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Hat sich diese Runde beim FCN anders vorgestellt: Metin Telle.  Gössele
Hat sich diese Runde beim FCN anders vorgestellt: Metin Telle. Gössele
03.12.2012

Nöttinger Coach hat Kampf um Tabellenspitze abgehakt

Nöttingen. Michael Wittwer hat keine Lust mehr auf Rechenspiele. Nach dem hart erkämpften 3:3 im Heimspiel gegen Schlusslicht Singen wollte der Trainer des Fußball-Oberligisten FC Nöttingen (30 Punkte) nichts davon hören, dass man doch wenigstens einen Punkt auf den Tabellenzweiten FC Walldorf (37) gut gemacht habe.

„Nach dem heutigen Spiel brauchen wir keine Punkte mehr vorrechnen und sagen, das reicht noch nach vorne. Ich kann es nicht mehr hören“, so Wittwer, der nach dem peinlichen Auftritt seiner Mannschaft ziemlich angefressen war. Den Kampf um die Tabellenspitze hat der Nöttinger Coach also erst einmal abgehakt, nachdem man zum wiederholten Male in dieser Saison wichtige Punkte liegenließ.

Die ganz große Blamage verhinderte Metin Telle, der mit seinem Linksschuss aus kurzer Distanz in der fünften Minute der Nachspielzeit noch ein Remis rettete. Jubelnd rutschte er auf den Knien den Nöttinger Fans entgegen. „Das Adrenalin musste raus, doch freuen durften wir uns eigentlich nicht – nach so einer Leistung“, meinte der türkische Stürmer, der seinen letzten Auftritt im Panoramastadion hatte. Nach dem Spiel gegen Walldorf am Wochenende wird der 32-Jährige den Verein verlassen. Wohin, weiß der Angreifer selbst noch nicht. „Das Telefon klingelt in letzter Zeit etwas öfter“, sagt Telle, der Angebote aus der Oberliga und Verbandsliga (als Spielertrainer), aber auch aus der Türkei (2. Liga) und „zwei anderen Ländern“ vorliegen hat. „Ich werde in Ruhe entscheiden, was das Beste für mich ist“, meint der Angreifer. Keinen Kontakt gibt es jedenfalls zum Ligarivalen Grunbach, der nach dem Abgang von Daniel Reule (siehe Bericht oben) einen Stürmer gut gebrauchen könnte. „Bei mir hat noch keiner angerufen“, versichert Telle.

Zwei Comebacks (2004 und 2010) feierte der Angreifer beim FC Nöttingen. Nun ist seine Zeit bei den Lila-Weißen wohl endgültig vorbei. Neben vielen schönen Erlebnissen („In jeder Saison gab es Highlights“), wird er sich an diese Hinrunde wohl weniger gern erinnern. Nach dem dritten Spieltag war er nicht mehr Stammspieler und erzielte in 17 Partien nur zwei Treffer. Offiziell verabschiedet wurde Telle am Samstag nicht, aber vielleicht holt der Verein das ja am Donnerstag beim geplanten Mannschaftsessen nach.