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Im wieder erfolgreich bei der Landesmeisterschaft ist die Pegasus-S-Gruppe aus Mühlacker. Ungewöhnlich ist es für die Pferde, nach der langen Corona-Pause wieder vor Publikum aufzutreten. Fotomoment 

Pegasus bezieht ein neues Quartier: Mühlackers Voltigierer lösen Standort-Problem

Mühlacker. Der Umzug von Pegasus Mühlacker war letztlich eher ein "Umzügle". Auch im Falle des Voltigiervereins lässt sich letztlich jedenfalls sagen: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?"

Zwar mussten die Pferdefreunde, die im Sommer eine Art öffentlichen Hilferuf gesendet hatten, ihren langjährigen Stall nun tatsächlich verlassen, doch fanden die Pferde nicht weit entfernt ein neues Zuhause. Auf neudeutsch könnte man von einer Win-win-Situation sprechen, da die vierbeinigen Sportkameraden eben ganz in der Nähe unterkamen, die Trainingshalle weiter genutzt werden kann und es Pegasus so möglich war, in Mühlacker zu bleiben.

Vorstand hatte viel Arbeit

Nachdem sich Pegasus ein halbes Dutzend mögliche neue Domizilen angeschaut hatte, aber Absage um Absage bekommen hatte, war ein radikaler Schnitt doch nicht nötig. Um die 30 Ställe habe man angefragt, sagte die Vereinsvorsitzende Antonia Schubert: Die zeitliche Investition lasse sich kaum in Stunden ausdrücken, doch ihre Vorstandskolleginnen Franziska Köttl und Karin Kiontke hätten sich in jedem Fall kräftig ins Zeug gelegt.

Aus ihrer Sicht habe es am Ende die "Wunschlösung" gegeben, führte Antonia Schubert aus. Insofern überwiegt die Freude, ärgert man sich nicht darüber, dass der große Aufwand in den Monaten vorher rückblickend gesehen gar nicht nötig gewesen wäre.

Eine Quartiersuche mag ganz allgemein auch deshalb knifflig sein, da es nicht so etwas wie einen Mietspiegel gibt: Das Angebot einerseits und die Bedürfnisse andererseits zusammenzubringen, kann schwierig sein, von finanziellen Fragen abgesehen natürlich dadurch, dass ja die Pferde kontinuierlich versorgt werden müssen. Ansonsten könne ein Verein mit regelmäßigem Training und vielen Kindern für einen Hof schon eine Umstellung sein, ist also die Frage, ob der Eigentümer das letztlich möchte.

Dass das Training weitergehen kann, wie bisher ist sicher von Vorteil, zumal die meisten Aktiven Kinder und Jugendliche sind, denen es also erspart bleibt, irgendwo ganz anders hin oder aber womöglich gar ihre Sportart aufgeben zu müssen. Den Fortbestand von Pegasus hatte die Vorsitzende Schubert übrigens trotz aller Ungewissheiten nicht in Gefahr gesehen.

Am Ende geht alles recht flott

Das neue Quartier wurde innerhalb von vier Stunden bezogen. Immerhin 15 Erwachsene und 20 Kinder waren im Einsatz. Ein gewisser Aufwand war also doch nötig. Als frühere Vorsitzende interessiert sich die vor Jahren nach Norddeutschland verzogene Andrea Weber noch immer für den Verein und ließ im Internet über Social Media Erleichterung über die Lösung durchblicken.

Die S-Gruppe von Pegasus holte in diesem Jahr die Landesmeisterschaft. Bei der DM zeigte sich später, dass die Pandemie-Pause so lang war, dass es den Pferden Probleme machte, plötzlich vor großem Publikum aufzutreten. Ein Teil der Tiere und der Talente hatte nun übrigens schon über zwei Jahre keine Chance auf einen Wettkampf. Verständlich, dass Antonia Schubert bedauert, dass nun wieder ein schwieriger Corona-Winter ansteht.

Wenn es um Anfänger geht, braucht Pegasus eine Warteliste, die "für Kinder ab sechs Jahre" geführt wird. Wer schon Erfahrung hat, vielleicht auch nur vom Turnen her, kann dagegen in der Regel unkomplizierter in den Trainingsbetrieb einsteigen.

Ralf Kohler

Ralf Kohler

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