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06.12.2016

PZ-Interview mit KSC-Interimstrainer Lukas Kwasniok: „Ich habe total Bock auf diese Arbeit“

Für zwei Spiele trägt Lukas Kwasniok die Verantwortung beim Zweitligisten Karlsruher SC. Der Interimscoach ist Nachfolger des wegen Erfolglosigkeit freigestellten Tomas Oral. Im „Hauptjob“ ist der 35-Jährige für das U19-Bundesligateam des KSC zuständig. Diese Aufgabe ruht im Moment.

PZ: Herr Kwasniok, waren Sie überrascht, zum Nachfolger von Tomas Oral ausgewählt worden zu sein?

Lukas Kwasniok: Total. Ich habe das Spiel der U 17, das Derby gegen den VfB angeschaut. und mich dabei über eine Schiedsrichterentscheidung gegen unser Team aufgeregt. Da kam der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Ede Becker auf mich zu. Ich dachte, er will mich etwas beruhigen, aber er nahm mich mit in sein Büro. Da saßen Oliver Kreuzer und Ingo Wellenreuther. Da habe ich geahnt, was kommt. Ich dachte: Spieler haben die genug - da braucht man wohl einen Trainer.

PZ: Und das sind Sie jetzt: Cheftrainer. Sind Sie stolz? Ist das Anerkennung für Ihre Arbeit mit der U19?

Zunächst war ich kurz sprachlos. Und dann: Total stolz! Ich bin KSC-ler durch und durch. Ich habe in der F-Jugend im Wildpark begonnen, vor 30 Jahren.

PZ: Sehen Sie den Interimsjob als Chance an? Sie haben eigentlich nichts zu verlieren.

Doch: Zwei Spiele könnte man verlieren. Und das möchte ich auf keinen Fall. Ich werde alles geben in diesen 14 Tagen. Ich weiß: Alles was ich erreicht habe, auf dem sportlichen Sektor und auch ein Stück weit als Mensch - das verdanke ich meinen Eltern und dem KSC. Ich werde alles reinhauen, um die Mannschaft aufzurichten. Ich werde die Werte, die mir hier geholfen haben, auf die Mannschaft übertragen.

PZ: Und das wären?

Das, womit ich hier groß geworden bin: Herz, Willen, Leidenschaft und Leidensfähigkeit. Wir haben nicht oft Zauberfußballer beim KSC – also müssen wir die Basiselemente zeigen, unsere Tugenden reinwerfen. Wir müssen unser Spiel einfach, aber mutig gestalten.

PZ: Was sind die Schwerpunkte Ihrer täglichen Arbeit?

Zunächst eine positive Grundstimmung erzeugen. Wir müssen an die Köpfe ran. Wir müssen auf der einen Seite demütig sein – auf der anderen aber auch mutig. Ich habe total Bock auf diese Arbeit und ich sehe: Die Jungs wollen. Die haben auch total Bock. Es war ein gutes Gefühl vor der Mannschaft zu stehen. Man spürte. Da ist Wille da! Da war Bereitschaft da zuzuhören. Und dann die Vorgaben umzusetzen.

PZ: Kann man die Talfahrt des KSC diesen wenigen Trainingseinheiten überhaupt stoppen? Kann man da taktisch etwas erarbeiten?

Natürlich werde ich eine taktische Marschroute vorgeben und die werden wir in jeder Einheit erarbeiten. Die Jungs haben alle taktischen Varianten drauf, das ist nicht das Problem. Eines ist klar. Wir werden nicht Tikitaka spielen. Ich will, dass meine Handschrift reinkommt, ich will, dass wir die KSC-Tugenden wieder aktivieren.

PZ: Was erwarten Sie von den beiden Spielen?

Totale Hingabe von uns. Wir müssen Leidenschaft zeigen und müssen bereit sein zu leiden. Dann, wenn wir genug gelitten haben, in Form von Laufbereitschaft und Kampfbereitschaft, dann kommt irgendwann wieder der Erfolg, dann kommt das Glück zurück. Leidenschaft und Leidensfähigkeit sind Basics. Es muss jedem klar sein: Wir sind gegenüber den Fans, gegenüber dem Verein in einer Bringschuld. Es gilt jetzt: Liefern!

PZ: Wo besorgen Sie sich Infos über den Gegner Dynamo Dresden?

Ich habe schon am vergangenen Sonntag, sofort nach meiner Ernennung, Videos von Dresden analysiert. Zudem haben wir eine Scoutingabteilung, die mich informiert und Sportdirektor Oliver Kreuzer hat Dresden bei 1860 München am vergangenen Spieltag beobachtet. Wir werden gut vorbereitet sein. Aber: Im Endeffekt heißt es: elf Spieler gegen elf. Wir werden total auf uns schauen, an unsere Stärken glauben, uns nicht so sehr auf die Stärken des Gegners fokussieren.

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