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Die Fans des Karlsruher SC können derzeit sehr zufrieden sein.  Foto: Ripberger 

Reizvolle Rechenspiele beim Drittligisten Karlsruher SC

Die Szene, die vielleicht am meisten über das Innenleben in der Karlsruher Mannschaft verrät, ereignete sich am Mittwochabend in der 86. Spielminute. Mit 3:0 führte der KSC im Drittliga-Spiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach, die sich in die Niederlage fügte, für die aber Timo Röttger plötzlich im Strafraum abzog – und traf. Nach dem 3:1 der Gäste war KSC-Torhüter Benjamin Uphoff so sauer auf seine Vorderleute, dass er geraume Zeit wild gestikulierend vor sich hinschimpfte. So viel Ärger über eine kleine Ergebniskorrektur? Ja, erklärte der Keeper nach der Partie, „schließlich ist bei unserer Tordifferenz jeder Gegentreffer ärgerlich.“

Währenddessen beteten ein paar Meter weiter die Torschützen Burak Camoglu und Jonas Föhrenbach brav die offizielle Marschroute nach, wonach man „nur von Spiel zu Spiel“ denke. Doch die Karlsruher Fußballer beobachten natürlich seit Wochen sehr genau die Tabelle, die aus ihrer Sicht sehr Erfreuliches verrät. Seit 17 Spielen ist der KSC (51 Punkte) nun unbesiegt und hat sich Stück für Stück Magdeburg und Paderborn (je 54) genähert, die lange als uneinholbar gegolten hatten. Die beiden haben noch ein Nachholspiel, so wie der SV Wehen Wiesbaden (50) als derzeit härtester Konkurrent des KSC im Kampf um Platz drei. Doch während die treffsicheren Rheinhessen in Sachen Tordifferenz (plus 31) enteilt sind, ist der Zweite 1. FC Magdeburg in Schlagdistanz. Die Sachsen-Anhaltiner haben eine nur um vier Tore bessere Bilanz. Am 7. April kommt es zum Aufeinandertreffen in Magdeburg. Sollte der KSC bis dahin noch ein paar möglichst torreiche Siege landen und dort gewinnen, wäre er auf Platz zwei – und damit auf einem direkten Aufstiegsrang. Eine Konstellation, die Uphoff offenbar beim Gegentreffer sehr bewusst war: „Bei unserem Torverhältnis regt mich so ein Gegentor auf.“

Energieleistung bringt den Sieg

Es gab allerdings mehr Grund zur Freude als zum Hadern. Denn der KSC war nach spielerisch dürftigem ersten Durchgang stark aus der Halbzeit gekommen und hatte den Sieg mit einer Energieleistung erzwungen. Dass es erneut zwei Standard-Tore waren – David Pisot und Föhrenbach trafen jeweils nach einer Ecke – kann man dabei auch als gute Nachricht verbuchen. Bei eigenem Ballbesitz wirken die Offensivbemühungen oft halbherzig und nicht immer durchdacht. Da sind zielsicher einstudierte Standardsituationen eine echte Waffe. Trainer Alois Schwartz fordert aber vor dem Spiel am Sonntag bei Rot-Weiß Erfurt mehr Konzentration vor beiden Toren – es kann ja auf jeden Treffer ankommen.