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Dirk Orlishausen über das Spiel am Samstag gegen den FC St. Pauli.
Dirk Orlishausen über das Spiel am Samstag gegen den FC St. Pauli. © dpa
23.07.2013

PZ-Interview mit KSC-Kapitän Orlishausen: „Zuhause können wir jeden schlagen“

Dirk Orlishausen, Torhüter und Kapitän des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC, spricht im PZ-Interview über das gewonnene Auftaktspiel in Frankfurt und die Chancen für einen Sieg im Heimspiel gegen St. Pauli.

PZ: Herr Orlishausen, Ihr neuer Teamkollege Michael Vitzthum erklärte: „Das erste was ich hier gelernt habe war: Wenn der Orle was sagt, hast du das zu tun.“ Hat Vitzthum Angst vor Ihnen?

Dirk Orlishausen: Nein, so drastisch würde ich das nicht formulieren. Sicherlich haben wir eine Hierarchie im Team und das ist richtig so. Das haben die Neuen gesehen und akzeptiert. Sie haben auch gesehen, dass wir älteren, erfahreneren Spieler auch etwas den Druck von Ihnen nehmen. Sie wissen auch: Sie können mit jedem Problem zu uns kommen. Auf der anderen Seite ist auch klar, wenn wir erfahrenen Spieler merken, dass ein Junger etwas macht, was man nicht machen kann – dann sagen wir das auch ganz klar. Intern – und das gilt dann auch.

PZ: Hat Vitzthum jetzt Angst oder Respekt vor Ihnen?

Dirk Orlishausen: Angst braucht keiner zu haben. Ich bin nicht immer im Recht, ich höre zu, dann wird entschieden, was besser ist. Aber es ist auch klar: Wenn ich zum Beispiel sage: Jungs, das ist ein offizieller Termin, da ziehen wir uns ordentlich und einheitlich an – dann wird das gemacht. Es ist mir ein Anliegen, dass wir den Verein ordentlich vertreten.

PZ: Kommen wir zum Sportlichen, zum 1:0-Sieg in Frankfurt. Überraschend war die Ruhe und Cleverness, die die Mannschaft gezeigt hat, obwohl die 2. Liga für viele Neuland war.

Dirk Orlishausen: Mir ist erst nach der Partie so richtig bewusst geworden, dass die Hälfte unserer Mannschaft noch nie in der 2. Liga gespielt hat. Dafür war das schon abgezockt. Wir haben das, was wir letztes Jahr begonnen haben, jetzt fortgesetzt. Wir stehen hinten absolut stabil. Unser komplettes Defensivverhalten ist sehr gut, zudem haben wir uns viele Chancen erarbeitet. Aber wir müssen daran arbeiten, diese Chancen auch zu verwerten. Da müssen wir gieriger werden, müssen mehr Willensstärke reinlegen.

PZ: Kann man sagen, der Plan des KSC ist: Hinten sicher stehen – vorne gelingt immer irgendwie und irgendwem ein Tor?

Dirk Orlishausen: Ja, so ungefähr. Damit haben wir den Titel in der 3. Liga gewonnen. Als Aufsteiger muss man defensiv gut stehen. Richtig ist auch, dass wir wissen, dass nach vorne immer was geht. Aber: Die Chancen müssen besser genutzt werden, denn ganz alleine mit guter Defensivarbeit wird’s nicht gehen. Wir müssen den Mix der Aufstiegssaison finden…

PZ: Für Trainer Maus Kauczinski ist das 1:0 in Frankfurt kein Traumstart. Das wäre für ihn erst der Fall, wenn der KSC nach zehn Spielen 30 Punkte hätte. Sehen Sie da auch so?

Dirk Orlishausen (lacht): Wir wussten, dass wir in Frankfurt Chancen haben. Es war kein Traumstart, aber es war ein gelungener Beginn. Ein Traumstart wäre dann wirklich etwas in der Kragenweite, wie es der Trainer sagte.

PZ: Wie stehen die Chancen auf einen Heimsieg gegen St. Pauli?

Dirk Orlishausen: Zuhause, mit diesem grandiosen Publikum im Rücken, können wir jeden schlagen. Und wir haben uns durch den Auswärtssieg etwas den Druck genommen. Wir können und werdengegen Pauli robust sein, werden alles geben, um zu gewinnen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt.

PZ: Präsident Ingo Wellenreuther rechnet mit 25 000 Zuschauern am Samstag.

Dirk Orlishausen: Ja warum denn nicht? Wir haben in der Vorbereitung und mit dem Sieg in Frankfurt gute Werbung betreiben. Es wäre riesig – und darauf hoffe ich – wenn das Stadion annähernd ausverkauft wäre.