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Die Neuen beim HC Neuenbürg von links: Co-Trainer Vedran Dozic, Kaspar Veigel, Torhüter Tobias Krems, Tim Siedelmann und Vulpe Alexandru.  Foto: Biesinger 

Optimismus trotz Hindernissen: Handball-Oberligist HC Neuenbürg musste wieder viel improvisieren

Neuenbürg. Wenn am Wochenende die Handball-Oberliga Baden-Württemberg in die neue Saison startet, ist sie im Amateurbereich die einzige Liga, die mit 16 Mannschaften eine volle Runde mit Vor- und Rückspielen austrägt. Mit dabei sein wird als einziger Verein der Region auch wieder der HC Neuenbürg.

Die im vierten Jahr von Erkan Öz gecoachten „Foxes“ werden dabei erneut mit gemischten Gefühlen an den Start gehen. Zum einen musste man wegen der Verlegung einer neuen Spielfläche in der heimischen Stadthalle das komplette Vorbereitungsprogramm abermals in fremden Hallen absolvieren, zum andern sind mit den beiden Langjahr-Brüdern sowie Felix Kracht und Phil Burkhardt einige Spieler angeschlagen. Alles andere als ideal bezeichnete Vorsitzender Rainer Sorg diese Situation: „Dies war mit Sicherheit keine Vorbereitung, wie man es sich wünscht. Man musste ständig improvisieren und konnte zudem kein einziges Testspiel auf gewohntem Terrain austragen“, so Sorg.

Hinzu kommt, dass auch das erste Heimspiel auswärts ausgetragen werden muss und somit zum Saisonstart drei Begegnungen in fremden Hallen auf die Gelb-Blauen warten. Dennoch gehen die Enztäler vorsichtig optimistisch mit dem Duell beim SV Fellbach in die neue Spielrunde, vor der die Akteure so der Sportliche Leiter Marco Langjahr, aufgrund der körperlichen Belastung bei vollem Programm nach fast einjähriger Spielpause einigen Respekt zeigen.

Wichtig dabei, dass der HC Neuenbürg sein Stammpersonal an Bord halten konnte. Mit Neuzugang Tobias Krems vom Liga-Konkurrenten TSV Weinsberg, glauben die Verantwortlichen, einen adäquaten Ersatz auf der Torhüterposition für Mile Matijevic gefunden zu haben. Krems soll zusammen mit Konstantin Regelmann künftig den gegnerischen Angreifern den Zahn ziehen. Mit dem ehemaligen rumänischen Erstligaspieler Vulpe Alexandru, konnte darüber hinaus ein erfahrener Rückraumspieler verpflichtet werden. Schließlich gewann der HCN mit dem erst 21-jährigen Tim Siedelmann vom Verbandsligisten TV Ispringen einen Spieler, der die nächsten Schritte in seiner Karriere gehen möchte.

Ein weiterer Coup gelang den „Foxes“ zuletzt noch. Mit dem knapp 20 Jahre alten Kaspar Veigel wechselt ab sofort ein bundesliga-erfahrener Youngster von den Rhein-Neckar-Löwen an die Enz. In der Vita des Linkshänders standen vergangene Saison 17 Erstliga-Einsätze sowie das Mitwirken in einigen Euro-League-Spielen.

Als Verstärkung fürs Trainerteam freut man sich in Neuenbürg mit Vedran Dozic auf einen alten Bekannten. Der langjährige HCN-Spieler (2007 bis 2012) hat trotz seiner erst 33 Jahre bereits den Weg einer Trainerkarriere eingeschlagen. Das gewohnte Umfeld, die Struktur sowie die Tatsache, dass sich auf dem Buchberg in den letzten Jahren einiges getan hat, haben Vedran Dozic laut eigener Aussage dazu bewogen, auf den Buchberg zurückzukehren. Zuvor war er bereits als Trainer im Jugendbereich des Badischen Handballverbandes tätig.

Verlassen haben den HCN Torhüter Felx Spohn, Julian Frauendorff und Philipp Karasinski, die allesamt zu ihrem Heimatverein nach Ettlingen zurückkehren, außerdem Vincent von Witzleben.

Als Saisonziel nennen die HCN-Verantwortlichen nach der unbefriedigenden Vorbereitungszeit, das Zusammenwachsen des Teams sowie das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes. Man will sich zu allererst von den Abstiegsplätzen fernhalten.

Als Topfavorit nennt man auf dem Buchberg den TVS Baden-Baden, hoch gewettet werden auch die aus der dritten Liga abgestiegene Reserve der HSG Konstanz und die SG Köndringen-Teningen.