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KSC-Neuzugang Marco Djuricin. Foto: dpa-Archiv

PZ-Interview mit KSC-Neuzugang Marco Djuricin über den großen Konkurrenzkampf

Einst war Marco Djuricin bei Hertha BSC Berlin Mitspieler von Ex-KSC-Kapitän Maik Franz. Dann begann der inzwischen 26-Jährige eine Fußball-Tour durch halb Europa, ehe er von wenigen Tagen beim KSC unterschrieb.

Zuletzt spielte er in der Schweiz bei Grasshopper Zürich. Für den Traditionsclub der Eidgenossen erzielte der gebürtige Wiener in der abgelaufenen Saison in der „Super League“ in 23 Spielen sechs Tore. Beim KSC überzeugte der 1,81 Meter große Angreifer bisher. Trainer Alois Schwartz lobt den Österreicher: „Marco ist ein belebendes Element, denn er ist viel unterwegs. Wenn wir in Ballbesitz kommen, hat er gute Laufwege.“

PZ: Herr Djuricin, Sie hatten zuletzt Probleme mit den Adduktoren. Was macht die Verletzung?

Marco Djuricin: Das war keine Verletzung. Ich war nur leicht angeschlagen, habe im Training etwas zurückgefahren, bin aber wieder voll mit dabei. Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme.

PZ: Sie lebten in Zürich. Eine der schönsten Städte der Welt und jetzt: Karlsruhe…

Marco Djuricin: Ich bin in Wien geboren, habe in Berlin, London und in vielen anderen großen Städten gelebt. Karlsruhe macht einen guten Eindruck. Ich denke, ich werde mich hier wohlfühlen. Ich weiß: Hier in der Region ist meist schönes Wetter, hier scheint oft die Sonne. Ich bin froh, dass ich wieder in Deutschland bin, da kenne ich mich aus.

PZ: In einem unterscheiden sich Zürich und Karlsruhe ganz deutlich – bei den Preisen…

Marco Djuricin: Absolut. Hier ist es um einiges günstiger, mit Kollegen einen Kaffee trinken zu gehen.

PZ: Kommen wir zum Fußball: In Zürich kamen Sie durchweg als Mittelstürmer zum Einsatz. Trainer Alois Schwartz meinte aber, er könne sich durchaus vorstellen, dass Sie auf einer Außenbahn spielen. Können Sie sich das auch vorstellen?

Marco Djuricin: Ja, ich habe unter Trainer Thomas Doll bei Ferencvaros Budapest in Ungarn auf dieser Position gespielt. Sieben, acht Monate waren das. Ich kam zwar auf dieser Position schon länger nicht mehr zum Einsatz, aber das sollte kein Problem sein.

PZ: Der Konkurrenzkampf im Angriff ist groß. Mit Toni Fink, Marvin Pourié und Philipp Hofmann gibt es im Kader gleich drei weitere Spieler, die im Sturmzentrum in der Startelf stehen wollen.

Marco Djuricin: Das ist doch gut so. Wir sollen doch viele Tore schießen, da ist es doch gut, wenn man qualitativ top besetzt ist. Viel Qualität und viel Auswahl – das ist doch für den Trainer super. Und so ist man sicherer, in der Saison vorne keine Sorgen zu haben. Wir spielen mit zwei Stürmern. Man weiß nie, was in einer Saison passiert. Da sind vier Angreifer im Kader wohl absolut notwendig. Konkurrenz ist normal.

PZ: Das heißt: Für Sie ist der Konkurrenzkampf keine Belastung, sondern Motivation?

Marco Djuricin: Den Kampf hatte ich überall, das kenne ich, das ist in diesem Geschäft normal und ich habe überall gespielt.

PZ: Rechnen Sie mit einem Startelfplatz?

Marco Djuricin: So weit denke ich nicht. Ich denke an das nächste Spiel, an die nächste Trainingseinheit.

PZ: Sie haben in Ihrer Karriere schon viel erlebt, waren in England, Ungarn, Deutschland und der Schweiz. Sie sind, ähnlich wie Marvin Pourié, ein Fußball-Weltenbummler. Pourié fand hier zur Hochform, scheint zur Ruhe gekommen zu sein. Hoffen Sie, dass es auch für Sie beim KSC dauerhaft gut werden kann?

Marco Djuricin: Ich wäre vielleicht in Zürich länger geblieben, wenn nicht der Abstieg gekommen wäre. Als Fußballer hat man nicht immer alles in der eigenen Hand. Die Wechsel kamen auch zustande, weil ich – zum Beispiel bei Hertha Berlin – als junger Spieler zu wenig Geduld hatte. Das war auch so, als ich bei Salzburg war. Ich bin nach England, denn es ist wohl der Traum eines jeden Profis, mal in England zu spielen, obwohl ich wusste, dass es dort für mich mit meiner Statur und meiner Spielweise in diesem rustikalen Fußball schwer wird. Dann wurde ich rumgereicht. Aber: Ich konnte Erfahrungen sammeln. Ich hatte viele Trainer, habe viel gelernt und in schönen Städten gelebt. Mit der Erfahrung kam auch die Ruhe.

PZ: Sie erwähnen Ihre Spielweise. Wie sieht die denn aus? Sind Sie ein spielender Mittelstürmer? Ein Strafraumstürmer?

Marco Djuricin: Ich will Fußball spielen. Meine Stärke ist das Eins-gegen-eins. Aber: Ich kenne die zweite Bundesliga, ich weiß wie es da zur Sache geht und bringe mich auch kämpferisch und läuferisch ein.

PZ: Was machen Sie, wenn Sie nicht Fußball spielen?

Marco Djuricin: Dann bin ich bei meiner Frau und unseren zwei Kindern.