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Ungewohntes Gefühl: Die Pforzheimer Serach von Nordheim, Benjamin Sailer, Manuel Salz und Joao Tardelli (von links) nach dem 0:1 gegen Villingen.  Foto: Hennrich 
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Ausgebremst wurde der FC Nöttingen mit Leutrim Neziraj in dieser Saison bislang vor allem in den Heimspielen.  Foto: PZ-Archiv/Becker 

Oberliga-Tabelle mit Überraschungseffekt: 1. CfR Pforzheim und FC Nöttingen zwischen Jubel und Tränen

Pforzheim/Remchingen-Nöttingen. Spielt der 1. CfR Pforzheim um den Aufstieg in der Fußball-Oberliga? Kämpft der FC Nöttingen gegen den Abstieg? Zwei gute Fragen, die nur schwer zu beantworten sind. Der Blick auf die Tabelle verheißt nach elf Spieltagen ein klares Ja auf beide Fragen. Die Pforzheimer haben als Tabellensechster nur zwei Punkte Rückstand auf Rang zwei, den aktuell der FC Villingen belegt. Und der FC Nöttingen liegt als Tabellen-13. nur drei Zähler vor Rang 15, einem potenziellen Abstiegsplatz. Aber: CfR und FCN trennen nur zwei Punkte.

Am kommenden Sonntag kann die Tabelle daher wieder ganz anders ausschauen. Denn die Mannschaften in Baden-Württembergs Fußball-Oberhaus liegen derzeit so dicht wie schon lange nicht mehr beisammen. Vom Tabellendritten VfB Stuttgart II (18 Punkte) zum FC Nöttingen (15) auf Rang 13 sind es ganze drei Zähler. Das birgt Chancen und Risiken. Die Nöttinger könnten sich am Samstag mit einem Heimsieg gegen Tabellenführer Göppinger SV um sechs oder sieben Ränge in der Tabelle verbessern. Eine Verschlechterung im gleichen Umfang droht dem CfR bei einer Niederlage am Sonntag beim Aufsteiger FC Rielasingen-Arlen.

1. CfR Pforzheim unterliegt dem FC 08 Villingen mit 0:1
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1. CfR Pforzheim unterliegt dem FC 08 Villingen mit 0:1

CfR Pforzheim trennt sich 1:1 vom SV Oberachern
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CfR Pforzheim trennt sich 1:1 vom SV Oberachern

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Oberliga-Derby: 1. CfR Pforzheim siegt beim FC Nöttingen

Es ist schon verrückt, was die Oberliga den Vereinen und Zuschauern gerade bietet. Nach dem 3:0-Sieg des CfR im Derby beim FC Nöttingen schillerte Pforzheims Zukunft in prächtigen Farben: Tabellenplatz drei, Tuchfühlung zur Spitze. Seither gab es aber nur zwei Punkte aus drei Spielen. Dass die Pforzheimer mit dieser bescheidenen Bilanz in der Tabelle nicht weit nach unten durchgereicht wurden, liegt nur daran, dass die meisten Konkurrenten ebenfalls schwächeln. Fatih Ceylan hat schon immer darauf verwiesen, wie schnell es abwärts gehen kann. Gut möglich, dass die Warnungen des CfR-Trainers bald bittere Realität werden.

Dass es in der Liga so eng zugeht, ist zugleich die große Chance des FC Nöttingen, für den die tiefen Tabellenregionen ein ungewohntes Terrain sind. Vor allem mit Auswärtserfolgen hat sich der FCN bislang im Rennen gehalten. Nach der ersten Niederlage auf fremden Platzen (0:1 beim SGV Freiberg) wird die Luft aber zunehmend dünn, weil die Lila-Weißen in dieser Runde von einer unerklärlichen Heimschwäche befallen sind.

In Pforzheim könnten sie sich gelegentlich selbst in den Allerwertesten beißen. Mit drei Punkten mehr aus den letzten drei Spielen wäre man Tabellenzweiter. Dass das nicht gelang, liegt vor allem an der fehlenden Durchschlagskraft im Angriff. Fatih Ceylan setzt sehr stark auf eine gesicherte Defensive. Nur vier Gegentore in zehn Spielen unter seiner Regie sprechen eine deutliche Sprache. Aber sobald der CfR ein Gegentor kassiert – so wie am Samstag gegen Villingen – wird es eng. „Unser System ist darauf ausgerichtet, dass wir immer von den wenigen Chancen, die wir haben, eine nutzen müssen“, hat Denis Gudzevic nach dem Villingen-Spiel erklärt. Zehn Tore in elf Spielen zeigen, wo es klemmt.

Jetzt wird es spannend sein zu sehen, wie Fatih Ceylan reagiert. Sein Mantra lautet: „Wenn wir kein Tor schießen, dürfen wir wenigstens auch keines kassieren.“ Bleibt er bei seiner defensiven Ausrichtung? Oder lässt er doch irgendwann die Offensive von der Leine, um ein weiteres Abrutschen zu vermeiden?

Nachbessern im Winter?

In Nöttingen sind sie trotz der schwierigen Tabellensituation noch lange nicht im Panikmodus. „Ein guter Manager macht sich immer Sorgen. Aber bislang hat mich die Mannschaft immer wieder eines Besseren belehrt“, sagt Dirk Steidl.

Der FCN-Chef weiß auch, dass die Saisonplanung nicht optimal gelaufen ist: „Wir wollten im Sommer vor allem in Qualität investieren, nicht in Quantität.“ Doch das ließ sich nicht realisieren, weil sich viele angedachte Transfers zerschlugen – „aus unterschiedlichen Gründen“, wie Steidl sagt. Aber man werde sich weiter Gedanken machen. Und das Transferfenster in der Winterpause biete ja die Chance, an verschiedenen Stellschrauben zu drehen.