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19.08.2009

PZ-Redakteur Udo Koller zum Rausschmiss von Ede Becker

Mit der Trainer-Entlassung hat der Karlsruher SC auf eine sportliche Talfahrt reagiert, die seit Anfang 2008 anhielt. Ein Teil der Fans forderte den Kopf des Trainers schon seit längerem. Da ist die Frage erlaubt, ob dieser Schritt jetzt nicht zu spät kommt.

Doch Edmund Becker ist beim KSC nicht irgendein Trainer. Der gebürtige Badener hat die Mannschaft Anfang 2005 in einer ganz schwierigen Situation übernommen. Er machte aus einem Zweitliga-Abstiegskandidaten einen Erstligisten. Seine Arbeit ermöglichte es den Vereinsverantwortlichen, den badischen Traditionsclub zu entschulden. Das sind bleibende Verdienste. Deshalb hat der KSC so lange wie möglich am Trainer festgehalten.
Edmund Becker ist immer Edmund Becker geblieben. Menschlich integer, ruhig, sachlich, loyal gegenüber seinen Spielern, die er nie der Öffentlichkeit zum Fraß vorwarf. Doch im Fußballgeschäft muss man für den maximalen Erfolg auch mal ein harter Hund sein. Beckers Rolle war das nie.
Aber damit fehlten ihm am Ende auch die Mittel, um die Mannschaft nach vielen Niederlagen wieder auf Erfolgskurs zu bringen.