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Foto: Gössele
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29.11.2011

Nöttinger A-Junioren dominieren: Auf dem Sprung in die Oberliga

Herbert Stamminger ist ein vorsichtiger Mensch. Manchmal übertreibt er auch ein bisschen mit seiner Vorsicht. Dann etwa, wenn es darum geht, die Chancen seiner Mannschaft auf den Titel zu taxieren. Seine Mannschaft, das sind die A-Junioren des FC Nöttingen. Mit zwölf Siegen in zwölf Spielen führt das Team souverän die Tabelle der Verbandsliga Nordbaden an.

Mit zwölf Punkten Vorsprung werden die Talente aus Remchingen wahrscheinlich auch in die Winterpause gehen. Voraussetzung dafür ist ein Sieg am kommenden Samstag beim Tabellen-Drittletzten Spvgg Durlach-Aue. Wer möchte daran zweifeln? Herbert Stamminger wohl auch nicht. Dennoch sind ihm solche Rechenexempel suspekt. Er gibt zu bedenken: „Unsere Erste hatte auch zwölf Punkte Vorsprung.“ Der 58-Jährige meint die Oberliga-Mannschaft des FC Nöttingen, die in der vergangenen Saison in der Tat ein derart komfortables Punktepolster auf den SV Waldhof noch verspielte.

Einen Hauch verhaltenen Optimismus lässt sich Herbert Stamminger dann doch noch entlocken: „Im Fußball kann zwar viel passieren. Aber es besteht die Möglichkeit, dass wir aufsteigen. Die Zeichen stehen gut.“ Sehr gut sogar. Und das hat seinen Grund: „Die Mannschaft ist sehr talentiert, sehr willig und hat eine super Kameradschaft“, erklärt Stamminger. Herausragend im Kollektiv ist Niklas Hecht-Zirpel. Der Kapitän hat in der laufenden Saison bereits 19Tore erzielt und führt damit die Torjägerliste der Verbandsliga mit großem Abstand an. Dem Sohn des FCN-Vorstandsmitgliedes Jürgen Hecht wird allenthalben zugetraut, auch den Sprung in die erste Nöttinger Mannschaft zu schaffen. Zweiter Torjäger vom Dienst in der Mannschaft ist Nikolai Heck, der es auf bislang neun Treffer gebracht hat.

Stamminger mag es nicht, einzelne Spieler hervorzuheben, räumt aber ein, dass einige das Zeug für die Oberliga haben. Dazu zählen auch die beiden Innenverteidiger Sebastian Schönthaler und Max Helfrich.

Nach dem wahrscheinlichen Sprung in die Oberliga Baden-Württemberg haben die Nöttinger gute Chancen, sich dort zu halten. 70 Prozent des aktuellen Kaders zählen zum jüngeren Jahrgang. Das sind zehn, elf Spieler, die auch eine Etage höher dabei sind. „Wir brauchen dann vier, fünf Neue“, sagt Herbert Stamminger, der, auch wenn er so etwas niemals öffentlich äußern würde, in Gedanken schon ein wenig für die Oberliga plant. Oberligaspiele kann der FCN-Coach in Pforzheim sehen, wo der letztjährige Aufsteiger 1.CfR Pforzheim gegen den Abstieg kämpft. Wie viele Experten hat auch Stamminger den Eindruck, dass das Niveau in dieser Liga etwas nachgelassen hat. Eine Beobachtung, die übrigens auch für die Verbandsliga gilt.

Herbert Stamminger hat die A-Junioren des FC Nöttingen vor sechs Jahren übernommen. Damals lag noch einiges im Argen in der Jugendabteilung des Vereins. „Wir haben dann hart und akribisch gearbeitet“, sagt Stamminger stolz. Nach vier Jahren stieg man in die Verbandsliga auf und wurde auf Anhieb Dritter. Mittlerweile spielt man in Remchingen, wo der FC Nöttingen mit dem FCAlemannia Wilferdingen im Jugendbereich die SG Remchingen bildet, mit den A-, B- und C-Junioren in der Verbandsliga. Gesamtjugendleiter ist Jürgen Steimle. Herbert Stamminger, dessen Heimatverein der FC Germania Brötzingen ist, ist der Jugendleiter für den sportlichen Bereich. „Wir haben in den sechs Jahren viel aufgebaut“, sagt Stamminger. Mittlerweile kratzt man in Remchingen am Status des 1.CfRPforzheim, der im Juniorenbereich noch Branchenführer im Fußballkreis ist. Das zeigt sich auch daran, dass sich der FC Nöttingen und der 1. CfR Pforzheim um die Talente im Kreis streiten. So hat man in Pforzheim längst zu spüren bekommen, dass der hoffnungsvolle Nachwuchs aus der Region nicht mehr zwangsläufig beim CfR landet. Martin Mildenberger

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