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Anton Fokin wird die KTV nach dieser Saison verlassen. © Becker
09.09.2018

Nur anfangs mit Problemen: Sieg für die KTV Straubenhardt gegen Wetzgau

Straubenhardt. Die Fans der KTV Straubenhardt können die Zugtickets nach Ludwigsburg buchen: Nach dem 47:22 (20:15) gegen den TV Schwäbisch-Gmünd Wetzgau ist den Kunstturnen aus dem Nordschwarzwald die Teilnahme an den dortigen Finalwettkämpfen am 1. Dezember nicht mehr zu nehmen.

Um das große Finale zu verpassen, müsste die KTV nun schon beide abschließenden Wettkämpfe (gegen den SC Cottbus und die TG Saar) verlieren.

In der Straubenhardthalle hatten die Gastgeber am Samstag in den ersten 40 Minuten bereits acht unterschiedliche Turner aufgeboten. Gepunktet hatten davon nur zwei: Andreas Bretschneider am Boden und Nils Dunkel am Pferd. Dass die KTV zur Pause dennoch mit 20:15 führte, lag an den Ringen. Dort holten Bretschneider (4), Vahagn Davtyan (3) und – trotz einer aufgrund von leichten Schulterproblemen etwas abgespeckten Übung – Marcel Nguyen (5) zwölf Scorepunkte.

Bildergalerie: KTV Straubenhardt entscheidet Heimwettkampf für sich

Bis dahin hatten sich Licht und Schatten abgewechselt. Als sehenswert erwiesen sich etwa die beiden mit 0:0 gewerteten Duelle des Wetzgauers Andreas Toba, der erstmals seit 2016 wieder einen Sechskampf turnte. Vor zwei Jahren hatte sich der 27-Jährige bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro den Namen „Hero de Janeiro“ („Held von de Janeiro“) verdient, weil er sich in der Mannschafts-Qualifikation am Boden einen Kreuzbandriss zugezogen und dennoch zum Wohle des Teams danach noch am Pferd geturnt hatte. In Straubenhardt holte er nun am Boden ein Remis gegen Nguyen, am Pferd gegen Anton Fokin. Der hatte mit seiner Sahneübung am Pauschenpferd erstmals an diesem Tag Jubelstürme ausgelöst.

Andere Straubenhardter leisteten sich zu Beginn zu viele Fehler: Zachari Hrimèch landete am Boden einmal außerhalb der Wettkampffläche und zweimal auf dem Hosenboden, Steve Woitalla erging es ähnlich. Und am Pauschenpferd konnte Vinzenz Haug nicht davon profitieren, dass sich Bart Deurloo am Pferd verturnte. Vielmehr musste Haug selbst absteigen und sein Duell mit 0:2 verloren geben.

Doch nachdem an den Ringen nur Toba für die Gäste punktete (vier Scorepunkte gegen Dunkel dank der besten Übung des Tages), ging Straubenhardt doch noch in Führung liegend an den Sprung. Dort waren es schließlich Nguyen und Lucas Herrmann, die die Führung auf 26:15 ausbauten. Und spätestens nach dem Barren (8:4), an dem Nguyen (2), Fokin (4) und Dunkel (2) punkteten, war das Duell entschieden.

Wenige Tage vor der WM-Qualifikation nahmen die Straubenhardter dennoch weiterhin „nichts raus“, wie der sportliche Leiter Dirk Walterspacher anmerkte. Dank der nahenden Weltmeisterschaft stünden seine Turner „voll im Saft und nutzten das Duell als perfekte Gelegenheit, um unter Wettkampfbedingungen ihre Übungen zu testen“. Manche seien hierbei sogar übermotiviert gewesen. So wie Andreas Bretschneider am Reck. Dort wollte der Ausnahmeturner alles zeigen, was er kann, bezahlte sein Risiko jedoch mit einem Abgang. Für fünf Scorepunkte gegen Wetzgaus Johannes Schaal reichte dies trotzdem. Für eine Premiere in seinem möglicherweise letzten Heimwettkampf sorgte an diesem Gerät Fokin, der die KTV nach dieser Saison verlässt: Er sprang für den gesundheitlich angeschlagenen Hrimèch in die Bresche und turnte erstmals für KTV am Königsgerät – was ihm zwar keine Scorepunkte gegen Toba (0:3), aber ein Sonderlob Walterspachers einbrachte. Neben Hrimèch verzichtete auch Nguyen auf einen Start am Reck. „In diesen anstrengenden Wochen muss man sich die Kräfte einteilen – gerade wenn man schon in einem solch hohen Alter ist wie ich es bin“, erklärte das Geburtstagskind an seinem 31. Geburtstag.