:1-Testspielsieg beim Verbandsligisten FC Heidelsheim sogar einen Scout entsandt.

Zudem könnten die Voraussetzungen bei beiden Teams unterschiedlicher kaum sein: Fünfte gegen erste Liga, 802 Mitglieder gegen 119040, Weltstars gegen Studenten – es ist eine der Paarungen, die den ganz besonderen Reiz des DFB-Pokals spürbar werden lässt. Es ist das Duell des Davids gegen den Goliath – auch dies eine Floskel, doch so treffend, dass auch die Sportschau auf den Dorfverein aufmerksam wurde: Dort hat man bei Dirk Steidl ein Fan-Shirt geordert, das bei der Anmoderation getragen werden soll.

40000 Euro Siegprämie

Doch zunächst einmal muss die Schalker Mannschaft im Badischen ankommen: Um 16.50 Uhr landet ihre Maschine morgen am Baden Airpark in Söllingen bei Baden-Baden, ehe die Knappen die Nacht vor dem Spiel im Erbprinzen in Ettlingen nächtigen. Die Nöttinger schlafen da noch in heimischen Gefilden. Doch mit einem Sensationssieg gegen Schalke könnten auch sie sich einige Nächte im edlen Ettlinger Hotel gönnen: „Es gibt 40000 Euro Siegprämie“, verrät FCN-Boss Steidl. Dafür müssen seine Spieler aber zunächst einmal das Unmögliche möglich machen – wie die Fußballer von Rot-Weiß Essen, die 1992 als Drittligist die Schalker mit 2:0 nach Hause schickten.