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Hält die gute Laune der Realität stand? Trainer Rainer Scharinger, Sportdirektor  Oliver Kreuzer und Präsident Ingo Wellenreuther bei der KSC-Pressekonferenz.
Hält die gute Laune der Realität stand? Trainer Rainer Scharinger, Sportdirektor Oliver Kreuzer und Präsident Ingo Wellenreuther bei der KSC-Pressekonferenz. © GEA
13.07.2011

Reise ins Ungewisse beim KSC

So recht weiß niemand, wo die Reise des Karlsruher SC in der kommenden Saison in der 2. Fußball-Bundesliga hingehen wird. Entsprechend vage sind die Ausblicke in die Zukunft gehalten. Ist Optimismus die richtige Strategie? Schon, irgendwie, aber nur nicht zu viel. Schließlich hat die Mannschaft einen totalen Umbruch hinter sich. Ist also doch eher Pessimismus angesagt? Das auch wieder nicht. Schließlich, so die große Hoffnung im Wildparkstadion, kann es kaum noch schlechter werden als vergangene Saison.

Den Zwiespalt der Gefühle hat gestern Rainer Scharinger auf den Punkt gebracht. Er gehe „zuversichtlich und realistisch“ in die Saison, diktierte der KSC-Cheftrainer bei der Jahres-Pressekonferenz den Journalisten in die Schreibblöcke. „Vieles“, so Scharinger, „wird anders. Aber die Veränderung heißt nicht, dass plötzlich alles besser wird.“

Sein Präsident erwartet aber schon, dass die neue Mannschaft besser ist und besser spielt als die alte. „Nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, lautet Ingo Wellenreuthers Motto. Doch auch er nennt keine konkrete Zielsetzung - sprich: Tabellenplatz. „Das wäre Unfug“, sagt der Präsident.

Derweil betonen alle Beteiligten, wie gut die Stimmung in der Mannschaft ist. „Alles super Typen. Das spürt man auch außerhalb des Platzes“, sagt Timo Staffeldt, einer der wenigen Spieler, die den großen Umbruch im Wildpark überlebt haben. 17 Spieler sind gegangen, 13 Neue gekommen.

Suche nach weiterem Stürmer

Und das soll noch nicht alles gewesen sein. Sportdirektor Oliver Kreuzer bestätigte noch einmal, dass man die Spieler Niklas Tarvajärvi und Christian Timm trennen will. Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, einen weiteren Angreifer zu verpflichten. Bedarf besteht, nachdem Andrej Cristea nach einer Knieoperation noch bis zur Winterpause ausfällt und Moses Lamidi vermutlich noch sechs bis acht Wochen fehlt.

Beide Angreifer fehlen also, wenn der KSC am Sonntag um 15.00 Uhr mit einem Heimspiel gegen den MSV Duisburg die Saison eröffnet. Diese Aufgabe ist alles andere als einfach, ebenso wie die folgenden Auswärtsspiele bei 1860 München und Erzgebirge Aue. Drei Gegner, die in der Tabelle im höheren Regionen erwartet werden.

Null Punkte für den neu-formierten KSC aus den ersten drei Spielen – das wäre keine Sensation. Und dann würde die neue, gute Stimmung im Team gleich auf den Prüfstand gestellt. Rainer Scharinger weiß das. Nicht umsonst wirbt er seit Wochen um viel Geduld für die Mannschaft. Sein Präsident, der immer auch versucht, mehr Optimismus zu versprühen („Der KSC ist ein Traditionsverein mit dem Anspruch, nach oben zu schauen“), hat auch versprochen, die nötige Geduld zu haben: „Die Mannschaft muss sich finden. Wir werden ihr Zeit einräumen. Es gibt keine überzogenen Erwartungen“, sagt Ingo Wellenreuther.

Allerdings erwartet der Vereinschef, dass die Fußballer mit dem gleichen „Mut und Entschlossenheit“, mit der das Präsidium die notwendigen Veränderung im Verein vorangetrieben hat, in ihre Spiele gehen. Der Kapitän geht schon mal mit gutem Beispiel voran: „Wir wollen das erste Spiel gewinnen“, sagt Alexander Iashvili.