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Emotional, wie ihn die Fans kennen: Patrick Groetzki jubelt nach einem Treffer in Nationaltrikot.
Emotional, wie ihn die Fans kennen: Patrick Groetzki jubelt nach einem Treffer in Nationaltrikot.
29.07.2016

PZ-Interview mit Handballer Patrick Groetzki über die Ziele der Handballer in Rio

Eigentlich war es keine Frage, dass Patrick Groetzki für Olympia nominiert wird. Der 27-Jährige ist seit einigen Jahren eine feste Größe in der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Am Ende musste aber doch ein wenig gebangt werden, denn Bundestrainer Dagur Sigurdsson darf nur 14 Spieler nach Rio mitnehmen. Die PZ unterhielt sich mit Patrick Groetzki.

PZ: Welchen Stellenwert hat Olympia für einen Handballer? Höher als eine WM oder EM?

Patrick Groetzki: Olympische Spiele haben schon einen höheren Stellenwert als eine WM oder EM, alleine schon deshalb, weil sie nur alle vier Jahre stattfinden und sich nur zwölf Mannschaften qualifizieren. Für mich sind es die ersten Spiele, auch das macht es nochmals außergewöhnlich.

Was erwarten Sie sportlich in Rio. Der Trainer sagt, wir wollen eine Medaille.

Wenn mal als Europameister dorthin fährt und sagt, wir wollen ins Viertelfinale, dann macht man sich ein bisschen unglaubwürdig. Ich finde es immer gut, wenn man sich hohe Ziele steckt. Wir haben vielleicht die etwas einfachere Vorrundengruppe erwischt. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Gerade zwischen den europäischen Mannschaften ist alles sehr, sehr eng.

Halbfinale ist das Minimalziel?

Wir wollen um die Medaillen spielen. Da braucht man nicht drum herumreden. Aber es wird schwer.

Haben Sie sich vorgenommen, außerhalb des Handballs in Rio Wettkämpfe zu besuchen?

Es wäre schön, auch etwas anderes zu sehen. Es wäre auch tolle, wenn man andere deutsche Sportler vor Ort unterstützen könnte. Aber im Vordergrund stehen unsere Spiele, darauf müssen wir uns voll konzentrieren.

Kennen Sie andere Sportler aus dem Olympiakader?

Ja, ich kenne die Hahner-Zwillinge (Anna und Lisa Hahner sind Langstreckenläuferinnen, die Red.) und einige Sportlerinnen und Sportler vom Olympiastützpunkt in Heidelberg, die sich für Rio qualifiziert haben.

Wohnen Sie im olympischen Dorf?

Ja, die ganze Mannschaft wohnt da. Mal sehen, wie das dort abläuft.

Zurück zum Handball. Sie waren bei der EM 2016 verletzungsbedingt nicht dabei. Auf Rechtsaußen hat Tobias Reichmann ein super Turnier gespielt. Wer hat hat auf ihrer Position die Nase vorn?

Bei den Spielen nach der EM haben wir immer gleich viele Spielanteile bekommen. Tobi hat meist angefangen, ich kam dann in der zweiten Halbzeit. Ich denke, jeder wird um seinen Platz kämpfen und versuchen, sich in den Tests und im Training aufzudrängen. In Rio wird man dann sehen, wie der Trainer spielen lässt.

Sie werden in Rio ihr 100. Länderspiel machen. Wenn bei ihrem Debüt 2009 in Stuttgart jemand gesagt hätte, Sie machen 2016 bei den Olympischen Spielen ihr 100. Länderspiel, was hätten Sie dem geantwortet?

Warum nicht schon früher (lacht herzhaft). Nein, das ist schon ein gutes Gefühl. 100 – das ist eine richtig coole Zahl. Das macht mich schon ein bisschen stolz. Und wenn man sieht, dass wir uns für ein paar große Turnier nicht qualifiziert haben, könnten es noch mehr Länderspiele sein.

Sie waren 2014 bei der Fußball-WM in Rio und haben auch ein Spiel der deutschen Mannschaft gesehen. Wie war ihr Eindruck?

Ich war nur vier Tage in Brasilien. Ich habe ein paar Wahrzeichen abgeklappert und die Atmosphäre dort ein bisschen aufgesogen.