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Starker Neuzugang: Bei Erstligist KSV Ispringen hat Ibrahim Fallacara (in Rot) bisher positiv überrascht (in Blau Marvin Scherer aus Schifferstadt).   Ripberger/PZ-Archiv
Starker Neuzugang: Bei Erstligist KSV Ispringen hat Ibrahim Fallacara (in Rot) bisher positiv überrascht (in Blau Marvin Scherer aus Schifferstadt). Ripberger/PZ-Archiv
08.12.2016

Reizvolles Ringer-Derby: In der Bundesliga fordert Ispringen den Vizemeister heraus

Bernd Reichenbachs Leidenschaft ist das Ringen, doch man könnte ihn sich auch am Pokertisch vorstellen. „Ich will mir nicht in die Karten schauen lassen“, sagt der Ispringer Trainer vor dem letzten Heimkampf der Punkterunde am Samstag um 19 Uhr gegen den amtierenden Vizemeister SV Germania Weingarten. Schauplatz des Duells des KSV mit dem seit Langem etablierten Bundesligisten ist die Pforzheimer Jahnhalle.

Da beide Clubs bereits fürs Halbfinale qualifiziert sind, geht es um nicht viel. Dennoch sagt Trainer Reichenbach: „Wir stellen die beste Mannschaft, die wir auf die Matte bringen können.“ Nahezu wortgleich äußert sich Präsident Werner Koch. Richtig spannend wird es dennoch erst wieder, wenn nach dem letzten Rundenkampf, den Ispringen am Samstag, 17. Dezember, beim derzeitigen Fünften KSV Köllerbach bestreitet, die K.o-Runde ausgelost wird. Sogar zu einem Halbfinalduell Erster gegen Zweiter könnte es kommen. Klar ist nur, dass jeweils die besser platzierte Mannschaft im Rückkampf Heimrecht hat.

Darauf spekuliert Koch. Er hofft fürs Halbfinale auf bis zu 1000 Zuschauer und meint, dass ein Rückkampf gegen Weingarten sogar bis zu 2000 Fans anziehen könnte. Von daher wären die Ispringer nicht abgeneigt, Ende 2016 erstmals in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle anzutreten. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass man am in der letzten Woche des Jahres erneut in der Jahnhalle kämpft. Den Hinkampf sieht der Deutsche Ringer-Bund für Montag, 26. Dezember, vor, den Rückkampf für Freitag, 30. Dezember. Koch geht davon aus, dass sich in Sachen Terminierung in Abstimmung mit dem Gegner noch etwas drehen lassen könnte. Ob am zweiten Weihnachtsfeiertag viele Fans kommen würden, ist für ihn eine der offenen Fragen.

Indes ist für Reichenbach eines absehbar: „Es gibt kein schönes Weihnachten für uns.“ Selbst an Heiligabend müsse sich jedes der etwa 20 Team-Mitglieder sportlich betätigen. Wie viele Ringer er derzeit beziehungsweise in den nächsten Wochen in Ispringen versammeln kann und wie viele umgekehrt anderswo trainieren, mag Reichenbach nicht verraten. Alle Details seien aber auch noch gar nicht festgelegt.

Russe Khubetzty mit Top-Bilanz

Da gegen Weingarten das bestmögliche KSV-Team antreten soll, ist auf jeden Fall wieder mit dem Russen Kakhaber Khubetzty zu rechnen, der als Freistilspezialist ein Kandidat für die Klasse bis 75 Kilogramm ist. Da Khubetzty bisher nur einmal verloren hat, lobt ihn Präsident Koch genauso wie Reichenbach. Ansonsten gibt sich Trainer Reichenbach sehr diplomatisch: Da der KSV die erneute Halbfinalteilnahme schon vor dem vorletzten Rundenkampf sicher hat, könne er ja nur zufrieden sein. Club-Chef Koch dagegen nutzt die Gelegenheit, die positive Bilanz eines weiteren Neuzugangs anzusprechen. Ibrahim Fallacara, ein deutscher Freistilspezialist für die beiden leichten Gewichtsklassen (bis 61 Kilogramm), sei bisher überraschend stark gewesen.