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Überglücklich: Metin Telle erzielte gestern Abend die ersten beiden Tore für den FC Nöttingen.
Überglücklich: Metin Telle erzielte gestern Abend die ersten beiden Tore für den FC Nöttingen.
Überlegen: Nöttingens Thorben Schmidt (20) setzt sich gegen seinen Stuttgarter Gegenspieler durch.  becker
Überlegen: Nöttingens Thorben Schmidt (20) setzt sich gegen seinen Stuttgarter Gegenspieler durch. becker
04.11.2011

Nöttingen siegt mit Zauberfußball

Welch eine Reaktion – zumindest in Halbzeit eins! Nach der Pleite beim FV Illertissen und den deutlichen Worten von Coach Michael Wittwer, dominierte der FC Nöttingen die Stuttgarter Kickers II 30 Minuten lang nach Belieben. Im Panoramastadion wurden die Gäste gestern mit 4:1 abgefertigt.

Die Partie war früh entschieden: Nach zwölf Minuten hatten Metin Telle (8.,12.) und Leutrim Neziray (13.) die Remchinger uneinholbar in Führung geschossen. „Das Team hat von der ersten Minute an gezeigt, dass es will“, sagte ein zufriedener Dirk Steidl: „Die Körpersprache hat gestimmt, wir haben gespielt wie im letzten Jahr“, so der FCN-Chef. Nöttingens Trainer Michael Wittwer hatte seine Mannschaft im 4-2-3-1 agieren lassen: Für Mario Bilger stand Holger Fuchs in der Startelf, Leutrim Neziray kam über links. Der 20-jährige Fuchs agierte als zweiter Sechser neben Felix Zachmann – eine Maßnahme, die sich bezahlt machte.

Das druckvolle, variable Nöttinger Angriffsspiel ließ die Kickers kaum aus der eigenen Hälfte kommen. Als einzige echte Spitze eines phasenweise magischen Dreiecks stürmte Martin Telle. Neben ihm stießen immer wieder Leutrim Neziray und Riccardo Di Piazza in die Spitze. So hatte sich Di Piazza bereits nach acht Minuten auf der linken Seite durchgesetzt und mustergültig auf Telle gepasst. Fünf Meter vor dem Tor traf der Goalgetter den Ball nicht voll – und setzte ihn so gegen die Laufrichtung des Kickers-Torwarts Günay Güvenc ins rechte Eck. Vier Minuten später war es erneut Telle, der nach Di Piazzas Vorarbeit nachlegte: Aus 20 Metern setzte er den Ball volley in den rechten oberen Winkel. Beim direkt folgenden Angriff verwandelte Neziray eine Telle-Flanke direkt ins rechte Eck.

Mit der komfortablen Führung im Rücken schlichen sich Unkonzentriertheiten ins Nöttinger Spiel. Kurz vor der Halbzeit lenkte Torwart Sascha Rausch einen Schuss Kandazoglus an die Latte, kurz nach der Hälfte tauchte dieser erneut gefährlich vor ihm auf. Während Rausch so ein ums andere Mal seine Klasse bei Eins-gegen-Eins-Situationen beweisen konnte, ließ er sich von einer verunglückten Flanke Fabio Leuteneckers überwinden: Aus knapp 30 Metern verschätzte er die Flugbahn des Balles, der sich ins linke obere Eck senkte. Trotz hochkarätiger Torchancen auf beiden Seiten gelang es nur noch Dubravko Kolinger, das Torekonto nach oben zu schrauben: War er kurz zuvor noch mit einem Kopfball gescheitert, landete sein zweiter Versuch nach scharfem Di Piazza-Freistoß im rechten Toreck. Trotz der Nachlässigkeiten in Hälfte zwei war FCN-Trainer Wittwer mit seinem Team zufrieden: „Die Umstellungen haben sich ausgezahlt und die Mannschaft hat heute die richtige Reaktion gezeigt.“