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Mit Übersicht: Der Pforzheimer Robert Bauer (links) hat seine Chance beim 1. FC Nürnberg genutzt. In den jüngsten drei Ligaspielen stand er in der Startelf. Hier behauptet er gegen den Frankfurter Jonathan De Guzman den Ball. Foto: ISPFD
Mit Übersicht: Der Pforzheimer Robert Bauer (links) hat seine Chance beim 1. FC Nürnberg genutzt. In den jüngsten drei Ligaspielen stand er in der Startelf. Hier behauptet er gegen den Frankfurter Jonathan De Guzman den Ball. Foto: ISPFD
08.11.2018

Pforzheimer Defensivspieler Robert Bauer fühlt sich beim 1. FC Nürnberg wohl

Der Pforzheimer Robert Bauer fühlt sich in der Bundesliga beim 1. FC Nürnberg wohl. Hier scheint er sich durchgesetzt zu haben. Mit dem Club empfängt der 23-Jährige nun den VfB Stuttgart.

Mittwoch, 7. November, Trainingsgelände des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Nach dem individuellen Warmmachen holt Cheftrainer Michael Köllner die Spieler zusammen und lässt sie, wie üblich vor jeder Einheit, einen Kreis bilden – doch dann geschieht Ungewöhnliches: Die Profis klatschen rhythmisch und singen „Happy Birthday“ – für Georg Margreitter, den Österreicher, der an diesem alles andere als grauen November-Tag 30 Jahre wird. Diese Prozedur hat Robert Bauer noch vor sich – am 9. April kommenden Jahres wird der gebürtige Pforzheimer 24. Doch die Sonne scheint an diesem Novembertag auch für ihn. Das tut sie übrigens bereits seit Wochen, seit der bei der Jugend des FSV Buckenberg und des Karlsruher SC groß gewordene Fußballer den Sprung in die Anfangsformation des einstigen deutschen Rekordmeisters und mittlerweile Bundesliga-Rekord-Aufsteigers geschafft hat.

Richtige Entscheidung

Der rechtsfüßige Defensivakteur darf seinen Wechsel von der Weser an die Pegnitz im Juli 2018 nach aktuellem Stand als richtige Entscheidung betrachten. Beide Male im DFB-Pokal dabei (165 von 190 Spielminuten), erreichte der 13-malige U-20-Nationalspieler und Olympia-Silbermedaillengewinner 2016 in Rio mit seinen neuen Kameraden das Achtelfinale Anfang Februar 2019. In sechs von zehn Bundesligaspielen – laut „transfermarkt.de“ mit 429 von den da möglichen 540 Minuten – stand Bauer außerdem auf dem Platz.

Nach der Sehnenverletzung von Enrico Valentini im Pokal rutschte der Verteidiger bereits zum Bundesliga-Start rechts hinten in die Anfangself. Nach Tim Leibolds Gelb-Rot-Sperre in Leipzig durfte Bauer auf der Linksverteidiger-Position ran. Der 1,83 Meter große Abwehrspieler hat seine Chance genutzt – auch im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wird er wohl von Beginn an spielen.

Die positive sportliche Entwicklung geht einher mit persönlichem Wohlbefinden, insbesondere nachdem Bauer relativ schnell eine Wohnung gefunden hat. Die Bindung zu den Eltern in Remchingen-Singen ist dennoch groß. An den trainingsfreien Tagen schaut er hin und wieder in der Heimat vorbei, um den Akku aufzuladen.

Bei seinem persönlichen Medientermin kürzlich auf eigene Herkunft und „Schwaben“ angesprochen, machte ein selbstbewusster Robert Bauer übrigens auf freundliche Weise deutlich, dass Pforzheim zu Nordbaden gehört und auch vom Dialekt her mit „schwäbisch“ wenig zu tun habe. Außerdem könne und wolle er seine kasachischen Wurzeln nicht leugnen.

Seinem Ziel, vom Leihspieler (für eine Saison von Werder Bremen) zur Stammkraft zu werden, ist Bauer jedenfalls schon näher gekommen. Und auch wenn dies ein Stück weit mit Ausfällen anderer zu tun hat, hat es wohl ebenso zu tun mit der eigenen positiven Entwicklung, die offensichtlich auch sein neuer Trainer sieht. Mit Michael Köllner hat er einen Trainer gefunden, der „auch das Menschliche in uns Spielern sieht“, wie Bauer sagt.

Nach der Saison wird sich zeigen, was aus dem bis 2020 datierten Vertrag mit Werder wird: Rückkehr nach Bremen mit neuen Erfahrungen, Wechsel zu einem anderen Club oder gar Verbleib am derzeitigen Tätigkeitsort, wo er sich erst mal aufs VfB-Spiel freut. Danach geht es vielleicht für einen Tag nach Pforzheim.