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Frustriert beim Schlusspfiff: Nöttingens Torschütze Leutrim Neziraj. Foto: Eibner
Frustriert beim Schlusspfiff: Nöttingens Torschütze Leutrim Neziraj. Foto: Eibner
09.09.2012

Platzverweis als Knackpunkt - Nöttingen verliert in Bahlingen

Bahlingen. Der FC Nöttingen kommt in der Fußball-Oberliga einfach nicht auf Touren. Die 2:3 (2:1)-Niederlage beim Bahlinger SC war der nächste Rückschlag, ein unnötiger zudem. Denn die Gäste aus Remchingen fühlten sich am Kaiserstuhl um den Lohn ihrer Bemühungen gebracht. Spielentscheidend war aus ihrer Sicht die Rote Karte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gegen Felix Zachmann.

Zu diesem Zeitpunkt führten die tonangebenden Nöttinger mit 2:1. Am Ende war es der Ex-Nöttinger Gilles Ekoto-Ekoto, der Bahlingen zum Sieg schoss.

In der strittigen Szene war es zu einem Gerangel an der Seitenlinie gekommen. Schiedsrichter Hansjörg Rommel schickte – nach Rücksprache mit seinem Assistenten – Zachmann vom Feld. Die Begründung: Ein Kopfstoß gegen Bahlingens Benjamin Pfahler.

„Aus dem Rhythmus gebracht“

„Spielentscheidend war die Rote Karte. Die hat uns aus dem Rhythmus gebracht und uns den Mut genommen. Der Schiedsrichter konnte mir nicht sagen, wieso er Rot zeigte“, ärgerte sich Nöttingens Trainer Michael Wittwer.

Tatsächlich hatten die Nöttingen stark begonnen und Leutrim Neziraj sein Team früh in Führung geschossen (6.). Auch der schnelle Ausgleich durch Bahlingens Dribbelkönig Michael Schlegel (13.) schockte die Gäste nicht. Bahlingen wirkte weiter überfordert und Deniz Nedzhmiev brachte die Nöttinger nach einer schönen Ballstafette 2:1 in Führung (19.). Der FCN blieb am Drücker, scheiterte aber vor der Pause immer wieder am starken BSC-Keeper Burgert.

Mit dem Platzverweis kippte die Partie. Jetzt nahm Bahlingen das Heft in die Hand und Nöttingen, nun mit Routinier Metin Telle im Angriff, versuchte sich im Ballhalten. Doch das gelang nicht. Schon nach fünf Minuten kamen die Südbadener zum Ausgleich als Ekoto-Ekoto einen Torschuss von Mitspieler Schleusener über die Torlinie drückte. Nöttingen verteidigte über weite Strecken geschickt – hatte aber die Rechnung ohne den früheren Mitspieler gemacht. „In Nöttingen habe ich noch viele Freunde“, erklärte Ekoto-Ekoto später. Doch auf dem Platz ruhte die Freundschaft, schlitzohrig machte er den umjubelten Siegtreffer. Eine Flanke lupfte der 32-jährige an seinem Gegenspieler vorbei und über Keeper Rausch hinweg in die Maschen. „Es ist ein schönes Gefühl zumal ich schon lange nicht mehr getroffen habe“, jubelte der Stürmer. Im Winter war er nach Bahlingen gekommen, jetzt traf er zum ersten Mal nach seiner Rückkehr an den Kaiserstuhl.

Bahlingens Trainer Alexander Hassenstein freute sich: „Gegen einen gut organisierten Gegner haben wir uns schwer getan. Über den Rückstand zur Halbzeit können wir uns nicht beklagen. Anschließend konnten wir die Überzahl nutzen. Mit Glück konnten wir das Spiel drehen. Das spricht auch für die Moral meiner Mannschaft.“ Auf der Gegenseite haderte Michael Wittwer: „Einziger Vorwurf an mein Team heute war, dass wir zu schnell den Ausgleich zum 2:2 bekommen haben.“

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