nach oben
Entscheidenden Anteil am Sieg seiner Mannschaft hatte FCN-Stürmer Michael Schürg (links), der an allen drei Treffern beteiligt war. Zwei erzielte er selbst, einen Weiteren bereitete er vor. Becker, PZ-Archiv
Entscheidenden Anteil am Sieg seiner Mannschaft hatte FCN-Stürmer Michael Schürg (links), der an allen drei Treffern beteiligt war. Zwei erzielte er selbst, einen Weiteren bereitete er vor. Becker, PZ-Archiv
26.08.2013

Nöttingens neuer Stürmer Michael Schürg trifft

Drei Tore in 14 Minuten, ein Hattrick gegen den alten Verein: Was für ein Tag für Michael Schürg! Und doch hielt sich der Angreifer nach dem Nöttinger 5:0-Erfolg am Samstag gegen den SGV Freiberg zunächst ans Floskel-Handbuch für erfolgreiche, aber bescheidene Stürmer:„Im Endeffekt ist es egal, wer getroffen hat“, sagte der 28-Jährige etwa, nachdem er unter dem Applaus der gut 400 Anhänger ausgewechselt kurz vor dem Schlusspfiff worden war.

Und in ganz ähnlicher Tonlage ergänzte der Torjäger, der in der Vorsaison elfmal für Freiberg getroffen hatte: „Die Hauptsache ist, dass wir den ersten Sieg haben.“

Unterstützung vom Trainer

Zwei Fragen und zwei Antworten dauerte es, bis Schürg dann doch noch durchblicken ließ, dass es einem Stürmer in der Fußball-Oberliga nie ganz egal sein darf, ob er oder ein anderer trifft: „Für mich ist gut, dass der Knoten geplatzt ist und ich jetzt weiß, dass ich es nicht verlernt habe.“ Nachdem der ehemalige Drittliga-Angreifer (26 Spiele, vier Tore für die Stuttgarter Kickers) in der Vorbereitung zwar reihenweise, in den ersten beiden Saisonspielen aber noch nicht getroffen hatte, hatte ihm Trainer Michael Wittwer noch unter der Woche den Rücken gestärkt: „Absolut zufrieden“ sei er mit seinem Neuzugang, so der FCN-Coach zwei Tage vor der Partie.

Trotzdem schien diesem gegen den württembergischen Sport- und Gesangsverein anfangs noch das Pech an den Stiefeln zu kleben: „In Reutlingen vergebe ich eine gute Chance und heute wird ein Abseits-Tor nicht anerkannt“, erinnerte sich Schürg. „Da kommt dann alles zusammen.“ Genau genommen waren es gleich zwei Treffer in Hälfte eins, die der Assistent auf der rechten Seite durch das Heben der Fahne annullierte. Besonders die zweite vermeintliche Abseitsstellung, nach einem als Flachpass ausgeführten Schenker-Freistoß, war äußerst knapp: „Beim Freistoß sehe ich ja ganz gut, wo meine Gegenspieler stehen. Daher war es für mich kein Abseits“, berichtete Schürg. So deutlich, wie es der Kommentar des Linienrichters in Richtung des protestierenden Angreifers vermuten ließe („Hör auf, das waren drei Meter“), war die Szene in der elften Minute auf jeden Fall nicht.

Dafür, dass sich darüber am Ende kein Nöttinger mehr aufregte, sorgten erst Yasin Ozan und Niklas Hecht-Zirpel mit ihren Toren in Hälfte eins und der dreifache Schürg in Hälfte zwei – womit er sich selbst überraschte: „Ich bin eher so ein Doppelpack-Spezialist, Hattrick ist nicht so meins“, meinte der in Renningen (Landkreis Böblingen) geborene Schürg grinsend.

Da hätte es gepasst, wenn er aus dem ersten Hattrick seiner Karriere sogar noch einen doppelten Doppelpack gemacht hätte: Doch zehn Minuten vor Schluss wurde sein Drehschuss aus fünf Metern vom Außenpfosten gestoppt.