Tokio 2020 - Leichtathletik
Mit persönlicher Bestzeit sicherte sich die Öschelbronner Hürdenläuferin Carolina Krafzik den Einzug ins Halbfinale des 400-Meter-Hürdenlaufs.  Foto: Swen Pförtner/dpa 
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Carolina Krafzik wollte in Tokio auf alle Fälle ins Halbfinale über 400 Meter Hürden einziehen – und dann mal sehen. Der Plan ist bislang aufgegangen.  Foto: Eibner 

Öschelbronner Hürdenläuferin Carolina Krafzik im Olympia-Halbfinale

Tokio/Niefern-Öschelbronn. Nach einem Olympia-Wirrwarr startet die deutsche Mixed-Staffel über 4x400 Meter nun doch im Finale. Und auch für die Stabhochspringer Oleg Zernikel und Bo Kanda Lita Baehre sowie die drei deutschen Diskuswerferinnen lief es am Samstag. Und das freut die Leichtathletikfans aus der Region: Über die 400 Meter Hürden zog Carolina Krafzik aus Sindelfingen ins Halbfinale ein.

„Es war gut. Bestzeit“, konstatierte die 26-Jährige, nachdem sie als Fünfte mit der persönlichen Bestmarke von 54,72 Sekunden weitergekommen war. Für die Öschelbronnerin, die für den VfL Sindelfingen startet und Deutsche Meisterin über 400 Meter Hürden ist, wäre ein Einsatz im Finale ein Riesenerfolg. 

Carolina Krafzik hatte vor dem Abflug nach Tokio gegenüber der PZ erklärt, dass sie sich „auf alles“ freue und so viele Eindrücke wie möglich aufsaugen wolle. „Gerne hätte ich natürlich auch andere Wettkämpfe angeschaut, schade, dass dies nicht erlaubt ist“, so die 26-Jährige. Aber, so Krafzik weiter: „Leere Stadien kennen wir ja mittlerweile. Wir haben uns damit abgefunden. Im Rennen ist man voll fokussiert, dass man das drumherum gar nicht wahrnimmt. Vor dem Lauf muss man sich nur vor Augen halten, dass Millionen Menschen daheim vor dem Fernseher zuschauen. Meine Eltern und mein Freund werden kräftig mitfiebern.“  Unter den vielen Fans werden auch die Kinder der Grundschule im Wimsheim sein, denn dort unterrichtet Carolina Krafzik als Lehrerin. 

Der Stabhochspringerin und Weltmeisterschafts-Vierte Lita Baehre aus Leverkusen überwand in der Qualifikation alle Sprünge bis 5,75 Meter im ersten Versuch. Dem in Landau ansässigen deutschen Meister Zernikel reichten 5,65 Meter, um in den Medaillenkampf am Dienstag (12.20 Uhr/MESZ) einzuziehen.

Dagegen ist der Leverkusener Torben Blech ausgeschieden. Gehandicapt durch eine Brandblase am Finger und wohl einem geprellten Knie kam er nur über 5,30 Meter.

Im Diskuswurf kamen alle drei deutschen Starterinnen weiter. Kristin Pudenz aus Potsdam (63,73 Meter), die Leverkusenerin Marike Steinacker (63,22) und Claudine Vita aus Neubrandenburg (62,46) sind am Montag (13.00 Uhr/MESZ) im Medaillenkampf dabei. «Ich mache mir keine Gedanken über eine Medaille. Im Finale ist alles möglich», sagte Pudenz in der ARD.

Auf einmal wieder dabei ist die deutsche Mixed-Staffel über 4 x 400 Meter. Wie ein Sprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mitteilte, war ein Protest erfolgreich. Damit rückte das Quartett als neuntes Team ins Finale am Samstag (14.35 Uhr/MESZ) nach.

Marvin Schlegel, Corinna Schwab (beide Chemnitz), Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (Oldenburg) und Manuel Sanders (Dortmund) waren am Freitag als Fünfte des zweiten Vorlaufs nach 3:12,94 Minuten ins Ziel gekommen. Weil die Jury die Disqualifikationen der USA und der Dominikanischen Republik später aber wieder zurücknahm, belegte die Staffel nur Rang neun und war somit vorerst draußen. Der DLV legte dagegen Protest ein - und hatte am Ende Erfolg.

Enttäuschend lief es dagegen über die 100 Meter Hürden für Ricarda Lobe. Die Mannheimerin schied als Letzte ihres Vorlaufs in 13,43 Sekunden aus. «Das habe ich mir ganz anders vorgestellt», sagte Lobe, die die vorletzte Hürde berührte und dann mit Muskelproblemen den Lauf nur noch «ins Ziel retten» wollte. «Schon bitter» sei das.