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Rückkehrerin Maylin Kayser (Mitte) gab alles, doch es reichte für die TG 88 gegen Ober-Eschbach nicht zum Sieg. Foto: Becker
Rückkehrerin Maylin Kayser (Mitte) gab alles, doch es reichte für die TG 88 gegen Ober-Eschbach nicht zum Sieg. Foto: Becker
12.05.2019

Nur ein Wunder kann TG 88 Pforzheim noch in 3. Liga halten

Der Abstieg der TG 88 Pforzheim dürfte besiegelt sein. Zum Auftakt der Dreier-Abstiegsrunde unterlag das Team den Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach mit 26:28 (12:13). Obwohl die TG 88 mit Maylin Kaiser und Justine Stindl erfahrene Spielerinnen, die die gesamte Saison über noch nicht im Einsatz gewesen waren, reaktivierte, unterlag Pforzheim dem hessischen Gegner. Nur falls das Team in einer Woche beim Tabellenzehnten der Westgruppe, dem TVE Netphen, deutlich gewinnt und Netphen dann auswärts Ober-Eschbach schlägt, kann es noch zum Klassenverbleib reichen.

Am Samstag gegen Ober-Eschbach war weitaus mehr drin. Für die Niederlage gibt es aber gleich drei Gründe. Da war erstens die Startphase, in der die Pforzheimerinnen drei „Freie“ und zwei Siebenmeterchancen ausließen, so dann frühzeitig mit 1:5 und bis zur Minute 20 mit 5:10-Toren ins Hintertreffen gerieten. Zweitens gab es einen Wechselfehler in Minute 35. Nachdem man gerade zum 15:15 ausgeglichen hatte, saßen dann gleich zwei Spielerinnen auf der Strafbank. Der Gegner nutzte die zwei Minuten für einen 18:15-Vorsprung. Drittens behielt die TG 88 nach den 22:22-, 23:23- und 24:24-Gleichständen nicht klaren Kopf.

Die Einwechslung von Stefanie Kurstak und Maylin Kaiser brachte Pep ins Spiel der Pforzheimerinnen. Maylin Kaiser, schaffte Platz für die Distanzwürfe von Desiree Kolasinac. Auch die erst 17-jährige Claire Bäcker im Tor war nun voll drin und steuerte mit starken Paraden und einem parierten Siebenmeter einiges dazu bei, dass beim 12:13-Pausenstand alles offen war. Angefeuert von den Rängen und von den Trommlern der Escola de Samba, die vor allem in der zweiten Spielhälfte die Fritz-Erler-Halle in ein wahres Tollhaus verwandelten, stellten die 88erinnen das Geschehen dann mehrfach auf die Kippe. Ein Führungstreffer, der für den nervös werdenden Ostgruppen-Zehnten an diesem Tag wohl das Aus bedeutet hätte, wollte aber einfach nicht fallen.

Niedergeschlagene Trainerin

„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat gekämpft und gegeben, was zu geben war, sie hat die Ausfälle von Dina Bergame-Versakova und Nina Treml ignoriert. Was letztendlich entscheidend war, war dass wir bei den Gleichständen in der zweiten Halbzeit, dem Gegner postwendend immer wieder die Führung zuließen“, resümierte Pforzheims Interimstrainerin Gabi Kubik. Sie zeigte sich nach dem Abpfiff genauso niedergeschlagen wie ihre Schützlinge.

Lisa Lichtlein kaum zu stoppen

Dass Ober-Eschbach immer wieder vorlegen konnte, war ein Verdienst der willens- und wurfstarken Lisa Lichtlein, die vor allem in Durchgang Nummer zwei von der Rechtsaußenposition Lücken fand. Sieben ihrer neun Tore erzielte sie aus dem Spiel heraus.