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15.08.2018

PZ-Interview mit Martin Röser vom KSC: „Wir brauchen uns auf alle Fälle nicht zu verstecken“

PZ-Interview mit Martin Röser von Fußball-Drittligist Karlsruher SC, über Verbesserungsbedarf und das Pokalspiel als große Chance.

PZ: Herr Röser, Sie trumpften vergangene Saison als schneller und torgefährlicher Außenbahnspieler auf. Nun – mit 28 Jahren – wurden Sie zur hängenden Sturmspitze umfunktioniert. Ist das in Ordnung und gut für Sie?

Martin Röser: So ganz neu ist diese Position nicht für mich, wir haben in Halle ein 3-4-3 gespielt, da kam ich auch ganz vorne zum Einsatz. Also ich befinde mich da auf gewohntem Terrain. Ich fühle mich auch in der Position als hängende Spitze durchaus wohl.

PZ: Sie konnten noch nicht an Ihre Topleistungen der vergangenen Drittliga-Saison anknüpfen, haben noch kein Tor erzielt. Woran liegt das?

Martin Röser: Stimmt, ich bin sicher noch nicht bei 100 Prozent. Ich bin selbstkritisch und weiß, dass das bisher noch nicht das war, was ich mir auch selbst von mir vorstelle. Auch als Mannschaft haben wir insgesamt in unserem Auftreten noch Luft nach oben. Manchmal dauert es einfach in einem neuen Verein in einer neuen Saison etwas länger, bis alles zusammen greift und man entsprechende Leistungen abliefert.

PZ: Der Karlsruher SC hat in vier Begegnungen sechs Punkte geholt. Bewerten Sie das als gut, zufriedenstellend oder als etwas enttäuschend?

Martin Röser: Das ist ein ordentlicher, aber sicher kein überragend guter Start. Da ist noch Steigerungspotenzial da. Wir haben sechs Punkte – der Tabellenführer Uerdingen hat neun, wir sind in der Schlagdistanz. Und die Tabelle bekommt in der Regel erst nach dem 5-6 Spieltag eine gewisse Wertigkeit. Da sollten wir einfach mit im oberen Drittel sein.

PZ: Was ist konkret dafür zu leisten?

Martin Röser: Wenn man uns im Training sieht, dann wird deutlich, dass wir fußballerisch richtig stark sind. Das größte Manko bisher ist, dass wir das noch nicht aufs Feld gebracht haben. Wir hatten noch keine tollen Ballstafetten, haben noch keine große Sicherheit ausgestrahlt. Wir arbeiten daran, das auch im Spiel zu zeigen. Das Potenzial ist da, jeder von uns kann Fußball spielen. Das müssen wir jetzt auch einmal über 90 Minuten zeigen. 

PZ: Was sind die Erwartungen von Ihnen – persönlich und als Mannschaft? 15 Tore und den Aufstieg?

Martin Röser: Das wäre natürlich das Optimum. Es ist mir auch klar, dass Offensivspieler an ihren Toren gemessen werden. Ich bin eher nicht der klassische Torjäger, sondern bereite auch Tore vor – aber wichtig ist, dass etwas Zählbares rauskommt. Ich war gegen Jena nahe dran, wenn der Ball nicht ans Außennetz, sondern rein geht, löst sich der Knoten wahrscheinlich schon da. Wichtig ist am Ende der mannschaftliche Erfolg.

PZ: Der KSC trifft im DFB Pokal auf den Bundesligisten Hannover 96. Wie stehen die Chancen und könnte ein positiver Ausgang dieser Partie Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf haben?

Martin Röser: Natürlich könnte ein Erfolg Kräfte freisetzen, und den Teamspirit, der bei uns schon jetzt prima ist, nochmals stärken. Was die Ausgangslage betrifft: Die Chancen stehen nicht fifty-fifty, es geht gegen einen Bundesligisten. Aber: Wir brauchen uns auf alle Fälle nicht verstecken, wir sind selbstbewusst und wollen in die nächste Runde einziehen. Zudem bin ich noch nie in der ersten Runde im DFB-Pokal ausgeschieden und werde alles dafür tun, dass das auch mit dem KSC so bleibt …