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Exakte Vermessung: Ein Mechaniker stellt in der Rennwagen-Halle in Wilferdingen die Spur eines Audi R8 LMS per Laser ein (Foto links). Der Check der Boliden nimmt viel Zeit in Anspruch. Bevor sie wieder auf die Piste dürfen, werden sie in Einzelteile zerlegt und dann wieder Schraube für Schraube zusammengebaut.
Exakte Vermessung: Ein Mechaniker stellt in der Rennwagen-Halle in Wilferdingen die Spur eines Audi R8 LMS per Laser ein (Foto links). Der Check der Boliden nimmt viel Zeit in Anspruch. Bevor sie wieder auf die Piste dürfen, werden sie in Einzelteile zerlegt und dann wieder Schraube für Schraube zusammengebaut.
Prachtexemplar: das Distribution Art Car 2017 von HCB Rutronik Racing ist ein echter Hingucker. Rund 5000 Porträtbilder sind darauf verewigt. Wer Teil dieses Kunstwerkes werden wollte, spendete fünf Euro für den Bundesverband Herzkranke Kinder.
Prachtexemplar: das Distribution Art Car 2017 von HCB Rutronik Racing ist ein echter Hingucker. Rund 5000 Porträtbilder sind darauf verewigt. Wer Teil dieses Kunstwerkes werden wollte, spendete fünf Euro für den Bundesverband Herzkranke Kinder.
Gemütlich sieht anders aus: das Innenleben eines Rennwagens besteht aus viel Elektronik und wenig Komfort. Die Stange durchs Cockpit dient zur korrekten Einstellung des Fahrzeug-Setups.
Gemütlich sieht anders aus: das Innenleben eines Rennwagens besteht aus viel Elektronik und wenig Komfort. Die Stange durchs Cockpit dient zur korrekten Einstellung des Fahrzeug-Setups.
Allein auf weiter Flur: Fabian Plentz (vorne) und Tommy Tulpe auf der berühmt berüchtigten Rennstrecke von Macau. HCB Rutronik Racing startete vergangenes Jahr zum ersten Mal dort. Plentz überraschte die Konkurrenz mit Platz acht.
Allein auf weiter Flur: Fabian Plentz (vorne) und Tommy Tulpe auf der berühmt berüchtigten Rennstrecke von Macau. HCB Rutronik Racing startete vergangenes Jahr zum ersten Mal dort. Plentz überraschte die Konkurrenz mit Platz acht.
Daumen hoch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Tommy Tulpe (links) und Fabian Plentz mit dem Co-Sponsor und taiwanesischen Geschäftsmann Pierre Chen von Yageo.
Daumen hoch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Tommy Tulpe (links) und Fabian Plentz mit dem Co-Sponsor und taiwanesischen Geschäftsmann Pierre Chen von Yageo.
29.09.2017

Rasende Leidenschaft: HCB Rutronik Racing hat sich zu fester Rennsport-Größe entwickelt

Ispringen. Hier kann man vom Boden essen. Kein Staubkorn, keine Fussel, kein einziger Tropfen Öl. Dafür hört man es klopfen, es wird geschraubt, vermessen, geputzt – in den „Heiligen Hallen“ in Wilferdingen gehen die Mechaniker ihrer Arbeit nach.

Hier in der Dieselstraße werden die Rennwägen des HCB Rutronik Racingteams in Schuss gebracht. Denn der Countdown läuft. Am 6. und 7. Oktober steigt das große Finale in der DMV GTC-Rennserie. Doch nicht nur das. Vom 16. bis 19. November findet außerdem die GT-Weltmeisterschaft im chinesischen Macau statt. HCB Rutronik Racing kann einer überragenden Saison noch die i-Tüpfelchen aufsetzen. Schon im vergangenen Jahr war HCB Rutronik Racing in der DMV GTC das Maß der Dinge. Fabian Plentz gewann in seinem Audi R8 LMS ultra die Gesamtmeisterschaft. Mit Teamkollege Tommy Tulpe holte er sich zudem den Titel im Dunlop 60, einem 60-Minuten-Rennen.

Auch in dieser Saison gab HCB Rutronik Racing wieder den Ton an. Tommy Tulpe dominierte die Klasse 10 und setzte sich schon vor dem letzten Lauf auf dem Hockenheimring die Krone auf – vor Teamkollegin Evi Eizenhammer.

In der Gesamtwertung kann Tommy Tulpe ebenfalls noch triumphieren. Mit 28 Punkten Rückstand belegt er hinter Fabian Plentz Platz zwei. „Es ist noch alles drin“, grinst Tommy Tulpe vor dem brisanten Duell. „Die Chancen stehen 50:50“, meint auch Fabian Plentz. „Schließlich sind noch 50 Punkte zu vergeben.“

Es wird also heiß hergehen auf dem Hockenheimring. Die Ruhe weg haben hingegen die sechs HCB-Mechaniker in Wilferdingen. Nach jedem Rennen nehmen sie die 585 PS starken Boliden bis ins kleinste Detail auseinander und setzen sie dann wieder wie ein Puzzle zusammen. Jede Schraube wird kontrolliert, die Spur per Laser eingestellt, der Sturz auf den Millimeter genau ausgemessen, so dass die Radlast gleichmäßig verteilt ist. „Rund eine Woche dauert es, bis ein Rennwagen wieder fertig für die Piste ist“, weiß Fabian Plentz. Der 29-Jährige ist Elektrotechnik-Ingenieur bei Rutronik, mit fünf Jahren fuhr er sein erstes Go-Kart-Rennen.

Schon mit zwei Jahren hinterließ dagegen Thomas Rudel mit dem Bobby-Car Spuren zu Hause im Wohnzimmer. „Ich war schon früh verrückt nach schnellen Autos“, erzählt der Geschäftsführer der Firma Rutronik. 2015 stieg er als Sponsor der HCB-Group (Marketingunternehmen in Wilferdingen) in den Rennsport ein. Der Aufstieg war rasant.

Viel Herzblut steckt Thomas Rudel nicht nur in seine Arbeit beim 1400 Mitarbeiter starken Unternehmen in Ispringen, sondern auch in seine zweite große Leidenschaft. „Vor zwei Jahren wurde unser Rennstall in der DMV GTC noch belächelt“, erinnert sich der 54-Jährige. „Jetzt fahren wir vorne mit.“

Wohin soll die Reise von HCB Rutronik Racing noch gehen? „Wir wollen uns in der Rennserie etablieren“, blickt Thomas Rudel voraus. Danach gäbe es zwei Optionen: die GT Masters oder in die Blancpain GT Serie. Doch Rudel fiebert erst einmal dem Saisonfinale entgegen – dem Rennen auf dem Hockenheimring, aber noch viel wichtiger: der GT3-Weltmeisterschaft in Macau.

Man spürt, wie das Adrenalin in Thomas Rudel steigt, als er in seinem Besprechungszimmer von der Premiere im vorigen Jahr erzählt. Im Hintergrund flimmern Rennszenen auf dem Bildschirm an der Wand. 750 Millionen TV-Zuschauer und rund 450 000 Zuschauer sahen ein spektakuläres Rennen auf dem engen Stadtkurs (Rudel: „Du weißt oft nicht, was dich hinter einer Kurve erwartet“) und einen Fabian Plentz, der auf Anhieb mit seinem Audi R8 LMS überraschend Achter wurde. Damit war er drittbester Fahrer aus der Gruppe der Nicht-Werkspiloten. Eine bessere Platzierung verhinderte nur der schwere Unfall von Laurens Vanthoor. Der Belgier machte mit seinem Audi bei Tempo 260 km/h den Abflug, konnte aber unverletzt aussteigen. Die Kommissare brachen das Rennen jedoch ab. Da in so einem Fall die letzte Runde gewertet wird, durfte Laurens Vanthoor sich sogar als WM-Sieger feiern lassen.

Aus Sicherheitsgründen werden in diesem Jahr keine Privatteams in Macau mitfahren. HCB Rutronik Racing erhielt jedoch eine „Wildcard“. Mit welchem Ziel geht man an den Start? Thomas Rudel und Fabian Plentz schauen sich tief in die Augen: „Ankommen!“, sagen sie unisono.

Livestream zum Rennen in Macau unter www.facebook.com/hcbgroup