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Muntere Gesprächsrunde beim TSV Auerbach: Moderator Julian Linder, der Vereinsvorsitzende Fredy Pfeiffer sowie die Trainer Peter Neururer und Rainer Scharinger (von links).  Foto: Weber 

Peter Neururer und Rainer Scharinger beim TSV Auerbach: Schlagfertig und unterhaltsam

Karlsbad-Auerbach. Besondere Gäste hatte das Jubiläumssportfest des TSV Auerbach zu bieten. Mit dem langjährigen Erst- und Zweitliga-Trainer, Fußballexperten und schlagfertigen Dauergast in den zahlreichen Fußball-Talkshows, Peter Neururer, sowie dem ehemaligen Bundesliga-Profi und KSC-Trainer Rainer Scharinger, hatte man zwei absolute Kenner der Fußballszene für eine illustre und unterhaltsame Gesprächsrunde gewonnen.

Der Fragenkatalog von Moderator Julian Linder („Die neue Welle“) war breit gefächert, zahlreichen Fußballfans und Zuhörer verfolgten die Diskussion im Auerbacher Pneuhage-Stadion.

Respekt geht verloren

„Bengalos, Hassplakate und Gewalt in den Stadien – was hat sich verändert?“, wollte Linder von seinen Gesprächspartnern wissen. Für Peter Neururer ist in den letzten Jahren leider gerade bei den Jugendlichen der Respekt gegenüber den Spielern, den Trainern, Schiedsrichtern, aber auch gegenüber der Vereinsverantwortlichen abhandengekommen. Der Fußballexperte spricht von einem gesellschaftlichen Problem, das schon im Elternhaus gelöst werden müsse.

Auf die Frage, ob die Vereine die Polizeieinsätze zahlen sollten, waren sich Neururer und Scharinger einig: „Die Vereine sollen, wie es auch geschieht, Sicherheitsvorkehrungen treffen. Der Einsatz der Polizei sei jedoch Aufgabe des Staates. Der Staat müsse in der Lage sein, solche Entwicklungen zumindest einzudämmen und gegebenenfalls auch kriminelle Straftäter in diesem Metier wegzuschließen.

„Was haltet ihr vom Video-Assistenten?“, so eine weitere Frage von Linder. Auch hier waren sich die beiden Fußball-Experten einig. Zunächst sei es eine gute Grundidee, bei eklatanten, am Monitor deutlich sichtbaren Fehlentwicklungen einzuschreiten. „Was allerdings aktuell praktiziert wird, ist für unseren Fußball eine wahre Katastrophe“, so Neururer. Bei jeder Kleinigkeit werde mit „grausamen Unterbrechungen des Spiels“ eingegriffen und gleichzeitig zunehmend die Autorität der Schiedsrichter in Frage gestellt.

„Ein Regal höher greifen“

Auch zu den Chancen der deutschen Clubs in der Champions League wurden die beiden Trainer befragt. Peter Neururer bekannte sich als Bayern-Fan, auch wenn sein Herz nach wie vor für Schalke 04 schlage. Aktuell traut er den Bayern sportlich aber nur das Viertelfinale der Champions League zu. „Wenn sie mehr wollen, müssen sie finanziell noch ein Regal höher greifen“, so der 64-Jährige, der dem gastgebenden Auerbacher Verein noch einen guten Rat mit auf den künftigen Weg gab: „Bleibt authentisch und baut einfach auf das in diesem Rahmen Machbare.“

Rainer Scharinger nutze die Gelegenheit, für seine seit sieben Jahren laufende Hilfsaktion „Scharinger und Friends“ zu werben, die immerhin bereits rund 430.000 Euro für soziale Zwecke gesammelt hat.

„Der Expertentalk war sicher das herausragende Ereignis unserer bisherigen Jubiläumssporttage, die am kommenden Sonntag mit dem ‚Familientag’ und den Präsentationen der einzelnen Abteilung unseres Vereins ihren Ausklang finden“, so der TSV-Vorsitzende Fredy Pfeiffer.