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Der Leipziger Torwart Fabio Coltorti hält einen Elfmeter durch den Karlsruher Dimitris Diamantakos. Schießt der KSC-Spieler schärfer und genauer, gewinnt vielleicht der KSC. So gewann RB Leipzig mit 1:0. Foto: dpa
Der Leipziger Torwart Fabio Coltorti hält einen Elfmeter durch den Karlsruher Dimitris Diamantakos. Schießt der KSC-Spieler schärfer und genauer, gewinnt vielleicht der KSC. So gewann RB Leipzig mit 1:0. Foto: dpa
01.12.2015

Raus aus der Komfortzone: Karlsruher SC nach unten gerutscht

Der Karlsruher SC muss in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga wieder nach unten schauen. Die ärgerliche Niederlage gegen RB Leipzig war nur schwer zu verdauen.

Wer das Spiel zwischen dem Karlsruher SC und RB Leipzig am Montagabend nicht gesehen hätte, dem hätte ein kurzer Aufenthalt nach dem Schlusspfiff in den Stadionkatakomben genügt, um zu wissen, wie die Partie ausgegangen war. Als KSC-Rechtsverteidiger Enrico Valentini durch den Spielertunnel stürmte und in wildem Tempo Richtung Kabine abbog. fluchte er lauthals. Dass er das in seiner Muttersprache italienisch tat, war vermutlich besser so. Druckreif wären seine Äußerungen wohl nicht gewesen.

Dirk Orlishausen sprach mit den wartenden Pressevertretern deutsch. Auch aus seinem kurzes Statement sprachen Frust und Verbitterung. „Leipzig schießt einmal aufs Tor – abgefälscht – 0:1. Ende. Aus. Micky Maus“, ärgerte sich der Karlsruher Keeper und Kapitän über den Spielverlauf, aber offensichtlich auch über Teile der Zuschauer im Wildparkstadion: „Wir haben Leipzig im Griff und die pfeifen.“

Dem fachlichen Teil von Orlishausens Analyse kann man in weiten Teilen zustimmen. Der Tabellenelfte hatte den Tabellenzweiten über weite Strecken der Partie im Griff. Die Badener hätten Zählbares verdient gehabt. „Den einzigen Vorwurf, den wir uns machen müssen, ist, dass wir nicht den Sieg oder zumindest einen Punkt geholt haben“, bilanzierte KSC-Trainer Markus Kauczinski. Sein Leipziger Kollege sah das nicht viel anders. „Es war ein glücklicher Arbeitssieg“, gestand Ralf Rangnick ein.

Es war eine Partie mit vielen Zweikämpfen, ansehnlichen Ballstafetten und hohem läuferischen Einsatz, dem die Badener über weite Strecken ihren Stempel aufdrückten. Schon in der Halbzeit hatte KSC-Sportdirektor Jens Todt gemutmaßt, der erste Treffer könne entscheidend sein. Die Chance dazu bekam der KSC auf dem Silbertablett serviert, als Dimitris Diamantakos in der 56. Minute im Leipziger Strafraum gefoult wurde, selbst zur Elfmeterausführung antrat – und an Gästetorhüter Fabio Coltori scheiterte.

„Kläglich geschossen“, sagte Kauczinski später zur schwachen Ausführung des Strafstoßes. Auch der Fehlschütze war sich der Tragweite seines Tuns bewusst: „Das war mein Fehler. Wenn ich treffe, gewinnen wir vielleicht das Spiel“, leistete der griechische Angreifer Abbitte. Kurze Zeit später traf Leipzig. Der abgefälschte Schuss von Marcel Sabitzer wurde immer länger und landete – unhaltbar für Orlishausen – im Netz. „Das Tor fiel aus dem Nichts“, klagte KSC-Abwehrspieler Manuel Gulde und fügte hinzu: „Diese Niederlage ist schwer zu akzeptieren.“

Zwiespältige Gefühle

So blieben die Karlsruher mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Sie waren einer Spitzenmannschaft der 2. Liga auf Augenhöhe begegnet. Sie hatten Leipzig über weite Strecken im Griff. Mit einem Sieg hätten die Badener wieder Rang drei im Blick gehabt. Aber die Realität sieht anders aus. Auch wenn Platz elf auf den ersten Blick noch komfortabel scheint, trennen den KSC vom drittletzten Tabellenplatz gerade mal drei Punkte. Am Samstag geht es zur Bielefelder Arminia, die zwei Zähler weniger als der KSC auf dem Konto hat. Das ist alles andere als komfortabel.