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Der Pforzheimer Alexander Bangerl (rechts) gehört zu den besten Hochschul-Fußballern in den USA. Er spielt für die Columbia Lions in New York.
Der Pforzheimer Alexander Bangerl (rechts) gehört zu den besten Hochschul-Fußballern in den USA. Er spielt für die Columbia Lions in New York.
06.12.2017

Probetraining bei Red Bull New York - Kickt dieser Pforzheimer bald gegen Schweinsteiger?

Wer dachte, dass Bastian Schweinsteiger der einzige Deutsche ist, der momentan in den USA Fußball spielt, der hat sich geirrt. Mit Alexander Bangerl kickt sogar ein Pforzheimer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Der 22-Jährige spielte in der Jugend bei Germania Brötzingen, mit 13 Jahren führte ihn sein Weg zur TSG Hoffenheim, wo er bis zur U17 spielte. Danach wechselte er zur U19 des Karlsruher SC, von dort dann 2013 zum SV Spielberg.

Nach dem Abitur an der Fritz-Erler-Schule (Note 1,1) bekam er ein Stipendium an der Columbia University, einer Elite-Universität in New York. Seit 2014 hält er nun dort als Innenverteidiger die Abwehr der Uni-Mannschaft Columbia Lions zusammen. Der 1,92 Meter große Abwehrhüne ist auf Anhieb zum absoluten Leistungsträger aufgestiegen und wurde auch in der zweiten Saison bei den Lions gleich zum Kapitän ernannt. Damit ist er der erste ausländische Kapitän an der Columbia University.

„Es macht mir unheimlich viel Spaß, hier Fußball zu spielen“, sagt Alexander Bangerl im Gespräch mit der PZ über Whatsapp. „Der Fußball hat sich in den USA enorm gewandelt. Früher wurde sehr physisch gespielt, mittlerweile sind die Spieler auch technisch sehr viel besser ausgebildet. Das Niveau hat sich dem europäischen Fußball angeglichen“, meint Bangerl.

Sein Team führte er vergangenen Saison zum ersten Mal zum Titel in der Ivy League, einer Liga im US-amerikanischen Hochschulsport, die sich vorwiegend aus Sportmannschaften der acht Elite-Hochschulen im Nordosten der USA zusammensetzt. In dieser Saison qualifizierten sich die Lions erstmals nach 27 Jahren für ein nationales Tournament mit allen Elite-Unis, wo man in der zweiten Runde durch einen Elfmeter in der letzten Spielminute ausschied.

Alexander Bangerl fühlt sich pudelwohl in New York. Im US-Hochschulfußball ist der „German“ ein bekanntes Gesicht, das schon etliche Auszeichnungen (u.a. MVP-Award, All-America-Award, bester Ivy-Spieler) erhalten hat.

„Er war schon früher ein sehr ehrgeiziger Kicker. Dazu noch groß, muskulös und technisch top“, weiß Dietmar Dierlamm, ehemaliger Jugendtrainer bei Germania Brötzingen. Die Eltern von Alexander sind seine Nachbarn. Dierlamms Sohn Flemming hält regelmäßig Kontakt zu Alexander.

Wie geht’s mit Bangerl weiter? Im Mai macht er seinen Bachelor-Abschluss in angewandter Mathematik und Computerwissenschaften. Doch insgeheim setzt er auf die Karte Profi-Fußball. Demnächst hat er ein Probetraining bei Red Bull New York. Sollte er sich hier durchsetzen, spielt er in der neuen Saison in der Major League Soccer (MLS) gegen Bastian Schweinsteiger von Chicago Fire. „Das ist mein Ziel“, sagt Alexander Bangerl, der unbedingt in den USA bleiben will und dort den amerikanischen Traum vom Profi-Fußballer lebt.