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12.09.2016

Nullnummern für die drei höherklassigen Fußballteams

Die Null muss stehen!“ So lautete stets das taktische Glaubensbekenntnis des ehemaligen Bundesligatrainers Huub Stevens. Natürlich hinten, in der Abwehr. Denn wer zu null spielt, darf sich über mindestens einen Punkt freuen. Zu null spielten am Wochenende auch unsere drei höherklassigen Vereine, der FC Nöttingen, 1. CfR Pforzheim und TuS Bilfingen. Blöd nur, dass bei allen drei Vereinen die Null vorne stand. Während Nöttingen 0:4 in Worms verlor, der CfR 0:3 bei den Stuttgarter Kickers, konnte sich wenigstens Bilfingen beim 0:0 gegen Heddesheim über einen Teilerfolg freuen.

FC Nöttingen

Hinten zu null, davon träumen die Spieler des Regionalligisten derzeit. Mit 19 Gegentoren stellt der Aufsteiger die schlechteste Abwehr der Liga. Vier waren es nun gegen Worms. „Wir hatten zu viele Stellungsfehler“, erklärt Felix Zachmann die Löcher in der Abwehr. Und für die Torflaute im Sturm hat der Mittelfeldspieler auch eine Begründung. „Unser Spielaufbau war zu ungenau. Und es fehlte wieder das Quäntchen Glück.“ An der körperlichen Fitness will Zachmann die Erfolgslosigkeit – fünf Spiele ohne Sieg – nicht festmachen. „Wir sind so fit wie noch nie“, sagt er und verweist auf die super Arbeit von Athletiktrainer Christian Gerhardt.

Das Abrutschen auf Tabellenplatz 14 würde „schon an den Nerven zerren, doch wir müssen einfach weitermachen“, so der 28-Jährige, der nach seiner Rot-Sperre nun in Worms gleich wieder mit Gelb-Rot vom Platz flog. „Ich habe klar den Ball gespielt“, ärgert sich Zachmann über die Fehlentscheidung. Am Freitag (19 Uhr) daheim gegen Walldorf ist er wieder zum Zuschauen gezwungen.

1. CfR Pforzheim

Nach drei Zu-Null-Spielen zum Start der Runde, traf der CfR bei der Kickers-Reserve erstmals vorne nicht das Tor. „Wir hätten noch zwei Wochen spielen können, wir hätten kein Tor gemacht“, nimmt es Trainer Teo Rus einigermaßen gelassen. „Die langen Bälle kamen vorne nicht an, zudem fehlte die Durchschlagskraft“, kritisiert der CfR-Coach, dessen Team sich allerdings viele Chancen erspielte. Erschwerend kam jedoch hinzu, dass man schon wieder früh einem Rückstand hinterherlaufen musste. „Das dürfen wir uns in Zukunft nicht mehr erlauben“, mahnt Rus. „Sonst werden wir es immer schwer haben.“

Das 0:3 schmerzt – zumal man gegen den Tabellenletzten spielte. Die Spitzenposition ist damit erst einmal weg. Doch schon am Samstag (15.30 Uhr) können Dominik Salz und Co. im nächsten Topspiel auf dem Holzhof diese wieder zurückerobern. Ravensburg kommt. Der aktuelle Tabellenführer. Beim ihm steht noch die Null – in der Saisonbilanz: der FV hat noch kein Saisonspiel verloren.

TuS Bilfingen

Als Aufsteiger liefert der TuS bislang eine hervorragende Spielzeit ab, oder wie es Keeper Mathias Dörrich nach dem Match in den Mannschaftskreis auf dem Platz brüllte: „Es ist geil, wie wir auftreten!“ Spielertrainer Dejan Svjetlanovic hält jedoch den Ball flach. „Wir schielen nicht nach oben, sondern wollen den Abstand nach unten so groß wie möglich halten.“

Bilfingen – 2016 in Punktspielen noch ungeschlagen – muss jedoch den Ausfall von Sascha Mörgenthaler (Bänderriss) verkraften. „Zum Glück ist nur ein Band gerissen, eventuell kann man es tapen“, so Svjetlanovic. Wie lange Mörgenthaler ausfällt, ist unklar. Auch Neuzugang Ensar Demirer musste verletzt raus, er bekam einen Schlag in die Kniekehle, ist in ein paar Tagen aber wieder fit.