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Gut aufgestellt sieht Präsident Reiner Hell (links) seinen TC Wolfsberg. Foto: Seibel
Gut aufgestellt sieht Präsident Reiner Hell (links) seinen TC Wolfsberg. Foto: Seibel
02.09.2015

PZ-Interview mit Präsident des TC Wolfsberg Pforzheim: „Die Kontinuität macht uns stark“

Reiner Hell ist mit Leib und Seele ein Wolfsberger. Seit Jahrzehnten geht er mit seinem Verein durch dick und dünn. Es gab schwere Zeiten, doch das Positive überwiegt bei weitem. Mit dem Präsidenten des TC Wolfsberg sprachen wir über Mitgliederschwund, das Geheimnis des sportlichen Erfolges und die abgelaufene Saison in der 2. Tennis-Bundesliga.

PZ: Hallo Herr Hell, Sie sind Präsident des TC Wolfsberg Pforzheim, des größten und erfolgreichsten Tennisvereins in der Region. Spielen Sie eigentlich auch Golf?

Reiner Hell: Nein! Ein ganz glasklares Nein!

PZ: Sie wissen, worauf die Frage abzielt?

Reiner Hell: Ja, das weiß ich. In den vergangenen Jahren sind viele Tennisspieler zum Golf abgewandert. Auch aus unserem Verein. Das war ein Run, als Golf in den 80er und 90er Jahren so populär geworden ist. Auch mein Bruder Peter, Ehrenpräsident beim TCW, begann Golf zu spielen. Aber er hat gottseidank dem Tennis immer weiter die Treue gehalten.

PZ: Sie sind in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden und haben einiges erlebt im Tennissport. Den Boom mit Boris Becker und Steffi Graf in den 80er Jahren zum Beispiel. Damals schossen Tennisvereine wie Pilze aus dem Boden. Dann ging es plötzlich bergab. Der Mitgliederschwund in den Tennisvereinen begann. Wie sehr wurde der TCW getroffen?

Reiner Hell: Der TC Wolfsberg wurde massiv betroffen. Wir hatten einmal 570 Mitglieder und sind dann – vor etwa zehn Jahren – auf 287 Mitglieder geschrumpft. Das war schon dramatisch. Zum Glück hat das in der Öffentlichkeit niemand so richtig wahrgenommen.

PZ: Wie hat der Verein reagiert? Wie sieht es heute aus?

Reiner Hell: Das hat mir sehr viele unruhige und sogar schlaflose Nächte beschert. Wir haben Mitgliederwerbung betrieben, uns mehr für Freizeitspieler geöffnet. Jetzt sind wir seit einigen Jahren wieder stabil bei 420 Mitgliedern. Wir haben jedes Jahr eine Fluktuation zwischen fünf und zehn Prozent.

PZ: Ist ein Ende des Schrumpfungsprozesses absehbar? Oder wird der Tennissport weiter an Mitgliedern verlieren?

Reiner Hell: Der Schrumpfungsprozess ist beendet. Zumindest die großen Vereine verlieren keine Mitglieder mehr in nennenswertem Ausmaß. Ich bin aber auch Kreisfachwart Tennis im Sportkreis Pforzheim Enzkreis und damit für die rund 30 Tennisvereine im Kreis zuständig. Da haben manche Vereine schon große Probleme.

PZ: Sportlich läuft es für den TCW ja seit Jahren nach Plan. 33 Jahre in Folge in der zweithöchsten Spielklasse, das ist schon eine Hausnummer. Die vergangene Saison verlief mit Platz zwei ja auch wieder ausgesprochen erfolgreich. Was ist euer Geheimrezept.

Reiner Hell: Es ist die Kontinuität, die wir innerhalb der Vorstandschaft und im Club haben. Ich bin das beste Beispiel. Ich war 16 Jahre lang Vizepräsident zusammen mit Inge Walter. Vor zwei Jahren wurde ich Präsident. Ich habe also die Geschicke des Vereins viele Jahre maßgeblich mitbestimmt. Auch mein Bruder Peter stand uns immer weiter mit Rat und Tat zur Seite. Thomas Hell als Verantwortlicher für die Mannschaft macht das schon mindestens 15 Jahre und hat eine sehr hohe Kompetenz. Ja, es ist die Kontinuität, die uns stark macht.

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