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Der bislang größte Moment in der Nöttinger Pokalgeschichte: Niklas Hecht-Zirpel (links) trifft im Jahr 2015 gegen Bayern Münchens Torhüter Sven Ulreich zum 1:1. Die Bayern siegten 3:1.  Foto: Deck 

Nöttinger Vorfreude liegt noch auf Eis: Gedankenspiel zeigt, warum der SC Freiburg ein gutes Los im DFB-Pokal wäre

Pforzheim/Remchingen-Nöttingen. Es sind Gedankenspiele mit viel Wenn und Aber. „Wenn wir es in den DFB-Pokal schaffen, dann ist Freiburg ein gutes Los“, sagt Dirk Steidl. Der Vorsitzende des FC Nöttingen hat natürlich am Sonntag die Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal aufmerksam verfolgt, aber im Vergleich zu den Auslosungen früherer Jahre – der Oberligist aus Remchingen hat schon viermal im DFB-Pokal gespielt – fehlte vieles. Keine Emotionen, kein Mitfiebern, kein Herzrasen. „Das war dieses Mal einfach steril“, sagt Steidl.

Ja, der FC Nöttingen kann noch in den DFB-Pokal einziehen. Das Team hat sich für das badische Finale qualifiziert. Das Problem: Durch die Corona-Pandemie steht dieses badische Pokalfinale noch aus. Und wenn es am 22. August gespielt wird, ist der FC Nöttingen vermutlich krasser Außenseiter. Denn im zweiten Halbfinale, das noch nicht ausgetragen ist, stehen der Drittligist SV Waldhof Mannheim und der Landesligist ASC Neuenheim. Sollte sich Waldhof durchsetzen, gehen die Mannheimer auch als großer Favorit ins Finale.

Kein Wunder, dass in diesem Jahr landauf, landab bei der Pokalauslosung keine rechte Stimmung aufkommen wollte. Wo sonst im Fernsehen live die Namen der Amateurvereine aus der Lostrommel gezogen werden, hieß es dieses Mal nur ganz neutral „Badischer Pokalsieger“. Dabei würde ein Gegner wie der SC Freiburg in Mittelbaden sonst als Traumlos betrachtet. Die Hammerlose sind natürlich Bayern München und Borussia Dortmund, dahinter kommen auf der Beliebtheitsskala aber dann andere Clubs mit großem Renommee (Schalke, Gladbach) oder lokale Größen wie der VfB Stuttgart, der Karlsruher SC – und eben Freiburg.

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Auch Marcus Wenninger blickte am Sonntag ganz nüchtern auf die Auslosung im DFB-Pokal.

„Wir müssen erst den ersten Schritt machen. Ein mögliches Spiel gegen Freiburg ist der zweite Schritt“, sagt der neue Nöttinger Trainer.

Schritt eins aber sei das badische Pokalfinale. „Und das wird schwer genug.“ So blickt er mit aller gebotenen Zurückhaltung auf das Los SC Freiburg: „Ich habe es wohlwollend zur Kenntnis genommen. Wenn wir es schaffen, können wir mit dem Gegner zufrieden sein.“

Planungen müssen laufen

Bei allem Konjunktiv, der noch die Reden der FCN-Verantwortlichen beherrscht, ist der Verein aber schon jetzt gefordert. „Bis zum 15. August müssen wir ein Stadion für die Austragung benennen und ein Hygienekonzept vorlegen“, sagt Dirk Steidl. Dass angesichts des möglichen Zuschauerausschlusses gar in der Nöttinger Kleiner-Arena gespielt werden könnte, schließt der FCN-Vorsitzende aus, ebenso einen Umzug ins neue Stadion des 1. CfR Pforzheim im Brötzinger Tal. Da bleibt also der naheliegende Umzug ins Karlsruher Wildparkstadion, wo die Nöttinger in den vergangenen acht Jahren schon gegen den FC Schalke 04 (0:2), Bayern München (1:3) und den VfL Bochum (2:5) gespielt haben. Der Karlsruher SC hat in Runde eins ebenfalls ein Heimspiel – gegen Union Berlin. „Da könnten wir uns an das KSC-Hygienekonzept anhängen“, hofft Steidl.

Aber auch die Möglichkeit, dass die Partie gedreht und in Freiburg ausgetragen wird, besteht wohl. „Das haben wir durch die Blume herausgehört“, sagt Steidl und rechnet damit, dass sich der DFB in den nächsten Tagen zu diesem Thema genauer äußert.

Der VfB Stuttgart muss zum Pokalsieger von Mecklenburg-Vorpommern. Dort steht bislang erst ein Halbfinalist fest: Der Drittligist FC Hansa Rostock.