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Aus dem DFB-Pokal verabschiedete sich der FCN mit Applaus, nachdem er gegen den Zweitligisten VfL Bochum verlor. Die Überraschung soll nun im BFV-Pokal gegen den Drittligisten KSC gelingen. Foto: Ripberger
Aus dem DFB-Pokal verabschiedete sich der FCN mit Applaus, nachdem er gegen den Zweitligisten VfL Bochum verlor. Die Überraschung soll nun im BFV-Pokal gegen den Drittligisten KSC gelingen. Foto: Ripberger
01.10.2017

Optimismus beim FC Nöttingen vor Pokalspiel gegen Karlsruher SC

Remchingen-Nöttingen. Die Generalprobe ist gelungen. Mit 4:1 (4:0) hat der FC Nöttingen am Freitagabend im Spitzenspiel der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg die TSG Balingen vom Platz gefegt. Und zeigte dabei sein Kämpferherz: Denn nach der Roten Karte für Ernesto de Santis spielte die Mannschaft fast eine Stunde lang in Unterzahl.

Jetzt freut man sich auf das nächste Fußballfest im Panoramastadion. Am Mittwoch (19.00 Uhr/ live auf PZ-news.de) gastiert der große Nachbar Karlsruher SC in Nöttingen. Es geht um den Einzug ins Halbfinale des BFV-Pokals. Die Partie ist weitestgehend ausverkauft, nur VIP-Tickets sind noch zu haben. Diese können direkt bei FCN-Boss Dirk Steidl gekauft werden. Doch ohnehin wird jeder das Spiel sehen können: Die PZ überträgt es live auf seiner Facebook-Seite sowie auf PZ-news.de. Vor dem Fußball-Hit hat sich die „Pforzheimer Zeitung“ im Lager der Nöttinger umgehört.

Trainer Dubravko Kolinger (41) ist ein Kind des KSC. Er spielte schon in der F-Jugend des Blau-Weißen, später in der A-Jugend und bei den Profis unter Trainer Winnie Schäfer. Mit dem aktuellen KSC-Trainer Alois Schwartz ist er sogar befreundet. Man kennt sich und man schätzt sich. „Der KSC ist gerade dabei, sich neu zu strukturieren. Dass man Zuhause eine Chance hat, ist doch klar. Der KSC hat auch beim 2:1 in Neckarelz nicht überzeugt. Ob sie in Nöttingen in Bestbesetzung antreten, weiß ich nicht. Unser 4:1-Sieg im Spitzenspiel gegen die TSG Balingen war sicher keine schlechte Generalprobe.“

Matthias Cuntz (27) ist gebürtiger Karlsruher, wohnt in Karlsruhe-Durlach und ist ebenfalls ein Kind des KSC (spielte dort 14 Jahre, von der F- bis zur A-Jugend und drei Jahre im Profibereich). Schon sein Vater Günter Cuntz (früher Trainer bei 1. FC Pforzheim und FC Nöttingen) spielte bei den Profis des KSC. „Es ist alles möglich. Wir dürfen keine Angst haben und müssen mit Spaß und voller Power in das Spiel gehen“, sagt der Neuzugang des FCN, der wegen einer Hüftverletzung bisher noch nicht zum Einsatz kam.

Eray Gür (24) hat acht Jahre lang beim KSC gespielt, bevor er 2015 zum FC Nöttingen wechselte. „Ich kenne da noch einige Jungs. Ich habe zum Beispiel noch mit Marcel Mehlem in der zweiten KSC-Mannschaft gespielt. Ich denke, wir haben eine Chance, weil wir Zuhause spielen und von der besonderen Atmosphäre im eigenen Stadion profitieren können.“

Leutrim Neziraj (30) war von 2005 bis 2008 bei den Junioren und in der zweiten Mannschaft aktiv. „Ich denke, dass wir für eine Überraschung sorgen können. Der KSC wird uns ernst nehmen. Sie wissen auch, dass wir in den vergangenen Jahren im Pokal herausragende Spiele gezeigt haben.“

Mario Bilger (29) spielte in der Jugend beim KSC. „Zuhause können wir jeden schlagen. Wenn wir einen guten Tag erwischen, können wir auch gegen den KSC gewinnen. Der KSC war im BFV-Pokal auch gegen Rohrbach und Neckarelz nicht die Übermannschaft“, sagt der Linksfuß.

FCN-Kapitän Timo Brenner (27) hat zwar keine KSC-Vergangenheit, dafür aber jede Menge Pokalerfahrung. „Wenn der KSC voll motiviert antritt und Gas gibt, wird es schwer für uns. Ich denke, sie werden in Bestbesetzung spielen, denn auch für den KSC steht finanziell viel auf dem Spiel. Wenn Sie in der 3. Liga nicht unter die ersten Vier kommen, sind sie nicht automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert. Ich glaube, das Spiel gegen den KSC ist ein noch größeres Highlight als das DFB-Pokalspiel gegen Bochum.“

Ernesto De Santis (22) spielte erst in der Jugend, dann bei den Amateuren des KSC, ehe er 2015 zum 1. CfR Pforzheim und 2017 nach Nöttingen wechselte. Doch nach seinem Platzverweis gegen Balingen geht Steidl davon aus, dass er im Pokalspiel gesperrt ist.