Musste bis zur letzten Sekunde um die Punkte zittern. TVP-Trainer Alan Edmonds sah einen geglückten Versuch in letzter Minute zum 27:27-Endstand. Wäre die fällige Erhöhung zwischen die Stangen gegangen, hätten die Pforzheimer Rugbyspieler sogar als Sieger vom Platz gehen können.

Keller
Sport
Novum in der Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim verschenkt Last-Minute-Sieg
  • Thomas Kurtz

Heidelberg/Pforzheim. Überraschung am 10. Spieltag in der Rugby-Bundesliga: Zum ersten Mal haben die Pforzheimer Rugbyspieler nicht gewonnen. Kleiner Trost: Bei der RG Heidelberg gab es nach neun Siegen in Folge wenigstens und erstmals ein 27:27-Unentschieden. Daraus wäre fast ein Sieg geworden, denn quasi in letzter Minute hat der TV 1834 Pforzheim einen Versuch gelegt. Wäre die danach fällige Erhöhung – der Kick zwischen die Stangen – gelungen, hätte der TVP mit 29:27 gewonnen.

{element}Das heißt aber auch: Die Heidelberger lagen bis kurz vor Abpfiff des Spiels 27:22 vorne. Und sie hatten auch schon höher geführt. 10:5 hieß es für die RGH zur Halbzeit, 17:5 nur wenige Minuten danach und 27:19 zehn Minuten vor Spielende. Von der in fast allen Spielen zuvor demonstrierten Überlegenheit des TVP war nur phasenweise etwas zu sehen. Am Ende hielten sich Glück und Unglück die Waage. Bevor der Schiedsrichter das Spiel beendete, gelangen dem TVP noch einmal fünf Punkte durch einen Versuch, die zwei Punkte zählende Erhöhung aber misslang.

So spannend war bislang nur ein Spiel – ebenfalls gegen ein Team aus Heidelberg und ebenfalls mit einer Entscheidung in letzter Minute. In Runde 6 konnten die Pforzheimer Rugbyspieler daheim gegen den Heidelberger RK wenige Sekunden vor dem Abpfiff den 26:24-Sieg sichern.

{element}„Ein spannendes Spiel endet, bei dem die Gäste etwas cleverer waren und durch individuelle Klasse beinahe den Sieg in letzter Minute eingefahren hätten“, notiert der Heidelberger Betreuer des Livetickers der Onlineplattform Totalrugby.de. Dort hatte man in der Vorschau zum Spiel lesen können, dass „alles andere als ein klarer Sieg des Tabellenführers“ aus Pforzheim „schon ein kleines Rugbywunder“ wäre. Und: „Die Nordschwarzwälder“ würden „dieses Match mit 28 Punkten Vorsprung“ gewinnen“. Daraus wurde zur Trauer der mitgereisten Pforzheimer Rugbyfans dann doch nichts.

Mit 67:21 hatte der TVP in Runde 3 das Heimspiel gegen die RG Heidelberg gewinnen können. Damals stand aber auch ein anderes Team auf dem Platz. Die Pforzheimer mussten zahlreiche Ausfälle durch Verletzungen oder die Abgabe von Mustafa Güngor, vor der Saison noch der RGH-Kapitän, an ein internationales Siebener-Rugby-Turnier in Sri Lanka hinnehmen.

Mit großem Interesse wird man beim TVP am Dienstag den Ausgang des Bundesligaspiels SC Frankfurt 1880 gegen Heidelberger RK – Dritter gegen Zweiter – verfolgen. Gewinnt der Heidelberger RK (45 oder 46 Punkte sind möglich), ist der TVP (44 Punkte) nicht mehr Tabellenführer, sondern Zweiter der deutschen Rugby-Bundesliga. SCF und HRK spielten am Samstag international im North Sea Cup, und beide Teams haben ihre Spiele gewonnen. tok

10. Spieltag Rugby-Bundesliga

RG Heidelberg 27:27 TV 1834 Pforzheim

DSV Hannover 78 17:22 SC Neuenheim

RK 03 Berlin 28:21 Berliner Rugby Club

TSV Handschuhsheim 45:3 RK Heusenstamm

Dienstag, 1. November 2011

SC Frankfurt 1880 - Heidelberger RK

1TV 1834 Pforzheim1028344
2Heidelberger RK944341
3SC Frankfurt 1880921634
4SC Neuenheim107933
5TSV Handschuhsheim102826
6DSV Hannover 7810-16322
7RG Heidelberg10-11915
8RK Heusenstamm10-25112
9RK 03 Berlin10-35111
10Berliner Rugby Club10-16510