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Rugby war seine Leidenschaft: Norbert Poff. Foto: Ketterl
Rugby war seine Leidenschaft: Norbert Poff. Foto: Ketterl
13.11.2016

Pforzheimer Rugby-Legende Norbert Poff verstorben

Pforzheim. Ein Leben lang hatte er als Spieler, Trainer und Vereinsfunktionär auf diesen Triumph gewartet. Norbert Poff war mit großer Lust Steuerberater und Faschingsnarr, aber seine ganz große Leidenschaft galt dem Rugby. Und so feierte er im Mai total überrascht den ersten deutschen Rugby-Meistertitel des TV Pforzheim. Eine Wiederholung dieses historischen Moments war Norbert Poff nicht gegönnt. Er verstarb am 11. November nach kurzer Krankheit in Pforzheim.

Am 11. September 1941 in Pforzheim geboren, führt ihn seine Liebe zum Sport zum TV Pforzheim, wo er seit 1959 beim Rugby hängenblieb. Norbert Poff schaffte es als Spieler bis in die süddeutsche Auswahlmannschaft, er kämpfte um die süddeutsche Meisterschaft und hatte mehr als ein Dutzend Aufstiegsspiele für den Sprung in die Bundesliga miterlebt. In lebhafter Erinnerung blieben ihm die Stadtduelle gegen die beiden anderen Rugbyteams von Germania Brötzingen und PSG Pforzheim.

Auch ein bisschen Glamour brachte Norbert Poff 1974 auf den damaligen Alten Reitturnierplatz im heutigen Enzauenpark. Er holte den für den ASV Köln spielenden südafrikanischen Schlagerstar Howard Carpendale in Stuttgart ab, um ihn am Ende mit seinem TVP zu besiegen.

Bis 1976 war Norbert Poff als Spieler aktiv, zuletzt lenkte er die Geschicke des Vereins als TVP-Abteilungsleiter. 2001 wurde er für seine Verdienste vom Deutschen Rugby-Verband mit einer silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. 2011 erfüllte sich für ihn ein Traum: Seine Pforzheimer Rugbyspieler hatten sich für die Bundesliga qualifiziert. Der Abteilungsleiter ließ es sich nicht nehmen, bis zuletzt als omnipräsenter guter Geist des Vereins neuen Zuschauern die Spielregeln zu erklären, überall nach dem Rechten zu sehen und allen TVP-Helfern ein offenes Ohr zu leihen.

Seine Frau Heide lernte er beim TVP auf dem Bohrain-Sportplatz kennen. Die 1969 geschlossene Sportlerehe, aus der zwei Söhne und sechs Enkelkinder hervorgingen, hielt sein Leben lang. Nach dem Studium der Volkswirtschaft in Heidelberg wurde Norbert Poff 1972 Steuerberater. Er machte sich im Jahr 2000 mit seinem Sohn Jens selbstständig. Norbert Poff war zudem Vorstandsmitglied des Kreisseniorenrats und Vizepräsident und Elferratsmitglied der Pforzheimer Faschingsgesellschaft.

Die öffentliche Trauerfeier ist am kommenden Donnerstag, 15.30 Uhr, auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof. Die anschließende Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.