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Einen Schritt schneller: Reinhard Schenker (rechts) hat sich in die Nöttinger Stammelf gespielt, hier gewinnt er das Duell gegen Spielbergs Rouven Gondorf. Foto: Gössele
01.04.2012

Nöttingen schießt sich in die Favoritenrolle

Ein Appetithappen für das bevorstehende Pokal-Halbfinale der beiden Mannschaften war das Oberligaspiel am Freitagabend nicht. Zu deutlich dominierte der FC Nöttingen beim verdienten 3:0 (1:0)-Sieg die Partie gegen den SV Spielberg.

Bildergalerie: FC Nöttingen schlägt Spielberg im Derby

Nach den Toren von Reinhard Schenker (25. Minute), Leutrim Neziraj (48.) und Mario Bilger (88.) trat FCN-Coach Michael Wittwer aber sogleich auf die Euphoriebremse. „Wer jetzt denkt, das Pokalspiel wäre schon gegessen, der bekommt ein Problem mit mir.“ Auch Torschütze Schenker sieht das so: „Das wird ein ganz anderes Spiel. Spielberg kann sich 90 Minuten hinten reinstellen und auf ein 0:0 hoffen.“ Trotzdem fahren die Remchinger jetzt natürlich sehr zuversichtlich nach Spielberg, wenn am Mittwoch, 25. April (17.45 Uhr), der BFV-Pokalfinalist gesucht wird. FCN-Torhüter Sascha Rausch bringt es auf den Punkt: „Wir haben Spielberg in der Oberliga jetzt zweimal 3:0 geschlagen. Logischerweise sind wir der Favorit.“

Im Team des FC Nöttingen spielte auch am Freitag Reinhard Schenker wieder eine wichtige Rolle. Der Rechtsfuß, der von Sascha Rausch wegen seiner gefährlichen Standards „Kunstschütze“ genannt wird, erzielte per Freistoß das wichtige 1:0 (sein erstes Saisontor) und lieferte auch sonst eine starke Partie ab. „Das war okay. Er hat auch heute gezeigt, dass er zu Recht im Team steht“, sagte Michael Wittwer über den 24-Jährigen. Hat der jetzt einen Stammplatz? „Das muss der Trainer entscheiden. Ich gebe jedenfalls weiter Gas“, so Schenker.

Hat auch der SV Spielberg in dem mit Spannung erwarteten Derby genügend Gas gegeben? Die Meinungen gingen auseinander. Ob eine Mannschaft im Spiel letztlich alles gegeben hat, kann wohl am besten der Trainer erklären. Spielbergs Coach Peter Kobel jedenfalls war zufrieden mit dem Auftritt des Teams. „Ich will das hier nicht schöner reden, als es war. Aber meine Mannschaft hat alles gegeben, hat gekämpft. Es war eine erhebliche Steigerung gegenüber den letzten zwei Spielen“, meinte der Coach. Der 42-jährige Pfälzer trainiert die Spielberger seit dem Jahrswechsel, nachdem man sich dort im November von Martin Fleck getrennt hatte. Nöttingens Coach Wittwer zeigte sich kollegial: „Spielberg hat sich gewehrt und gut dagegengehalten“, meinte er diplomatisch.

Viele Beobachter der Partie, vor allem aus dem Nöttinger Lager, vermissten bei den Gästen aus Karlsbad doch ein wenig den Biss, den ein Team, das gegen den Abstieg kämpft, zeigen sollte.