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Biathlon-Königin Magdalena Neuner ist schon zum zweiten Mal Sportlerin des Jahres geworden. In 2011 wurden ebenfalls gewählt: Basketballer Dirk Nowitzki und das Fußballteam Borussia Dortmund. © dpa
19.12.2011

Nowitzki, Neuner und BVB-Team «Sportler des Jahres»

Baden-Baden. Biathlon-Königin Magdalena Neuner, Basketball-Star Dirk Nowitzki und der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund sind die «Sportler des Jahres» 2011. Am Ende eines nicht-olympischen Jahres, das in Deutschland die Höhepunkte alpine Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen und Frauenfußball-WM bereit hielt, entschieden bei der 65. Wahl knapp 1500 Sportjournalisten. Vor 750 geladenen Gästen wurden die Sieger am Sonntag im Kurhaus von Baden-Baden geehrt.

Bildergalerie: Sportler-Wahl 2011 in Baden-Baden

«Das war nach so vielen Jahren das mit Abstand beste Jahr meiner Karriere», sagte Nowitzki und fügte scherzhaft hinzu: «Danke an die Sportjournalisten. Ihr habt zum ersten Mal bewiesen, dass ihr was von Basketball versteht.»

Auf ihrer Abschiedstour, die sie zurück in ein normales Leben abseits der Sportbühne führen soll, stand Neuner im festlichen Bénazet-Saal erst einmal wieder im Rampenlicht. Nach 2007 gewann die 24-jährige Wallgauerin, die im kommenden Frühjahr ihre große Karriere nach der Heim-WM in Ruhpolding beenden will, schon zum zweiten Mal.

Es ist der Lohn für eine weitere großartige Weltmeisterschaft, die ihr im vergangenen März im russischen Chanty-Mansijsk die WM-Siege acht bis zehn bescherte und sie zur Rekord-Titelträgerin machte. Mit 4260 Punkten lag die Doppel-Olympiasiegerin von 2010 deutlich vor dem neuen deutschen Tennis-Star Andrea Petkovic (2002) und Vorjahressiegerin Maria Höfl-Riesch (1849). Die alpine Frontfrau gewann den Gesamt-Weltcup und bei der Ski-WM zweimal Bronze.

Dass die eloquente Petkovic so weit vorne lag, zeigt, auf welche Qualitäten der Veranstalter Internationale Sport-Korrespondenz (ISK) neben Titeln Wert legt: Persönlichkeit und Auftreten. Denn der Darmstädterin fehlen trotz ihres Vormarschs in die Top-Ten der Welt noch die ganz großen Erfolge. So sagte sie im Vorfeld der Ehrung auf die Frage, ob sie eine Siegchance habe: «Ich hoffe nicht. Ich glaube, andere hätten die Wahl mehr verdient als ich.»

Ähnlich war es früher bei Nowitzki. Er wäre wohl schon längst einmal gewählt worden, hätte ihm nicht der sportliche Triumph gefehlt. Nun aber gewann der 33-jährige Würzburger mit den Dallas Mavericks den langersehnten Titel in der nordamerikanischen Liga NBA – dagegen kam selbst Sebastian Vettel als jüngster zweifacher Formel-1-Weltmeister, der 2010 ganz vorne gelegen hatte, nicht an. «Der Titel war das letzte, was mir in meiner Karriere noch gefehlt hat», sagte Nowitzki am Sonntagabend. «Jetzt freue ich mich auf die neue Saison und hoffe auf die Titelverteidigung.»

Mit 3868 Punkten setzte sich das «German Wunderkind» knapp vor dem Heppenheimer Vettel (3503) und deutlich vor Tischtennis-Star Timo Boll (1565) durch, der die EM-Titel 14 und 15 und WM-Bronze holte. In den vergangenen Jahren war Boll schon dreimal Zweiter und einmal Dritter gewesen. Nowitzki ist damit der erste Mannschaftssportler bei der seit 1947 durchgeführten Wahl, der die Einzelwertung für sich entschied. Mit dem Basketball-Nationalteam gewann er 2005 bereits in der Kategorie «Mannschaft des Jahres».

Doch dieses Mal hieß es dort wieder: Fußball schlägt den Rest. So stand Borussia Dortmund zum dritten Mal nach 1957 und 1995 ganz oben, als der BVB ebenfalls deutscher Meister war. Mit ihrem jugendlichen Elan spielte sich die Elf von Kulttrainer Jürgen Klopp trotz der unglücklichen Champions-League-Auftritte in die Herzen der Fans.

Mit 3409 Zählern lagen die BVB-Jungs um Superstar Mario Götze vor der Fußball-Nationalmannschaft (2684). Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw hatte im Vorjahr gewonnen und wurde nun für ihre grandiose EM-Qualifikation belohnt. Das Nachsehen blieb einmal mehr dem Deutschland-Achter der Ruderer (2406), der trotz des dritten WM-Titels in Serie «nur» Dritter wurde. Klappt es dann 2012, falls in London olympisches Gold dazukommen sollte?

Der «Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport» ging an die 12-fache Paralympics-Siegerin im Ski-Langlauf und Biathlon, Verena Bentele. dpa