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22.08.2013

Nöttingen trotzt den Hiobsbotschaften

Der FC Nöttingen will siegen. Natürlich. Schließlich will er das als etablierter Fußball-Oberligist immer. Doch so banal die Feststellung für Trainer Michael Wittwer auch ist: Im PZ-Gespräch wiederholt er sie dreimal – und wird dabei von Mal zu Mal deutlicher.

„Wir wollen jede Woche einen Dreier, daher auch gegen Freiberg“, meint er noch lapidar zur Frage nach dem Ziel für das Heimspiel (18 Uhr) gegen den letztjährigen Fünften. Kurz darauf ist die Frage zwar eine andere. Und doch sagt Wittwer am Ende: „Wir müssen gewinnen, schon alleine, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.“ Und zwei, drei Sätze später klingt der Satz sogar so: „Das wird gegen Freiberg keine einfache Geschichte. Aber einfach hatten wir es, als wir gegen Ravensburg 3:0 führten, das haben wir uns kaputtgemacht. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, ein Sieg ist Pflicht, egal wie stark der Gegner ist.“

Es sind klare, eindringliche Worte, in denen sowohl der Ärger über zwei Unentschieden zum Saisonstart (3:3 gegen Ravensburg, 1:1 in Reutlingen) als auch ein unbändiger Wille für den dritten Anlauf zu erkennen ist. Diesen wird auch seine Elf brauchen, um den gut gestarteten Freibergern (1:1 in Hollenbach, 1:0 gegen KSC II) drei Punkte abzuluchsen. Denn der SGV Freiberg hat zwar mit Michael Schürg (an Nöttingen) und Marko Kovac (Grunbach) zwei Leistungsträger verloren, „aber das gute Grundgerüst blieb bestehen“, weiß FCN-Coach Wittwer.

Auf einen seiner wichtigsten Spieler muss er derweil noch eine ganze Weile verzichten: Nach seinem Schubser gegen Reutlingen wurde Kapitän Timo Brenner für sechs Wochen gesperrt – eine Hiobsbotschaft für den FCN: „Das können wir nicht nachvollziehen, vier Spiele wären immer noch mehr als genug“, kritisiert Wittwer das Urteil nach Brenners erster roten Karte seiner FCN-Laufbahn. Doch immerhin: Ersatz-Kapitän Felix Zachmann, der den alleinigen Abräumer geben soll, ist nach seinen Rückenproblemen wieder fit.

Schlussmann Sascha Rausch hat sich von seiner gegen Reutlingen zugezogenen Knieprellung dagegen noch nicht erholt und wird gegen Freiberg wohl durch Robin Kraski ersetzt. Zudem fehlt der langfristig verletzte Mario Hohn (Faserriss), während Demis Jung (Magen-Darm-Infekt) am Montag ins Mannschafts- und Reinhard Schenker (Oberschenkelprellung) gestern wieder ins Lauftraining eingestiegen ist. „Und Michael Schürg musste gestern mit dem Training aussetzen“, ergänzt Wittwer, der ganz nüchtern zusammenfasst: „Das ist also die Ausgangsposition.“ Diese ist wahrlich nicht optimal, doch verbal trotzt der Trainer den schlechten Nachrichten. Eine Ausrede dürften die Ausfälle nicht sein, „schließlich haben wir fast jede Position doppelt besetzt“, so Wittwer.

Hecht-Zirpel und Hofmann

Deswegen werden im Mittelfeld morgen wohl Niklas Hecht-Zirpel und Sebastian Hofmann ihre Chance bekommen. Und noch ein Stückchen weiter vorne scheinen Yazin Ozan und Michael Schürg weiter gesetzt zu sein. „Er hat in den Tests immer getroffen, gegen Ravensburg ein Eigentor der Gegner provoziert und gegen Reutlingen Yasins Tor vorbereitet“, sagt Wittwer über Angreifer Schürg, der bis zum Sommer das Freiberger Trikot trug. „Ich bin zufrieden mit ihm, wenn er fit ist, spielt er – auch, wenn es nun nicht gegen seinen Ex-Verein gehen würde.“

Gibt aber nicht genau das noch eine Extra-Portion Motivation? „Das schon“, sagt Witter, „aber ich hoffe, dass alle Spieler diese Motivation haben.“ Es ist die Motivation, endlich den ersten Dreier einzufahren.