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Luftsprünge werden die Nachwuchsspieler der SG Pforzheim/Eutingen (am Ball Philipp Wanner) machen, wenn sie endlich wieder spielen dürfen. Wann das sein wird, ist noch offen. Ripberger, pz-Archiv 

Ohne Quali in die neue Handball-Runde

Eigentlich würden sich die Nachwuchsmannschaften im Handball gerade mit den Qualifikationsspielen für die kommende Runde beschäftigen. Doch das Coronavirus bremst auch den Nachwuchs aus. Quali-Turniere sind derzeit nicht möglich und so müssen vergangene Ergebnisse für die Einteilungen als Referenz dienen.

„Dazu werden die Punktzahlen der letzten drei Jahre herangezogen“, erklärt Wolfgang Lipps, Sportlicher Leiter der SG Pforzheim/Eutingen. Anhand dieser würden die Mannschaften in die entsprechenden Ligen eingeteilt. Bei der SG nimmt man das gelassen. „Wir sind mit allen ersten Mannschaften in den höchstmöglichen Ligen vertreten“, sagt der SG-Vorsitzende Jörg Lupus. Unklar sei aber noch, in welchen Klassen die zweiten und dritten Mannschaften spielen würden.

Quali hat wichtige Funktion

Doch die Qualifikationsspiele haben für die Mannschaften noch eine weitere wichtige Funktion. Nach jeder Runde beginnt in den Jugendmannschaften das Stühlerücken. Die Spieler des jeweils älteren Jahrgangs rücken in die nächsthöhere Altersklasse auf. Die Qualifikation wird daher auch dazu genutzt, um sich einzuspielen. Das fehlt in diesem Jahr. „Aber da herrscht Chancengleichheit, alle haben das gleiche Problem“, sagt Alexander Lipps, der bei der SG nicht nur Jugendkoordinator ist, sondern auch die A-Jugend und die erste Mannschaft der Aktiven coacht.

Die A-Jugend der SG hatte sich durch das Erreichen der Meisterrunde schon einige Zeit vor dem Saisonabbruch aufgrund der Corona-Pandemie für eine weitere Runde in der Bundesliga qualifiziert. Dennoch war die Enttäuschung über das vorzeitige Rundenende groß. Immerhin war man in den Rückspielen der Meisterrunde immer besser in Fahrt gekommen. Außerdem standen noch drei interessante Spiele auf dem Plan: auswärts gegen Meister SG Flensburg-Handewitt, zu Hause das Derby gegen die Rhein-Neckar Löwen und die Partie gegen den SC Magdeburg. „Auf diese Spiele hatten sich die Jungs sehr gefreut“, sagt Alexander Lipps.

Kleines Trostpflaster

Für einige Nachwuchsspieler wird die Aussicht auf eine weitere Saison in der Bundesliga ein kleines Trostpflaster sein. Dass ihre A-Jugend in der höchsten deutschen Spielklasse unterwegs ist, ist für die SG auch im Hinblick auf den Aktivenbereich sehr wichtig. „Es ist seit Jahren ein großer Vorteil für uns“, sagt Alexander Lipps. Die erste Mannschaft profitiere sehr davon. Es sei dem Leistungsgedanken geschuldet, das es mal mehr und mal weniger Nachwuchsspieler den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, so der SG-Coach.

Im 24 Mann starken Drittliga-Kader stehen mit Tim Ganz, Jan Wörner, Adam Studentkowski und Jonathan Buck nur vier Spieler, die nicht in einer der SG-Jugendmannschaften aktiv waren. „20 Spieler des aktuellen Kaders sind in der Jugend zu uns gekommen. Ich glaube, das ist eine einzigartige Zahl“, meint SG-Vorstand Jörg Lupus.