760_0008_8340301_KSC_logo_anri
 

PZ-Interview mit Marcel Mehlem vom KSC: „Wir müssen mehr Druck machen“

Nachdem er beim 0:0 in Würzburg verletzt ausgewechselt werden musste, tritt „KSC-Kampfmaschine“ Marcel Mehlem in dieser Woche im Training etwas kürzer. Außerdem lässt er sich intensiv behandeln, um am Samstag gegen Preußen Münster auflaufen zu können. Dann will er für den Karlsruher Fußball-Drittligisten wie immer mit Angst, ohne Respekt, aber mit vollem Einsatz zur Sache gehen.

PZ: Sind Sie mehr verärgert als enttäuscht, darüber dass das Team beim mageren 0:0 bei Kickers Würzburg nicht so engagiert wie sonst aufgetreten ist?

Marcel Mehlem: So will ich es nicht sagen. Wir wussten, dass Würzburg eine unangenehme Mannschaft ist, dass die defensiv stabil sind. Wir wollten, als wir aus der Kabine kamen, mehr zeigen, aber irgendwie war die Luft raus.

PZ: Haben Sie für diese Leistung eine Erklärung? Hat der Druck der Druck die Mannschaft gelähmt?

Marcel Mehlem: Ich weiß nicht woran das lag. Druck? Das ist ein positiver Druck, im Vergleich zur letzten Saison allemal. Die Fans merken, dass noch etwas geht, die unterstützen uns super – auch daher fällt mir eine Erklärung besonders schwer.

PZ: Sie mussten ausgewechselt werden. Was macht die Verletzung? Und war es ein Schlag, ein Foul oder ein Zusammenprall?

Marcel Mehlem: In der zweiten Halbzeit bekam ich bei einem Kopfballduell ein Knie in die linke Seite, davon ist das Becken betroffen. Ich wollte unbedingt weitermachen, aber nach zwei, drei Minuten hat alles blockiert, ich konnte nicht mehr gehen, da musste ich leider raus.

PZ: Sind Sie gegen Münster dabei?

Marcel Mehlem: Ich hoffe, aber das wird man im Laufe der Woche sehen. Ich werde intensiv behandelt.

PZ: Gerade jemand wie Ihnen, einem Dauerläufer und einer Kampfmaschine, wird viel abverlangt: Wie steht es da um Ihren Akku?

Marcel Mehlem: Ich war früher öfter verletzt, das ist meine erste Saison, in der ich komplett verletzungsfrei bei den Profis durchgekommen bin. Es ist anstrengend, aber wenn ich darüber nachdenke, was alles mög-lich ist, dann vergesse ich die Belastung und all die Anstrengung. Ich gebe hundert Prozent, ich gebe alles, bis gar nichts mehr geht.

PZ: Klappt’s noch mit dem direkten Aufstieg?

Marcel Mehlem: Ich bin ganz sicher: Es liegt komplett an uns, wir müssen nur auf uns schauen. Die oberen Teams spielen gegeneinander, wir spielen gegen Paderborn und Magdeburg, wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann passt es. Wir müssen unser Ding durchziehen, damit sind wir zuletzt gut gefahren. Es hat lange niemand gedacht, dass wir da stehen werden, wo wir stehen. Das sollte für uns Ansporn sein, so weiter zu machen und auch jetzt von Spiel zu Spiel zu denken, auch wenn das keiner mehr hören kann …

PZ: Gegen Münster ist der KSC geradezu zu einem Sieg verdammt …

Marcel Mehlem: Auch das würde ich nicht so sagen. Wir müssen gegenüber der Partie Würzburg etwas verändern. Hinten wieder stabil bleiben, aber vorne aggressiver sein, mehr Nadelstiche setzen, mehr Druck aufbauen. Einfach mal über 90 Minuten alles raushauen, nicht nur eine Halbzeit gut sein.

PZ: Der dänische Club Odense hatte Interesse an Ihnen. Haben Sie da nochmals etwas gehört?

Marcel Mehlem: Ich habe mit meinem Berater vereinbart, dass ich mich auf den KSC konzentriere. Hier habe ich einen Vertrag bis 2019.

PZ: Kann man sagen: Klappt es mit der Rückkehr in die 2. Liga, bleibt Marcel Mehlem beim KSC, sonst verlässt er den Club?

Marcel Mehlem: Nein, ich bin dem KSC sehr, sehr verbunden. Es würde mir – egal wann – schwer fallen, den Wildpark zu verlassen.