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Die Krönung der Aufholjagd: Per Foulelfmeter beschert Riccardo Di Piazza den Nöttingern gegen Oberachern noch einen 4:3-Sieg. 

Oberligist FC Nöttingen macht gegen Oberachern aus 1:3 ein 4:3

Nöttingen. Was für ein Spiel, was für eine Wende. Der FC Nöttingen hat seinen Aufwärtstrend in der Oberliga mit dem 4:3 (1:3)-Heimsieg gegen den SV Oberachern untermauert.

Dabei schienen den Gastgeber nach schwacher erster Hälfte die Felle davonzuschwimmen. Doch mit einem Kraftakt und drei Toren drehte der FCN die Partie. „Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft. Sie hat an sich geglaubt, ist nie in Hektik verfallen“, sagte Trainer Michael Wittwer.

Am Ende gingen die Emotionen ein bisschen hoch. Gäste-Coach Mark Lerandy war sauer und schimpfte auf den Schiedsrichter, der „am Ende alle 50:50-Entscheidungen gegen uns gepfiffen hat“. Vor allem ärgerte ihn die frühe Ampelkarte für seinen Mittelfeldspieler Felix Armbruster (25. Minute). Der hatte sich in kürzester Zeit zwei gelbwürdige Fouls erlaubt. Sein Coach nannte zumindest das zweite Vergehen „dämlich“. Lerandys Kollege Wittwer sah es nicht so, dass alle strittigen Entscheidungen für sein Team waren. „Der Handelfmeter zum 3:1 für Oberachern wurde ohne Zögern gepfiffen. So aber hätten wir auch zwei Handelfmeter bekommen müssen.“

Fakt ist, dass die Nöttinger Fußballer schwach begannen, gegen das schnelle Umschaltspiel der Gäste kein Rezept fanden und – wieder einmal – früh in Rückstand lagen. Per Konter traf Evans Erius (4.). Nöttingen antwortete schnell, als Michael Schürg einen schwachen Rückpass von Demarveay Sheron erlief und ausglich (11.).

Aber Oberachern war weiter die bessere Elf. Gabriel Gallus erzielte zunächst das 2:1 (18.), als die FCN-Abwehr ebenso kollektiv wie vergeblich einen Abseitspfiff forderte. Gallus` Handelfmeter zum 3:1 (32.) resultierte aus einem kollektiven Blackout der Nöttinger Defensive, die Gallus nach einer Ecke mutterseelenalleine zum Schuss kommen ließ.

Nach der Pause dann ein ganz anderes Spiel. Die Gäste versuchten, in Unterzahl ihr Tor zu verriegeln, Nöttingen war nur noch im Vorwärtsgang. „Wir waren jetzt geduldiger und haben den Ball gut laufen gelassen“, so Riccardo Di Piazza, der per Foulelfmeter (83.) den Siegtreffer erzielte. Zuvor hatte sich sein Team Torchancen in Serie erspielt. Zum 2:3 benötigte man aber die Mithilfe des Gästespielers Niclas Metzinger, der kurz nach seiner Einwechslung den Ball ins eigene Tor abfälschte (63.). Auch das 3:3 (70.) fiel mit gnädiger Unterstützung der Gäste – Timo Brenner durfte einnicken, obwohl er von fünf SVO-Spielern umringt war.

„Wahnsinn, dass wir so ein Spiel noch verlieren. Die Gelb-Rote Karte war der Knackpunkt“, konnte Oberacherns Torhüter Xaver Pendinger (früher 1. CfR Pforzheim) nur den Kopf schütteln. Auf der Gegenseite sagte Di Piazza: „Wenn man so ein Spiel noch 4:3 gewinnt, ist es glücklich. Aber es war nicht unverdient.“