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02.05.2009

Platzverweis als Knackpunkt: 1. FC Pforzheim verliert 1:2

PFORZHEIM. Im Brötzinger Tal spukt wieder das Abstiegsgespenst. Nach der dritten Niederlage hintereinander steht Fußball-Verbandsligist 1. FC Pforzheim mit dem Rücken zur Wand und muss schleunigst die Kurve kriegen.

Die Szene in der 25. Spielminute ist symptomatisch. FCP-Mittelfeldspieler Marco Parrotta setzt zum Sololauf auf das Heidelsheimer Tor an. Der Flügelflitzer umkurvt drei Gegenspieler, doch kurz vor dem Torschuss verdribbelt er sich und bleibt an einem Abwehrbein hängen. Nichts wars mit dem Tor des Monats. Die Heidelsheimer schlagen den Ball nach vorne. Stürmer Marc Häfner nimmt die Kugel an und steuert auf das Tor zu. Pforzheims Verteidiger Dominik Bernecker kann nur hinterhecheln und bringt den Angreifer kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Rote Karte. Vergeblicher Einsatz, Pech und Unvermögen – in der Szene spiegelt sich die ganze FCP-Malaise am Samstag.

Zu diesem Zeitpunkt liegt der „Club“ bereits 0:1 hinten. In der 6. Minute gleicht die Pforzheimer Abwehr dem vielzitierten Hühnerhaufen. Mehrere Spieler versuchen sich in der vergleichsweise leichten Übung, den Ball aus dem Strafraum zu bugsieren. Stattdessen fällt das Leder Heidelsheims Stürmer Isa Kaykun vor die Füße, der die Gäste mit 1:0 in Führung bringt.

Gerade in der ersten Halbzeit wirkt die Pforzheimer Viererkette wenig sattelfest. Dominik Bernecker, der den verletzten Maximilian Supper in der Innenverteidigung ersetzt, ist völlig überfordert. Sein Stellungsspiel lässt – gelinde gesagt – stark zu wünschen übrig. „Maximilian Supper hat uns heute sehr gefehlt, für ihn gibt es keine Alternative“, sagt FCP-Trainer Rudi Herzog später. Ein weiteres Manko ist das Spiel nach vorne. Dem letzten Pass fehlt oft die nötige Präzision.

Der zweite Pforzheimer Innenverteidiger hätte der Held des Tages werden können: Samet Tuzluca. Angestachelt vom Gegentor staucht er seine Mitspieler zusammen und zieht einem Heidelsheimer bei einem Zweikampf fast das Trikot aus. Der Türke ist heiß. Bei einem Freistoß von Bruno Martins rückt er in den Strafraum auf und köpft den Ball zum 1:1 in die Maschen (45.).

Dank des Treffers kurz vor dem Seitenwechsel hat der FCP einen psychologischen Vorteil. Und tatsächlich sind es die Gastgeber, die in Hälfte zwei trotz Unterzahl weitgehend den Ton angeben. In der 62. Minute gibt es fast eine Doublette des Ausgleichstreffers. Wieder ein Martins-Freistoß und erneut kommt Tuzluca mit dem Kopf an den Ball. Doch dieses Mal kann Maximilian Göckel die Kugel über die Latte lenken.

Der Heidelsheimer Keeper bewahrt sein Team vor dem Rückstand. Manchmal machen es ihm die Pforzheimer aber auch leicht. FCP-Stürmer Bilal Yildiz schießt bei drei Großchancen aus kurzer Distanz den Torwart an. So kommt es, wie es kommen muss. Der dezimierten Pforzheimer Mannschaft geht die Puste aus, die mangelnde Chancenverwertung rächt sich. Es ist erneut Gäste-Stürmer Isa Aykun, der eine Viertelstunde vor Schluss zum 1:2-Endstand einköpft.

Die Heimniederlage gegen Heidelsheim katapultiert den FCP wieder in den Abstiegskampf. „Ich bin maßlos enttäuscht, weil wir es nicht geschafft haben, gegen einen Mitkonkurrenten mindestens einen Punkt zu holen“, sagt Rudi Herzog und fügt hinzu: „Letztlich ist der Sieg für Heidelsheim aufgrund unserer schlechten Leistung in der ersten Halbzeit aber verdient.“