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EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hat dem Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart seine Hilfe angeboten. Präsident will er aber nicht werden. 

Oettinger will dem VfB Stuttgart beratend helfen, Schorndorfs OB will Präsident werden

Stuttgart. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hat dem Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart seine Hilfe angeboten. „Beratend stehe ich dem VfB gerne zur Verfügung“, sagte der CDP-Politiker und frühere baden-württembergische Ministerpräsident der „Stuttgarter Zeitung“. Und: „Der VfB ist eine Herzensangelegenheit.“

Oettinger kritisierte gegenüber dem Blatt auch den Umgang mit Wolfgang Dietrich. Der Unternehmer war als Präsident einen Tag nach der Mitgliederversammlung, die wegen Problemen mit dem WLAN abgebrochen worden war, zurückgetreten. „Ich bin lose mit ihm befreundet“, sagte Oettinger. „Er hat sicher Fehler gemacht, aber einen solchen Abgang hat er nicht verdient.“ Die Nachfolge Dietrichs anzutreten, käme für Oettinger „nicht infrage“.

Anders sieht das Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD). Der will Präsident des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart werden. Das sagte eine Mitarbeiterin des 51-jährigen Vorsitzenden der Sportregion Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“. „Wenn man in der öffentlichen Wahrnehmung so tief im Keller ist wie der VfB derzeit, braucht es einen Teamplayer an der Spitze“, sagte Klopfer den Zeitungen. Als Rathauschef habe er gelernt, „Menschen miteinander zu verbinden und sich selbst auch mal zurückzunehmen. Als Oberbürgermeister arbeite ich für das Gemeinwohl – und als VfB-Präsident würde ich für das Vereinswohl arbeiten.“

Der neue Vereinschef beim Bundesliga-Absteiger soll nun bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Dezember gewählt werden. Im Falle seiner Wahl will Klopfer die beiden Ämter als VfB-Präsident und als Oberbürgermeister in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) parallel ausüben.

Neben einem neuen Präsidenten sucht der VfB auch einen Vorstandsvorsitzenden für seine Fußball AG, in der die Profifußballer ausgegliedert sind. Als möglicher Kandidat wird der frühere Bundestrainer sowie Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann gehandelt.