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Hoch hinaus will der TV Pforzheim (links) in dieser Saison. Der SC 1880 Frankfurt (rechts) hat offenbar etwas dagegen. Fotos:  Jürgen Keller, PZ-Archiv
Hoch hinaus will der TV Pforzheim (links) in dieser Saison. Der SC 1880 Frankfurt (rechts) hat offenbar etwas dagegen. Fotos: Jürgen Keller, PZ-Archiv
Jens Poff vom TVP ist sauer auf den deutschen Rugby-Verband, der kurz vor dem Halbfinale den Pforzheimern zwei Punkte abgezogen hat, was das Heimspielrecht an den Gegner aus Frankfurt gibt.
Jens Poff vom TVP ist sauer auf den deutschen Rugby-Verband, der kurz vor dem Halbfinale den Pforzheimern zwei Punkte abgezogen hat, was das Heimspielrecht an den Gegner aus Frankfurt gibt.
16.04.2012

Punktabzug vor Bundesliga-Halbfinale: TVP im Clinch mit Rugby-Verband

Die Nachricht schlug am Montagvormittag hohe Wellen beim TV Pforzheim. Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) zieht dem Bundesligisten zwei Punkte ab, weil der gegen die Statuten verstoßen habe. Genauer gesagt: Der Aufsteiger, der die Bundesliga-Spielrunde am Samstag sensationell auf dem zweiten Platz beendet hat, könne nicht die Jugendarbeit nachweisen, die der Verband von seinen Erstligisten erwartet.

Kurioserweise weiß man das bereits seit September vergangenen Jahres. Da wurde der TVP auch schon angemahnt. „Wir haben mittlerweile unsere Hausaufgaben gemacht und unsere Jugendarbeit verbessert. Wir erfüllen jetzt die Vorgaben. Ich kann die Entscheidung des Verbandes weder rechtlich noch inhaltlich nachvollziehen“, sagte Jens Poff gestern. Der Manager der TVP-Rugbyabteilung legte auch unverzüglich Widerspruch gegen den Punkteabzug ein. Das fünfseitige Schreiben liegt in Hannover beim Verband vor, wie DRV-Geschäftsführer Volker Himmer gegenüber der PZ bestätigt. „Wir werden das prüfen und natürlich so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen“, so Himmer.

Der Punkteabzug ist deshalb so brisant, weil der TV Pforzheim dadurch in der Tabelle mit dem SC 1880 Frankfurt die Plätze tauscht. Der TVP rutscht auf Platz drei, Frankfurt rückt auf zwei. Das bedeutet, dass Frankfurt im Halbfinale gegen Pforzheim, das am 28. April stattfindet, Heimrecht hätte.

Dass dem Verband gerade jetzt wieder einfällt, dass die Rugby-Jugendarbeit in Pforzheim angeblich mangelhaft ist, ärgert den TVP-Manager Jens Poff maßlos. Poff vermutet, dass hinter der Aktion der im Verband offenbar sehr einflussreiche SC-1880-Manager und -Sponsor Ullrich Byszio steckt. Der Millionär aus Frankfurt, der auch der „Dietmar Hopp des Rugby“ genannt wird, soll, so Poff, vor einiger Zeit geholfen haben, als der Rugby-Verband vor der Insolvenz stand. Deshalb bezweifle man beim TVP, dass der Verband hier völlig unabhängig sei.

In der Verbandszentrale in Hannover kann man den Ärger der Pforzheimer durchaus verstehen. „Klar ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig“, gibt Volker Himmer zu. Ob Ulli Byszio zu den Personen gehöre, die dem Verband finanziell geholfen haben, weiß Himmer angeblich nicht. Ob die Initiative für den TVP-Punkteabzug von Frankfurt ausging, entziehe sich ebenfalls seiner Kenntnis.

Der TVP habe jedenfalls für das Heim-Halbfinale am 28. April in Eutingen schon umfangreiche Vorbereitungen getroffen, sagt Jens Poff. „Da gibt es jetzt kein Zurück mehr.“

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